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Rezension Rezension (4/5*) zu Unter den Menschen von Mathijs Deen.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von KrimiElse, 14. Januar 2020.

  1. KrimiElse

    KrimiElse Bekanntes Mitglied

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    Sperrige Beziehungsgeschichte

    Matthijs Dien hat 1997 mit „Unter den Menschen“ eine sperrige ungewöhnliche Beziehungsgeschichte zweier Eigenbrötler vorgelegt, angesiedelt in der Einsamkeit der niederländischen Deiche wirkt der Roman noch schräger.

    Man denkt sofort an „Bauer sucht Frau“ und andere Klischees, wenn man die Inhaltszusammenfassung liest, doch das macht gar nichts. Denn mit diesem Stück guter und sehr unterhaltsamer Literatur werden alles andere als Klischees bedient, im Gegenteil. Voller Spott und mit schöner Lakonischer Sprache erzählt beginnt zwar die Beziehung auch hier via Kontaktanzeige, aber die leisen einsamen Töne spielen eine mindestens genauso große Rolle für die Atmosphäre wie die existenziellen hemmungslosen Passagen.

    Jan, der seit dem Unfalltod seiner Eltern allein auf dem Hof an der niederländischen Nordsee lebt, sehnt sich nach Gesellschaft, am liebsten die einer Frau. Wil antwortet auf seine Kontakt-Anzeige hin, doch sie sucht Ruhe vor dem Stadtleben und ihren vergangenen Enttäuschungen statt Liebe. Sie will unbedingt ans Meer. Die Beziehung ist alles andere als traute Zweisamkeit, Jan und Wil sind definitiv nicht füreinander geschaffen. Unausgesprochenes gepaart mit Erwartungen, alten und neuen Verletzungen, verschärft das Schweigen zwischen den beiden.

    Die Geschichte steckt voller tragisch-komischer Passagen, manches überspannt, manches fast zum Weinen schön. Sprachlich knapp und klar wird der Plot und das herrschende Schweigen sehr gut unterstrichen. Stimmungsvoll bekommt auch die Küstenlandschaft ihren Platz, bildlich in ihrer Weite und Einsamkeit. Und die Langsamkeit, mit der sich das spröde sperrige Paar annähert, wie Existenzielles, Hemmungen und Verletzungen hochkommen, ist manchmal anrührend und oft einfach nur schön.


     
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