Rezension (4/5*) zu Snow Angel: Roman von Izabelle Jardin.

A

aikimedien

Gast
Buchinformationen und Rezensionen zu Snow Angel: Roman von Izabelle Jardin
Kaufen
Romantik und Krimi

Dieses Buch stand schon lange auf meiner Leseliste, bis es jetzt endlich in Startposition gerutscht ist. Ich war neugierig, was mich erwarten mochte.

INHALT:
Abiturientin Nina will abends noch schnell eine Langlaufrunde drehen, doch unvermittelt gerät sie in schlechtes Wetter und stürzt einen Hang hinab. Sie hat Glück im Unglück und wird von Simon gerettet, einem Tierarzt, der in einer nahen Waldhütte ein paar freie Tage verbringt. Schon bald sprühen die Emotionen zwischen ihnen, doch ebenso schnell ist klar, dass er nicht mit offenen Karten spielt. Was verbirgt Simon?

MEINUNG:
Hauptfigur Nina, zwanzig Jahre jung, hat mein Herz während der Lektüre sofort erobert. Sie ist sympathisch, verspielt, manchmal naiv und zugleich von einer überraschenden Weisheit, für die reale Menschen oft doppelt so alt sein müssen. Sie ist mal Kind, mal Femme fatale. Zumindest kam sie mir ein Stück weit so vor. Simon, der Tierarzt, in den sie sich verliebt, hat bei mir deutlich länger gebraucht, bis ich ihn sympathisch fand. Die Autorin schildert seine Gedanken so geschickt, dass ich immer wieder das Gefühl hatte, er verberge etwas. Und als ein verschwundenes Mädchen in den Gesprächen zwischen Simon und Nina auftaucht, fragte ich mich natürlich sofort, ob er damit etwas zu tun hat. Ich wusste nicht, ob ich Nina zu ihrer Liebe raten sollte oder nicht. Aber gerade diese Zwiespältigkeit macht einen großen Reiz der Geschichte aus.
Richtig herzerwärmend fand ich Simons Hund Ben, der sich immer mal wieder in den Vordergrund schiebt und die Spannung zwischen den beiden Protagonisten auflockert bzw. die Unsicherheit des Lesers_in auffängt.
Die Dramaturgie des Romans ist für meinen Geschmack sehr gut gestaltet. Vor allen Dingen hat mich überrascht, dass mich die kurz aufeinander folgenden Perspektivwechsel nicht gestört haben. Das liegt zum Teil sicher auch an der optischen Abgrenzung der unterschiedlichen Erzählstimmen. Im Ergebnis ist es Izabelle Jardin dadurch gelungen, die Spannung der Story noch stärker anzukurbeln.
Sobald aus der anfänglichen Liebesgeschichte unvermittelt eher ein Krimi wird, sind die schnellen Perspektivwechsel noch wichtiger, damit der Leser_in den jetzt auftretenden unterschiedlichen Handlungssträngen folgen kann. Die Genremischung ist der Autorin meiner Meinung nach ganz gut gelungen, wobei der Schwerpunkt klar auf der Liebesgeschichte liegt, die in der zweiten Hälfte mit Krimielementen ergänzt wird.
Als eher gewöhnungsbedürftig empfand ich dagegen das gewählte Tempus des Buches. Einen kompletten Roman – bis auf die Rückblenden – im Präsens zu erzählen, ist nicht unbedingt üblich. Es geht, wie die Autorin belegt, doch ich blieb immer wieder an den Verbformen hängen. Für meine Ohren klang das Präsens einfach ungewohnt; ich hätte das Präteritum vorgezogen. An dem Unwohlsein änderte auch eine zweite Leserunde nichts. Ich habe offensichtlich klare Präferänzen.^^

WERTUNG:
Bis auf das Erzähltempus ist das Buch in meinen Augen gut gelungen. Die Figuren und die Handlung vermögen zu fesseln und sind durchweg spannend erzählt, auch wenn mich Nina in ihrer Ambivalenz zwischen naiv und welterfahren nicht hundertprozentig überzeugt hat. Dennoch unterhält das Buch und bietet eine schöne romantische Liebesgeschichte. Als Gesamtwertung gebe ich dem Buch mein persönliches „gut“ und vier von fünf Wertungspunkten.
Mein Fazit: romantische Liebesgeschichte mit Krimielementen