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Rezension Rezension (4/5*) zu Schmerzensgeld: Ein Fall für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen v.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von wal.li, 10. November 2018.

  1. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    939
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    360
    Unkonventionell


    Nach Jahren im Polizeidienst hat Silvio Cromm denselben verlassen. Nicht angewiesen auf das Geld teilt er seine Zeit zwischen der Geschäftsführung in einem der Restaurants der Familie und seiner Tätigkeit für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen auf. Letzte wurde gegründet, um den kleinen Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen. Der alten Dame, die durch einen gestellten Unfall viel Geld verloren hat, oder auch den Anlegern, die durch Bankberater zu riskanten Investitionen überredet wurden und bei den beginnenden Verlusten im Stich gelassen wurden. Inzwischen hat jedoch auch die Polizei Wind von den Machenschaften der Gesellschaft bekommen und bei dem dortigen Kommissar Dreier bestehen Zweifel an der Legalität der Aktivitäten von Cromm und seinen Mitgesellschaftern.

    Ein durchaus frecher Ansatz für die Gesellschaft für unkonventionelle Maßnahmen. Irgendwie nehmen sie das Recht in die eigenen Hände, wobei die Rechtmäßigkeit der Aktionen durchaus manchmal bezweifelt werden kann. So wie dem Kommissar Dreier recht schnell der Gedanke an Selbstjustiz kommt, so schnell kann man sich des Gedankens nicht erwehren, dass es denen, auf die es die Gesellschaft abgesehen hat, einfach recht geschieht. Schließlich gibt es viele, die das System ausnutzen und damit durchkommen, während die eigentlich Geschädigten ziemlich dumm dastehen und vom sogenannten Rechtsstaat wenig Hilfe bekommen. Schön jedenfalls, dass man sich sowohl größerer als auch kleinerer Fälle annimmt.

    So ganz kann der Autor Michael Opoczynski seinen Hintergrund als Wirtschaftsjournalist nicht verleugnen. Als TV-Moderator wird er vielen Lesern wohlbekannt sein. Indem er seinen ersten Roman nicht unter einem anderen Pseudonym veröffentlicht hat, hat er sich eine eigene Messlatte gesetzt. Zum Glück kann man nach der Lektüre sagen, sie war nicht zu hoch und sie wurde auch nicht gerissen. Mit flinken Worten zeichnet der Autor seine unkonventionelle Gesellschaft, gewitzt hangeln sich die Gesellschafter am Rande der Legalität entlang und stellen die Täter bloß und verschaffen den Opfern wenigstens ein Gefühl von Gerechtigkeit. Man wünschte sich, in der Wirklichkeit möge es auch solche Helfer geben, doch man wird weiter auf das vorhandene Recht hoffen müssen.

    Ein gelungenes Debüt über eine zusammengewürfelte Gesellschaft der Aufrechten, die den Abgehängten zu Beachtung verhelfen.


     
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