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Rezension Rezension (4/5*) zu Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge: Roman von Ruth Hogan.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von Xirxe, 29. Mai 2017.

  1. Xirxe

    Xirxe Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Februar 2017
    Beiträge:
    762
    Zustimmungen:
    532
    Anrührend, melancholisch und schön - bis auf das letzte Drittel

    Ein alter Mann, Anthony, trauert noch immer um seine Liebe, die kurz vor der Hochzeit vor 40 Jahren starb. Am selben Tag verlor er nicht nur seine Braut, sondern auch das Liebespfand, das sie ihm schenkte. Seither sammelt er, was Andere verloren haben und schreibt darüber Geschichten. Unzählige Dinge sind es, die er in seinem Arbeitszimmer aufbewahrt und als er merkt, dass sein Leben dem Ende entgegengeht, vermacht er seinen ganzen Besitz Laura, die sich seit einigen Jahren um ihn und den Haushalt kümmert. Allerdings mit der Auflage, dass sie versuchen muss, die Dinge ihren früheren Besitzern zurückzugeben. Zwischen diese Geschichte sind immer wieder einzelne von Anthonys Erzählungen über die gefundenen Dinge eingestreut, die er früher als Buch veröffentlichte.
    Daneben gibt es einen zweiten Erzählstrang, der über das Leben der jungen Eunice berichtet, die an jenem Schicksalstag Anthonys Weg kreuzte, der im Gegensatz zu seinem Tag wesentlich glücklicher für sie verlief. Parallel zu Lauras Geschichte begleitet man Eunice durch die Zeit, die immer näher an die Gegenwart heranrückt, bis ...
    Es ist ein sehr gefühlvolles Buch, das ich jedoch nicht als kitschig oder rührselig empfunden habe. Auf allen Ebenen dreht es sich um Freundschaft, Mut, die Liebe zum Leben und (natürlich) die Liebe. Eine wirklich schöne Lektüre, wobei ich insbesondere von Anthonys Erzählungen angetan war. Sie sind nicht lang, ein bis drei Seiten, doch es reichte, um die Situation der beschriebenen Personen deutlich darzustellen.
    Doch nun kommt ein recht großes Aber, das mich fast dazu gebracht hätte, nur drei Sterne zu geben. Denn im letzten Drittel bzw. Viertel driftet das Ganze fast schon ins Esoterische ab. Plötzlich gibt es Geister, Dinge geschehen ohne menschliches Zutun und eine der Hauptfiguren (oder auch zwei) haben offenbar magische Kräfte. Ich bin solchen Themen nicht grundsätzlich abgeneigt (Der Freund der Toten - dieses Buch finde ich einfach klasse, obwohl Tote hier eine wichtige Rolle spielen - als Personen, nicht als Objekte), aber hier passt es einfach nicht. Es wirkte auf mich wie ein Bruch zur ursprünglichen Geschichte und ich war nur noch am Kopf schütteln. Schade, dieses Ende hätte nicht sein müssen. Gerade ohne Geister und scheinbar Übersinnliches wäre es ein richtig, richtig gutes Buch geworden. So sind es 3,5 Sterne, die ich wohlwollend aufrunde ;-)

     
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