Rezension (4/5*) zu Knochensuppe (Band 1): Der Mörder aus der Zukunft von Kim Young-tak

Irisblatt

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Buchinformationen und Rezensionen zu Knochensuppe (Band 1): Der Mörder aus der Zukunft von Kim Young-tak
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Mysteriös, faszinierend und rätselhaft

Wir befinden uns im Jahr 2064. Der im Waisenhaus aufgewachsene Lee Uhwan ist Mitte 40 und arbeitet, seit er denken kann, in einer kleinen, stinkenden Garküche als Gehilfe. Diese befindet sich in der Küstenstadt Buhsan im unteren Viertel, dort - wo bereits zweimal ein Tsunami alles verwüstete und nur die Ärmsten ihre Häuser und Geschäfte wieder aufbauten.

Traditionelle Nutztiere sind längst Geschichte, der Fleischbedarf wird durch „das Ding“ gedeckt, eine seltsame Mischung unterschiedlicher Tiere mit Rindergeschmack. Lee Uhwans Chef gerät ins Schwärmen, wenn er von der Knochensuppe erzählt, die er vor vielen Jahrzehnten kosten durfte. Er sehnt sich nach deren Geschmack und würde eine solche Suppe gerne in seinem Laden anbieten. Doch sämtliche Versuche des Kochs scheitern, so dass schließlich Lee Uhwan auf eine gefährliche Zeitreise ins Jahr 2019 geschickt wird. Er soll dort die Zubereitung dieser köstlichen Suppe erlernen und mit dem Rezept zurückkehren.

Fasziniert habe ich diese mysteriöse, sehr abgedrehte, immer wieder überraschende Geschichte gelesen, in der es mehrere Handlungsstränge und wechselnde Erzählperspektiven gibt. Es ist nicht immer leicht der Geschichte zu folgen, weil Kim Young-Tak in sehr kurzen Kapiteln neue Personen auftauchen lässt, Fährten legt und allerlei merkwürdige Ereignisse unaufgeregt, aber trotzdem sehr anschaulich und einprägsam erzählt. Da taucht plötzlich ein unbekannter Toter mit einem Mikrochip im Kopf und einer unerklärlichen Verletzung auf, diverse Gangsterbanden und Jugendcliquen sind unterwegs. Es kommt zu mysteriösen Unfällen und Löchern in Häusern; auch Organhandel scheint eine Rolle zu spielen. Außerdem trifft Lee Uhwan auf Menschen, die in ihm eine Achterbahn der Gefühle auslösen.

Der südkoreanische Autor Kim Young-Tak hat ein spannendes Setting für seine Geschichte gefunden, die ich mir gut verfilmt vorstellen kann. Dass er als Filmregisseur und Drehbuchautor arbeitet, merkt man an den zahlreichen kurzen, prägnanten Szenenwechseln, bei denen ich oftmals das Gefühl hatte, einer Kamerafahrt zu folgen. Sprachlich war die Geschichte, die eine schräge Mischung aus Science-Fiction-, Krimi- und Mystery-Elementen mit einigen dezent gruseligen Szenen ist, für mich durchwachsen. Es gibt schön formulierte, philosphische Gedanken, authentisch wirkende Dialoge, aber immer wieder auch sehr einfache Sätze, in denen mich vor allem die Nomenwiederholungen gestört haben. Trotzdem konnte mich dieser ungewöhnliche erste Teil, der mit perfekt gesetzten Cliffhangern endet, fesseln und gut unterhalten. Ich freue mich auf den zweiten Band von Knochensuppe, der im Mai 2023 erscheinen wird und hoffentlich Licht in den einen oder anderen Zusammenhang bringen wird. Übersetzt wurde Knochensuppe aus dem Koreanischen von Manfred Selzer.

 
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Irisblatt

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Wie kann es sein, dass hier angezeigt wird, dass mir Die leise Last der Dinge und Chopinhof-Blues gefielen? :smilehorn:eek:o_O
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Wie kann es sein, dass hier angezeigt wird, dass mir Die leise Last der Dinge und Chopinhof-Blues gefielen? :smilehorn:eek:o_O
Daran sind @Renie und @supportadmin auch schon verzweifelt. Es ist die künstliche Intelligenz....
Hast du die beiden Bücher gelesen? Ich vermute, dass die KI gar nicht auf die Wertung abzielt, sondern nur zwei Bücher zieht, die in deiner Bib stehen.
 

Irisblatt

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Daran sind @Renie und @supportadmin auch schon verzweifelt. Es ist die künstliche Intelligenz....
Hast du die beiden Bücher gelesen? Ich vermute, dass die KI gar nicht auf die Wertung abzielt, sondern nur zwei Bücher zieht, die in deiner Bib stehen.
Ja - ich hab sie alle gelesen. Jetzt sind sie weg und andere da, die ich auch gelesen habe. Mit den jetzigen kann ich gut leben, aber 1, 2 und 3 Sterne Bücher sollten vielleicht nicht unbedingt angezeigt werden - zumindest 1 und 2 nicht. Eine unzuverlässigen KI
 

supportadmin

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29. Oktober 2013
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Ich vermute, dass die KI gar nicht auf die Wertung abzielt, sondern nur zwei Bücher zieht, die in deiner Bib stehen.
Es ist sogar noch ein wenig trickreicher. Der Algorithmus wertet nicht nur aus, welche Bücher der Rezensentin gefallen haben, sondern schaut bei allen Lesern des Buches nach, wertet also anonymisiert mehrere Buchregale aus. Aber zugegeben da ist noch Luft nach oben. :cool: