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Rezension Rezension (4/5*) zu Ihr Blut so rein - Lacey Flint 3: Thriller von Sharon Bolton.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von parden, 17. März 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Großartiges Verwirrspiel...

    Traumatisiert von den Geschehnissen im letzten Fall, ist DC Lacey Flint derzeit krankgeschrieben. Sie schottet sich vor allen ab und geht auch ihrem Kollegen Mark Josebury aus dem Weg. Mit viel Sport versucht sie sich abzureagieren und dadurch möglichst wenig über die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit nachzudenken. Das letzte was Lacey derzeit möchte, ist ein neuer Fall. Doch eine neue Mordserie erschüttert London - kleine Jungen werden ausgeblutet an der Themse abgelegt, und die Abstände zwischen den Morden werden immer kürzer. Und neben Lacey wohnt der elfjährige Barney Roberts mit seinem Vater - der Junge hat etwas gesehen und ahnt, dass der Killer bald wieder zuschlagen wird. Als Lacey schließlich eingreift, ist es fast zu spät...

    Nachdem mich die vorherigen Fälle wirklich überzeugt hatten, war ich auf den dritten Band der Reihe um Lacey Flint sehr gespannt. Tatsächlich knüpft dieser zeitlich fast nahtlos an den Vorgänger an, so dass deutlich wird, wie es der jungen Ermittlerin nach den Vorfällen in Cambridge geht - nachvollziehbar, dass Lacey ernsthaft darüber nachdenkt, ob sie überhaupt bei der Polizei bleiben soll. Doch die aktuellen Ereignisse um die toten Kinder an der Themse spitzen sich immer mehr zu, so dass Lacey letztlich zwangsläufig in die Mordserie um die ausgebluteten Jungen hineingezogen wird - und keine Minute zu früh!

    Bei der Lektüre empfand ich wieder vor allem zu Beginn dieses Gefühl einer ständigen unterschwelligen Bedrohung, punktuell fast unerträglich, was mich einfach noch zusätzlich rasch durch die Seiten trieb. Das Gestalten solch düsterer Atmosphären hat Sharon Bolton wahrlich drauf. Ebenso beherrscht die Autorin das Spiel mit den Fragezeichen, die im Kopf des Lesers nur so aufploppen - und schließlich auch das Verwirrspiel um den möglichen Täter. Bis kurz vor Schluss war ich mir nicht sicher, wer denn nun hinter diesen Gräueltaten steckt, was für einen sorgfältig und intelligent konzipierten Thriller spricht.

    Ein wenig enttäuscht war ich über die Entwicklung der Charaktere. Dass beispielsweise Mark Josebury hier größtenteils kaum eine Rolle spielt, obwohl er Lacey im letzten Band seine Liebe gestand, habe ich erstaunt zur Kenntnis genommen. Vor allem aber Laceys und Marks Vorgesetzte Dana Tulloch benimmt sich hier durchgehend merkwürdig. Die Mordfälle nehmen sie mehr mit als gewöhnlich, und nachdem sie sich in den beiden Fällen davor nach anfänglichen Vorbehalten doch mit Lacey arrangiert zu haben schien, stellt Dana hier wieder alles in Frage. Sie verdächtigt Lacey nicht nur, etwas mit den ausgebluteten Jungen zu tun zu haben, sondern entwickelt geradezu einen Widerwillen gegen die junge Ermittlerin. Dadurch wirkt sie trotz aller Kompetenz und Erfahrung phasenweise eher wie eine Berufsanfängerin, was mir nicht gefallen hat. Auch die Profilerin, die zu der Mordserie hinzugezogen wird, ist alles andere als überzeugend, so dass letztlich der gesamte Polizeiapparat als eher stümperhaft rüberkommt, was ich in dieser Serie nicht unbedingt notwendig finde.

    Insgesamt jedoch hat Sharon Bolton hier wieder einen überaus spannenden Thriller konzipiert, und auch wenn der Humor diesmal eher auf der Strecke blieb und am Ende ein paar kleine Fragezeichen offen blieben, konnte mich auch der dritte Band wieder überzeugen. Eigentlich impliziert der Schluss des Buches das Ende der Reihe, doch es gibt noch einen vierten Band. Darauf bin ich nun wirklich gespannt...


    © Parden


    ************************

    Die Bücher der Reihe um Lacey Flint:

    Dunkle Gebete
    Dead End
    Ihr Blut so rein
    Schwarze Strömung


     
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