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Rezension Rezension (4/5*) zu Ein langes Jahr: Roman von Eva Schmidt.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von wal.li, 7. Oktober 2016.

  1. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    1. Mai 2014
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    Wunschhund

    Verschiedenste Menschen leben in der Siedlung. Tom zum Beispiel hat einen Hund aus Amerika adoptiert. Dieser Hund ist etwas besonderes und sehr beliebt. Insbesondere bei Herrn Agostini, der immer ein Leckerli für ihn bereithält. Doch irgendwann ist der liebenswerte Hund nicht mehr da und Herr Agostini erfährt, dass der Hund krank war und verstorben ist. Auch der junge Ben wünscht sich einen Hund. Seine Mutter, mit der er allein in einer Wohnung lebt, erlaubt das nicht. Das Angebot seines Freundes Joachim, sich zwei Hunde zu wünschen und einer könne dann Ben gehören, mag er allerdings nicht annehmen. Karin, deren Tochter in Amerika lebt, hat einen Hund. Sie macht sich Sorgen, was mit dem Tier geschehen könne, wenn ihr einmal etwas passiert.

    Es beginnt wie zusammenhanglos aneinander gereihte Geschichten. Wenn man selbst vielleicht nicht begeistert ist von Kurzgeschichten, könnte man in Versuchung geraten, das Buch zu schnell beseite zu legen. Je länger man sich jedoch auf die Geschichten und Episoden, die Eva Schmidt in ihrem Buch erzählt, einlässt, desto mehr nimmt einen die Suche nach dem Zusammenhang gefangen. Mit teils winzigen Hinweisen und eingestreuten Worten macht die Autorin klar, welche Verbindungen zwischen den Menschen, von denen sie berichtet, bestehen. Aufmerksames Lesen ist gefordert und das bei der leichten und angenehmen Sprache, die die Autorin verwendet. Mit so großer Eindringlichkeit, mit so bildhaften Worten schildert sie, was die Menschen in ihrem Buch erleben, was sie bewegt, was sie wünschen oder befürchten. Man wähnt sich mitten im Geschehen und trotz der eher ruhigen Erzählweise kann man sich dem Buch nicht entziehen. Man fühlt Entsetzen, Trauer, Freude - wie ein Wasserfall stürzen die Geschehnisse auf einen ein und schließlich fragt man sich, ob man wirklich alles entschlüsselt hat oder ob man das Buch einfach noch einmal lesen sollte, um jede noch so kleine Kleinigkeit zu entdecken.

    Ein Roman, mit dem man sich etwas anfreunden muss, der sich dann allerdings ganz wunderbar entwickelt.


     
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