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Rezension Rezension (4/5*) zu Die zwei Gesichter der Mona Lisa von Christian Rupprecht.

Dieses Thema im Forum "Liebesromane" wurde erstellt von Querleserin, 18. Oktober 2018.

  1. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

    Registriert seit:
    30. Dezember 2015
    Beiträge:
    1.416
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    2.000
    Rasante Krimi-Komödie

    Im Mittelpunkt der amüsanten Geschichte steht die attraktive 37-jährige Restauratorin Maria Felicella, die seit Jahren ihrem Ex-Freund Paolo nachtrauert. Laut Aussage ihrer besten Freundin Emma ein nicht zu ertragender Zustand.

    "Doch während Emma sich scheinbar spielerisch durchs Leben treiben, sich mal hier, mal da pflücken ließ und dabei ihren Spaß hatte, herrschten in Marias Leben Regeln und Moralvorstellungen, die von ihrer kalabresischen Großmutter hätten stammen können. Und in ihrem Leben somit die Vergnügungs-Dauer-Ebbe." (13)

    Im Rahmen einer Ausstellung plant die Galeria Borghese in Rom eine Ausstellung der Werke Leonardo da Vincis, dazu soll aus Paris die Mona Lisa ausgeliehen werden - allerdings weigert sich der Chef des Louvres Henry Nemours in letzter Sekunde sie nach Italien zu schicken. Sowohl Maria, die die Mona Lisa untersuchen wollte, als auch Signoria Antonia Garibaldi, die die echte Mona Lisa heimlich durch eine Kopie ersetzen will, sind außer sich.

    Statt das berühmteste Lächeln der Welt zu erforschen, reist Maria nach New York, wo sich bei Richard Shepard Studien zum berühmten Porträt befinden, gleichzeitig könnte er für die Galeria Borghese eine gutes Wort bei Nemours einlegen, da sich beide kennen. Zudem hat Shepard kürzlich das berühmte Gemälde Narziss von Caravaggio gekauft, das die Galeria aus finanziellen Gründen veräußern musste. Ausgerechnet der Narziss, Marias Lieblingsgemälde, denn

    "der Narziss, dieser schöne, unglückliche Junge, der in sich selbst verliebt ist und daran zugrunde geht, dieses Meisterwerk von Caravaggio war für Maria etwas ganz Besonderes. [...] dieser verschlossene, autistische, verlorene, tödlich in sich selbst verdrehte Jüngling schien Sinnbild, Parabel und Allegorie auf ihr Denken, Fühlen und Handeln zu sein. Auf sie selbst, die hoffnungslos Ausgeschlossene, hoffnungslos Betrachtende, für immer unglücklich Liebende." (25)

    In New York stellt sich das Gemälde als Fälschung heraus, wie soll Maria damit umgehen, vor allem da die Tochter der Garibaldi es für Richard Shepard eingekauft hat? Und dann lernt sie noch einen äußerst attraktiven Mann kennen, der in der Lage zu sein scheint, sie endlich von der Trauer um Paolo befreien zu können.

    "Der Traummann. Ihr Traummann. Den es für sie natürlich gar nicht gab. Sie gab sich die gefühlte Ewigkeit einer Traumsekunde dieser Wahnvorstellung von Kitsch und Künstlichkeit hin, einem Bild, das jedem kleinen Mädchen als das Glück auf Erden eingetrichtert wird und das jedes kleine Mädchen, so es eines Tages zur freienden Maid herangewachsen ist, verarbeiten muss." (101)

    Während Maria in New York ist, zieht in Paris die Garibaldi die Fäden. Über einen Mittelsmann - "Und ja, er war das Böse in dieser Frauengeschichte" (103) - will sie erreichen, dass die Mona Lisa doch noch nach Italien gelangt.

    "So. Mal überlegen. Was bisher geschah: "Die Mona Lisa kommt nicht nach Italien. So weit, so gut. Aber so soll es nicht bleiben. Ich, Flavio Malandrolo, muss und werde also dafür sorgen, dass sich das ändert. Und wen darf ich dafür etwas bearbeiten?" (70)

    Über den Sicherheitschef des Louvre, Gustave Dupont, der Flavio erstaunlicherweise gleicht, will er an Henry Nemours und schließlich an die Mona Lisa gelangen. Ob es ihm gelingt, sie der Garibaldi zu bringen?

    Bewertung
    Der Roman kommt genauso locker-leicht daher, wie es sein Cover verspricht. Eine überaus amüsante Kriminal-Geschichte, bei deren Lektüre ich oft herzhaft lachen musste. Skurrile Szenen, unerwartete Wendungen, herrlich überzeichnete Figuren und das Spielen mit gängigen Klischees sorgen für Spaß beim Lesen.
    Glücklicherweise hat sich Rupprecht, der Tür an Tür mit dem Louisoder-Verlag wohnt, entschieden sein Manuskript dort abzugeben.

     
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