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Rezension Rezension (4/5*) zu Die Teerose: Roman (Rosen-Trilogie 1) von Jennifer Donnelly.

Dieses Thema im Forum "Historische Romane" wurde erstellt von Sylli, 14. November 2018.

  1. Sylli

    Sylli Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    22. Oktober 2018
    Beiträge:
    161
    Zustimmungen:
    169
    Fabrikarbeiterin lebt den amerikanischen Traum


    Worum es geht
    Die 17-jährige Fiona Finnegan arbeitet als Teepackerin in einer Fabrik, hat aber bereits sehr konkrete Zukunftspläne. Mit ihrem Freund Joe will sie einen eigenen Laden eröffnen, um der drückenden Armut im Arbeiterviertel, in dem sie aufgewachsen ist, zu entfliehen.
    Doch bald überschatten tragische Ereignisse das junge Glück, und die beiden Liebenden müssen ihren eigenen Weg finden.

    Wie es mir gefallen hat
    Mit diesem Roman hat die Autorin ein wunderbares Buch vorgelegt, das den Leser auf eine Zeitreise mitnimmt, die im ausgehenden 19. Jahrhundert in einem Arbeiterviertel in London beginnt. Beeindruckend beschreibt sie den harten Existenzkampf der Fabrikarbeiter, das Bestreben, sich in Gewerkschaften zu formieren, und die oft kriminelle Gegenwehr der Arbeitgeber.
    Die Protagonisten sind außergewöhnliche, charakterlich sehr starke Persönlichkeiten. Vor allem mit der sympathischen Fiona hat die Autorin eine Figur geschaffen, die geradezu dafür prädestiniert ist, den amerikanischen Traum zu leben. Sie verfolgt ihre Ziele mit bewundernswerter Konsequenz, lässt sich auch von Rückschlägen nicht entmutigen.
    Fionas Freund Joe fand ich mit allen seinen Stärken und Schwächen ebenfalls sehr glaubwürdig dargestellt, aber auch die übrigen Figuren haben durchaus Profil, und passen gut in ihr jeweiliges Umfeld.
    Besonders gut hat mir gefallen, dass Jennifer Donnelly in ihrem Roman alle Gesellschaftsschichten, vom einfachen Dockarbeiter bis zum Multimillionär, vereinigt. Eindrucksvoll führt sie ihren Lesern die ungeheuren Kontraste zwischen arm und reich vor Augen, und versteht die Elendsviertel genauso anschaulich zu beschreiben wie den Luxus in den Kauftempeln. Reporter, Anwälte, Banker und Kriminelle ziehen ihre Fäden und vermitteln ein facettenreiches Bild jener interessanten Epoche. Liebe, Hass und Leidenschaft, Untreue und Loyalität, Rachsucht, aber auch der Traum von Erfolg und Glück sind die Zutaten, die die Autorin zu einer mitreißenden Geschichte verwoben hat. Das Buch ist zwar nie langatmig, doch versteht die Autorin die Spannung durch unerwartete Wendungen immer wieder zu steigern.
    Sprachlich gesehen hat mir der Roman ebenfalls gut gefallen. Durch den flüssigen Stil ist er leicht lesbar, allerdings sind mir neben sehr eindrucksvoller Schilderungen auch recht einfach konstruierte Abschnitte aufgefallen. Dieser kleine Kritikpunkt kann meine Begeisterung aber nicht schmälern, hat mir die Geschichte doch unterhaltsame Lesestunden beschert.

    © Sylli


     
    #1 Sylli, 14. November 2018
    Zuletzt bearbeitet: 14. November 2018
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