Rezension (4/5*) zu Die Stille des Meeres von Donal Ryan

Sassenach123

Bekanntes Mitglied
27. Dezember 2015
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Das Schicksal fügt es zusammen

Das Schicksal fügt es zusammen

Die Stille des Meeres
Donal Ryan fügt in diesem Roman das Schicksal seiner drei Protagonisten zu einem fulminanten Ende zusammen.

Die Handlung beginnt mit der Geschichte von Farouk. Farouk ist Christ und Arzt in Syrien und lebt dort mit Frau und Tochter. Durch die sich zuspitzende Lage wagen er und seine Frau einen Schritt, der ihm zum Verhängnis wird.
Farouk ist ein Protagonist bei dem der Leser mitleidet, von der ersten bis zur letzten Seite gefangen von den Geschehnissen.

Die zweite Geschichte lässt uns am Leben von Lampy teilhaben, der das Ende seiner Beziehung zu Chloe beklagt. Außerdem leidet er unter der Tatsache, dass er seinen leiblichen Vater nicht einmal namentlich kennt. Das Leben mit der Mutter und seinem kauzigen Großvater ist nicht die Erfüllung für ihn, man könnte sagen, er muss sich und seinen Weg erst noch finden.
Lampy und seine Probleme wirkten auf mich banaler im Vergleich zur Vorgeschichte. Dennoch handelt sie von einem Menschen, der innerlich leidet, und das ist augenscheinlich die einzige Verbindung zur ersten Geschichte.

John bildet den letzten Part. Er war mir am unsympathischsten, da er skrupellos andere Menschen ausbeutet, ohne Rücksicht auf deren Gefühle. In jungen Jahren erlitt er zwar selbst einen derben Schicksalsschlag, doch entschuldbar war sein weiteres handeln deshalb für mich keineswegs.
Johns Erlebnisse haben mich eher brüskiert als betrübt, doch auch hier sehen wir wieder jemanden der mit seinem Leben auf seine Weise überfordert ist.

Die Zusammenführung dieser drei Schicksale, die auf ihre Art alle einen Grund haben mit dem Leben zu hadern, war das Herzstück dieses Buches. Das Ende verwebt , verbindet diese drei Leben auf interessante Weise und überraschte mich durch und durch.
Die Erlebnisse der Charaktere konnten mich nicht alle gleichermaßen überzeugen. Die erste war für mich definitiv die emotionalste. Doch auch die anderen beiden sind gut, und sie sind ja auch nötig um diesen Roman zu dem zu machen, was er ist.
Dieser Roman von Donal Ryan hat mir sehr gut gefallen, er ist sprachlich viel gewaltiger als der andere mir bekannte Roman von ihm.
Die Ungeduld, die ich beim lesen hatte, ich wollte endlich verstehen warum der Autor uns die drei Personen vorgestellt hat, wurde belohnt. Ohne das gekonnte Ende würde ich das gelesene eher als Durchschnitt bezeichnen. Doch der Roman ist eher das Gegenteil, er kommt auf leisen Sohlen daher um am Ende zu glänzen.
Absolute Leseempfehlung!

 

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