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Rezension Rezension (4/5*) zu Die Frauen von Ballycastle von Sandra Binder.

Dieses Thema im Forum "Liebesromane" wurde erstellt von Mikka Liest, 15. Mai 2018.

  1. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2015
    Beiträge:
    352
    Zustimmungen:
    57
    Familiengeheimnis, Buchhändlerfehde und Liebesgeschichte

    Dieser Roman ist nicht nur was fürs Herz, sondern einfach maßgeschneidert für Vielleserinnen

    Fina Ramsay ist eine Heldin, mit der man als Bücherwurm nur mitfiebern kann.

    Bücher sind ihr ein und alles, die eigene Buchhandlung war seit jeher ihr Lebenstraum. Man kann ihren Zorn und ihre Verzweiflung daher nur allzu gut verstehen, als die Kunden reihenweise abwandern in den lieblosen ‘Buch-Supermarkt’ schräg gegenüber.

    Aber sie hat nicht vor, sich kampflos geschlagen zu geben, und so schreibt sie dem Filialleiter Liam McClary eine gepfefferte Email nach der anderen, auf die er mit gelassenem Amüsement reagiert – was sie erst recht auf die Palme bringt. Und so witzig das oft ist, desto traurig ist der Grund für den herrlichen Schlagabtausch.

    Leider ist es im echten Leben ja oft so, dass die inhabergeführte Kleinbuchhandlung einfach nicht mithalten kann mit den großen Ketten, die zehnmal so viele Bücher vorrätig haben können.

    An dieser Stelle ein Appell: gebt kleinen Buchhandlungen eine Chance!

    Jedenfalls ist Fina eine großartige Heldin: eine starke Frau, die für ihren Traum kämpft, die aber auch Schwächen hat, die sie menschlich und glaubhaft machen. Die größte davon ist sicher, dass sie sich gemütlich eingerichtet hat in ihrem Leben und weder Spontanität noch Abenteuer in irgendeiner Form zulässt. Außerdem fällt sie manchmal sehr schnell Urteile und lässt dann verbohrt lange nicht davon ab!

    Auch ihr Gegenspieler Liam ist ein wunderbarer Charakter, der natürlich nicht vollends Finas Feindbild entspricht. In manchem hat sie allerdings recht: ihm fehlen Finas Herzblut und ihre Leidenschaft für die Literatur. Gerade deswegen sind die beiden aber sehr interessante Protagonisten, die sich gegenseitig dazu bringen, eine große persönliche Entwicklung durchzumachen.

    Es geht jedoch nicht nur um den Kleinkrieg zwischen Fina Ramsay und Liam McClary.
    Die Geschichte nimmt Fahrt auf und wird spannend, als Fina in den Sachen ihrer Alzheimer-geplagten Großmutter einen rätselhaften, unvollständigen Brief findet. Klar ist nur, es muss ein Geheimnis geben, das die Familien Ramsay und McClary miteinander verbindet – ausgerechnet. 1970 ist in Nordirland irgendetwas passiert, und Fina ist sich sicher: das muss der Grund sein, warum ihre Großmutter immer so unglücklich wirkte…

    Fina fasst den Entschluss, das Geheimnis aufzudecken, um ihrer Großmutter für ihren Lebensabend möglicherweise noch etwas Glück zu schenken.

    Die Beziehung zwischen Großmutter und Enkelin ist so herzerwärmend wie tragisch, denn immer öfter erkennt die alte Frau Fina gar nicht mehr. Die Autorin nimmt sich des Themas Alzheimer mit viel Feingefühl an, und so gesellt sich zu Spannung (und später Romantik) auch ein gewisser Tiefgang.

    Apropos Romantik: die Liebesgeschichte fand ich sogar als bekennender Romantikmuffel richtig schön.

    Gerade durch die Mischung zwischen Spannung, Humor und ernsten Themen wird es in meinen Augen nie zu kitschig. Überhaupt fand ich den Schreibstil sehr angenehm, locker-flockig und flüssig zu lesen, dabei aber nicht platt oder klischeehaft.

    Sehr interessant und spannend fand ich auch die Einblicke in das Leben in Irland zu Beginn der ‘Troubles’, der gewalttätigen Konflikte des großen Nordirlandkonflikts. (Am Ende des Buches findet man dazu noch weitere Informationen!)
    Auch dieser Hintergrund trägt zum Tiefgang der Geschichte bei und rundet die Liebes- und Familiengeschichte ab.

    FAZIT
    Was als witzige Fehde zwischen zwei Buchhändlern beginnt (Fina: Inhaberin einer unabhängigen Buchhandlung, Liam: Filialleiter einer großen Kette), stellt sich schnell als Geschichte eines Familiengeheimnisses heraus, das zurückführt ins Jahr 1970 in Nordirland – und damit die eskalierende Gewalt des Nordirlandkonflikts.

    Trotz des zeitgeschichtlichen Hintergrunds und anderer ernster Themen wie Alzheimer ist “Die Frauen von Ballycastle” auch ein echtes Wohlfühlbuch mit einer schönen Liebesgeschichte.

     
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