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Rezension Rezension (4/5*) zu Die Frau im hellblauen Kleid: Roman von Beate Maxian.

Dieses Thema im Forum "Liebesromane" wurde erstellt von Bibliomarie, 10. November 2017.

  1. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

    Registriert seit:
    10. September 2015
    Beiträge:
    280
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    101
    Das hellblaue Kleid

    Die Frau im hellblauen Kleid ist die junge Käthe Schlögel, die in Wien gern beim Theater vorsprechen möchte. Das Kleid hat ihre Freundin geschneidert, denn die Eltern, gottesfürchtige, einfache Gemüsehändler, dürfen von ihren Plänen noch nichts erfahren. Käthe bekommt eine kleine Rolle und ihr Talent und ihre Natürlichkeit machen sie bald zum Liebling des Wiener Publikums. Ihr Erfolg setzt sich fort, eine Hauptrolle in Prag, dann der Ruf nach Berlin. Käthe wird die Erste der berühmten Schauspielerdynastie, ihre Tochter Marianne begründet den Ruf der starken Altmann-Frauen.
    Nun möchte Vera Altmann – als Schauspielerin nicht annähernd so erfolgreich wie Mutter und Großmutter – die Geschichte der Familie als Dokumentation verfilmen. Die vierte Altmann, ihre junge Tochter Sophie wartet schon auf die Titelrolle. Aber sie hat nicht mit den Geheimnissen gerechnet, die Käthe und Marianne gehütet haben.
    Bislang war mir Beate Maxian als Krimiautorin bekannt und ich war sehr gespannt auf diesen Generationenroman. Sie lässt in sehr authentischen Beschreibungen die Vorkriegszeit in Wien und Prag aufleben, aber auch schon die leise heraufdämmernde Bedrohung durch die neue Partei. Die NS Zeit in Berlin, als Käthe für UFA einen Film nach dem anderen drehte, um sich und ihre Familie aus der Schusslinie zu bringen ist ein spannender Abschnitt des Buches. Hans Bleck, ein eifriger Nazi wird zu ihrem Widersacher, denn er weiß, dass Käthes Mann und Schwager im Widerstand sind. Während des Lesens kamen mir immer wieder die Filme aus dieser Zeit in den Sinn. Wenn ein Buch Kopfkino auslösen kann, dann diese Geschichte. Wobei die jüngste Altmann wohl nur als Figur geschaffen wurde, um auch jüngere Leser anzusprechen, fiel dieser Handlungsstrang eher etwas ab.
    Der Roman ist unterhaltsam und die geschichtlichen Rückblenden haben mir gut gefallen. Ich hatte immer das Gefühl, hier wurde sehr gut recherchiert und dadurch ein lebendiges Zeitbild geschaffen. Auch wenn es sicher keine echten Vorbilder für die Altmann-Frauen gibt, hatte ich immer wieder die gleichen Schauspielerinnen vor meinem Auge. Für mich: ein gelungenes Frauenbuch mit Spannung und Anspruch.



     
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