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Rezension Rezension (4/5*) zu Die Einsamkeit der Seevögel: Roman von Gøhril Gabrielsen.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von Literaturhexle, 19. Oktober 2019.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Einsam gefangen zwischen Vergangenheit und Gegenwart


    Eine junge Wissenschaftlerin reist an den nördlichsten Zipfel Norwegens, um Ergebnisse für ihre Forschungsarbeit zu sammeln, die Zusammenhänge zwischen dem Klimawandel und dem Rückgang der Seevögel beweisen soll.

    Ihre kleine Tochter hat sie bei ihrem Ex-Mann zurückgelassen. Eigentlich war vorgesehen, dass ihr neuer Freund Jo mit in den hohen Norden kommt. Er vertröstet sie aber von Mal zu Mal, weil er für sein Kind da sein will.

    Die Ich-Erzählerin ist einsam, teilweise auch Gefahren ausgesetzt, denn die kalte Umwelt ist nicht berechenbar. Sie lässt ihre Beziehungen Revue passieren. Zudem lässt sie die Geschichte des ehemaligen Örtchens nicht los, an dem ihre Forschungsstation liegt. Hier soll 1871 ein Haus abgebrannt sein, in dem ein Junge umkam. Ihre eigenen Ängste verschwimmen mit den Figuren von einst, was etwas Mythisches und Surreales hat...

    Da liegt meines Erachtens auch der Schwachpunkt: die Gefühle dieser (fiktiven) Personen bekommen viel Raum. Das mag den Parallelen zum eigenen Leben der Protagonistin geschuldet sein, oder auch ihrem "Lagerkoller": wenn man den ganzen Tag mit sich allein ist und kaum Kontakte hat, können die Gedanken offenbar eine eigene Dynamik entwickeln.
    Bedrohung geht zudem von ihrem Ex-Mann aus, einem Mann, der sie nicht ohne weiteres frei geben will. Hier bekommt der Roman auch Thriller-Elemente.

    Die Sprache und die Beschreibungen der Natur sind beeindruckend, ebenso die Zusammenhänge, die die Ich-Erzählerin zwischen den faszinierenden Naturgewalten und ihrem eigenen Leben sieht. Das Buch hat durchaus Sogwirkung, allerdings blieb mir die spannende persönliche Verstrickung der Protagonistin etwas unterrepräsentiert. Hier hätte ich gern noch mehr insbesondere über die beiden Männer in ihrem Leben erfahren. Doch für andere Leser mag gerade in der Knappheit und den Andeutungen die besondere Würze liegen.

    Ein empfehlenswertes Buch für kalte Herbst-und Wintertage.



     
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