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Rezension Rezension (4/5*) zu Die Apfelprinzessin (Die Grimm Chroniken 1) von Maya Shepherd.

Dieses Thema im Forum "Fantasy & Phantastik" wurde erstellt von parden, 31. März 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Solider Reihenauftakt...

    Dieses Buch beginnt nicht mit ES WAR EINMAL, denn auf diese Weise fangen all die Lügen an, die Wilhelm und Jacob in die Welt gesetzt haben. Dies ist kein Märchen, sondern eine wahre Geschichte. Es heißt, die Bösen werden bestraft und die Guten leben glücklich bis ans Ende ihrer Tage. Das Leben ist aber nicht schwarz-weiß und gewiss nicht glücklich. Rot ist die Farbe, die über das Schicksal bestimmen wird. Die Lüge ist oft nicht von der Wahrheit zu unterscheiden, am wenigsten, wenn die Wahrheit zu schrecklich ist, um sie glauben zu wollen.

    Aus dem Klappentext wird schon ersichtlich, dass es sich bei diesem Hörbuch um eine Märchenadaption handelt. Doch es ist nur der Auftakt zu einer Reihe, und monatlich soll eine weitere Folge erscheinen. Mit 2 Stunden und 38 Minuten ist die Folge auch nicht sehr lang, so dass der Hörer sich darauf gefasst machen muss, hier wirklich nur einen Einstieg in die Reihe zu bekommen.

    Die Geschichte wird zweigleisig erzählt - ein Handlungsstrang beginnt in der Gegenwart in Berlin, der andere im 16. Jahrhundert in Königswinter im Siebengebirge. In der Gegenwart begegnet der Hörer dem 16jährigen Will, der nichts so sehr hasst wie die Freitage. Während andere sich auf ein schulfreies Wochenende freuen, besucht er jeden Freitag seinen Vater in der Psychiatrie. Für Wills Vater sind alle Märchen wahr, die Realität existiert für ihn kaum. Schwer auszuhalten für Will, der als Halbwaise - seine Mutter starb bei seiner Geburt - seit frühester Kindheit im Waisenhaus aufwächst. Zum Glück hat er dort Freunde gefunden: Maggy und ihren Bruder Joe.

    Der andere Handlungsstrang spielt nicht nur in einem früheren Jahrhundert, sondern auch in einer anderen Realität - der Ebene der Märchen. Die Ich-Erzählerin dabei ist Mary, die Apfelprinzessin, und der staunende Hörer erfährt nicht nur etwas von Blutäpfeln und einer großen Liebe, sondern in Andeutungen auch die Wahrheit über Schneewittchen - und die böse Stiefmutter. Schneewittchen scheint ein wahres Monster zu sein, und just steht das Ende ihres hundertjährigen Schlafes bevor. Mit Folgen, die grausamer nicht sein könnten. Es sei denn...

    Will erhält einen mysteriösen Brief. Von der Apfelprinzessin. Und obwohl er dies für einen ausgemachten Humbug hält - übrigens sehr glaubwürdig geschildert - beschließen er und seine Freunde, der Sache auf den Grund zu gehen. Doch es gibt nur einen Weg voran - und keinen mehr zurück. Und auch wenn Maggy bisher die einzige ist, die sich vorstellen kann, dass die Märchenwelt real sein könnte, kommen die Jungen nicht umhin zu bemerken, dass die Vorkommnisse alle höchst merkwürdig sind. Doch noch haben sie Zweifel...

    In dieser Folge lernt der Hörer wesentliche Personen kennen, jedoch noch recht oberflächlich. In groben Zügen erfährt er, worum es hier überhaupt geht - doch bisher nur in Andeutungen. Noch haben sich die Ebenen nicht komplett verwoben, die Jugendlichen sind der Apfelprinzessin noch nicht begegnet, die Aufgabe noch unbekannt. Doch die Atmosphäre ist mit düsterer Spannung aufgeladen, die Neugierde des Hörers angeheizt.

    Auch wenn meine Erwartungen anfangs dahin gingen, dass ich hier eine komplexere Geschichte zu hören bekommen würde, bin ich nicht enttäuscht. Marlene Rauch liest die Hörfassung recht angenehm, und kurze Musikintervalle zwischen den Szenen unterstreichen die geheimnisvolle Stimmung. Noch sind mehr Fragezeichen im Kopf als Antworten, aber all dies bestärkt mich darin, nach der nächsten Folge Ausschau zu halten.

    Ein solider Reihenauftakt, der Lust auf mehr macht!


    © Parden

     
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