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Rezension Rezension (4/5*) zu Der Fluch des Erlkönigs von Carola Wolff.

Dieses Thema im Forum "Fantasy & Phantastik" wurde erstellt von parden, 20. Mai 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Bei dem Cover hätte ich kein Kinderbuch erwartet!

    Ein Wellness-Hotel in ein abgelegenes Waldgebiet zu setzen — für den Baulöwen Harry Kaiser ist dies Projekt das wichtigste seiner Karriere. Proteste von Naturschützern glaubt er niederbügeln zu können, und würde ihm jemand sagen, dass sein Vorhaben die Heimat eines Elfenvolkes zerstört, würde der Unternehmer dies als spinnert abtun. Eher zufällig gerät Harrys Sohn Finn zwischen die Fronten. Der junge Mann, ein begabter Zeichner, dessen künstlerische Neigungen so gar nicht den Vorstellungen des Vaters von einem Nachfolger entsprechen, hadert mit der familiären Situation, trauert um die tote Mutter, fühlt sich missachtet. Finn lernt die Öko-Aktivistin Tonia kennen und gerät in den Bann der Erlkönigin...

    Dieser Klappentext und das doch sehr gruselig gehaltene Cover haben mich nicht auf die Idee kommen lassen, dass es sich hierbei um ein Kinder-/Jugendbuch handeln könnte (Altersempfehlung des Verlages: 11-13 Jahre). Doch nach dem ersten Erstaunen las ich neugierig weiter und kam auch rasch in die Geschichte hinein.

    Der Leser begleitet in diesem Roman den Jungen Finn, den es in seinen Sommerferien an den A. der Welt verschlagen hat - in ein kleines Dorf an der polnischen Grenze, wo einfach nichts los ist. Das hat er seinem Vater und seinen ehrgeizigen Bauplänen zu verdanken. Ausgerechnet im Niemandsland will dieser ein riesiges Projekt umsetzen - ein Wellness-Hotel. Eigentlich interessiert sich Finn nicht für die Vorhaben seines Vaters - er ist viel zu beschäftigt damit, heimlich eine Bewerbungsmappe fertigzustellen für ein Kunststudium. Heimlich deswegen, weil sein Vater von dieser Idee gar nichts hält - der möchte nämlich, dass Finn einmal einen handfesten Beruf erlernt und Wirtschaft studiert.

    Doch im Dorf begegnet Finn Tonia und ein paar anderen Gegnern des Bauprojekts seines Vaters. Er belächelt deren Aktionen zwar zunächst, doch weil Tonia ihm irgendwie auch imponiert, steht Finn plötzlich zwischen den Fronten. Als er sich den Ort des Geschehens anschaut, entdeckt der Junge, dass ein ganzer Wald dem Bauvorhaben seines Vaters weichen müsste - und dagegen haben offensichtlich nicht nur Tonia und die anderen Aktivisten etwas. Etwas Unheimliches ist da im Wald, dort, wo der Erlkönig begraben liegt...

    Einen spannenden Fantasyroman hat Carola Wolff da geschrieben, der die reale Welt mit der der Mythen, Legenden und Sagen gekonnt verknüpft. Der Erlkönig spielt hier tatsächlich immer wieder eine Rolle, und auch der Verfasser des allseits bekannten Gedichts ("Wer reitet so spät durch Nacht und Wind..."), Johann Wolfgang von Goethe, wird hier mehr als einmal erwähnt.

    Zwei Kriterien störten mich hier ein wenig. Das sind zum einen die doch recht klischeehaft gestrickten Charaktere, die wenig Überraschendes boten. Und das ist zum anderen das enorme Tempo, in dem die Handlung vorangetrieben wird. Hier hätte ich mir mehr Zeit und Raum gewünscht, zumal die Reaktionen Finns so für mich an manchen Stellen recht sprunghaft und überzogen wirkten.

    Ansonsten gefiel mir die Umsetzung der originellen Idee aber wirklich gut, und ich denke, dass vor allem Kinder/Jugendliche in der genannten Altersklasse - also Fantasy-Anfänger - hier voll auf ihre Kosten kommen können. Der Text las sich flüssig und angenehm, und die Aufmachung des Buches kann man einfach nur als liebevoll bezeichnen. Das Cover ist ein besonderer Hingucker, die Seitenschnitte sind in Dunkelblau gehalten, und ein Lesebändchen fehlt hier auch nicht. Alles in allem also ein tolles Gesamtpaket, das ich mir auch als Geschenk gut vorstellen kann.

    Für mich eine schöne Entdeckung!


    © Parden

     
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