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Rezension Rezension (4/5*) zu Das Spätzle-Syndikat: Schwabenkrimi von Franz Hafermeyer.

Dieses Thema im Forum "Krimis & Thriller" wurde erstellt von ElisabethBulitta, 22. April 2019.

  1. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    8. November 2018
    Beiträge:
    623
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    Das Geheimnis um den Wäschemann

    Zum zweiten Mal ermittelt das ungleiche Duo Elsa Dorn und Sven Schäfer in Franz Hafermeyers „Das Spätzle-Syndikat“. Dieser Schwaben- und Augsburgkrimi ist im Januar 2017 bei Bastei Lübbe erschienen und umfasst 400 Seiten.
    Elsa und Sven bilden ein ungleiches Duo: sie Kriminalkommissarin und bedacht darauf, sich an die Ermittlungsregeln zu halten, er ein Ex-Polizist und Privatdetektiv, der gerne einmal mit dem Kopf durch die Wand will und auf unkonventionelle Methoden zurückgreift.
    Elsa ermittelt in ihrem aktuellen Fall: Der „Wäschemann“ versetzt die Augsburger Damenwelt in Unruhe und bemächtigt sich ihrer schönsten Dessous. Als dann auch noch ein Spitzen-BH als Mordwaffe dient, mischt sich Sven Schäfer ein. Gemeinsam machen sich die beiden auf die Suche nach dem Mörder und stoßen dabei auf Ungeheuerliches …
    Obwohl es sich bei diesem Krimi um den zweiten Band einer Reihe handelt und ich den ersten Band nicht kannte, fiel es mir leicht, mich in den Roman hineinzufinden. Franz Hafermeyer gelingt es gekonnt, alle benötigten Informationen in den aktuellen Fall einzuflechten, sodass man als Leser/in von Anfang an das Gefühl hat, die Beteiligten gut zu kennen.
    Anfangs hat es ein wenig gebraucht, bis ich von dem Geschehen gefesselt war, die Mordermittlungen an sich sind dann aber von so vielen unvorhersehbaren Wendungen begleitet, dass die Lektüre sich zu einem rasanten Lesevergnügen entwickelt, in dem man vor Überraschungen nicht gefeit ist. Am Ende wird der Fall logisch nachvollziehbar aufgeklärt und das fulminante Finale sorgt noch einmal für Nervenkitzel.
    Nicht so viel anfangen konnte ich indes mit dem Ausflug in die Augsburger Swingerwelt, auch der Humor an diesen Stellen hat mir persönlich nicht so gut gefallen, weshalb ich mich stellenweise schon durch den Roman „quälen“ musste.
    Wettgemacht wurde dieses jedoch durch die wirklich liebevolle Gestaltung der beiden Protagonist/innen: Gerade Sven Schäfer ist mir durch seine unkonventionelle, teils chaotische Art und seine immer etwas unangebrachten und teils „naiven“ Bemerkungen richtig ans Herz gewachsen. Aber auch Elsa ist aufgrund ihrer privaten und beruflichen Probleme eine Frau, die auf überspitzte Art und Weise dann doch wieder irgendwie „alltäglich“ erscheint und zur Identifikation einlädt; eine Frau, in der sich wohl jede Leserin auch ein Stückchen wiederfinden dürfte.
    Wie es sich für einen Regionalkrimi gehört, erhalten Leserinnen und Leser beim Lesen gleichsam eine kostenlose Stadtführung durch die Fuggerstadt; sprachlich hätte mir allerdings noch ein bisschen mehr Lokalkolorit gut gefallen.
    Das Cover zeigt einen Spitzen-BH, der auf einem Hirschgeweih über einem Teller Spätzle hängt, und mutet schon humoristisch an, passt also sehr gut zum Buch. Gegen Ende des Romans wird auch der Romantitel klar, wird Spätzle hier doch durchaus doppeldeutig interpretiert.
    Insgesamt handelt es sich beim „Spätzle-Syndikat“ um einen humorvollen Krimi, der mich selbst nicht 100%-ig überzeugen konnte, den ich aber Freund/innen „komischer“ Krimis durchaus weiterempfehlen kann, ist Humor doch letztlich immer sehr vom persönlichen Geschmack abhängig. Von mir gibt es dreieinhalb von fünf Punkten.


     
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