Rezension (4/5*) zu Das schwarze Band von Alex Beer

ThomasWien

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19. März 2021
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Wien
Buchinformationen und Rezensionen zu Das schwarze Band von Alex Beer
lesenswert, historisch

August Emmerich hat ein Problem. Sein unfreundliches, unbedachtes, sowie unkooperatives Verhalten der Obrigkeit gegenüber bringt ihn schnurstracks in eine Nachschulung in Sachen Benimm. Seinen aktuellen Fall, den Mord an zwei Mädchen, muss er wohl oder übel an seinen Assistenten Ferdinand Winter weitergeben. Jegliche Einmischung in den Fall, jegliches weitere Ungehorsam würde für August Emmerich die sofortige Versetzung in den Innendienst bedeuten.
Ferdinand Winter hingegen steht vor einer entscheidenden Zerreißprobe. Ist er wirklich schon so weit ohne seinen Chef, eigenständig einen Mörder zu jagen. Seine Ermittlungen führen ihn in die dunkelsten sowie kriminellsten Ecken von Wien, ganz ohne seinen für ihn verantwortlichen Chef.
Während Emmerich gemeinsam mit den anderen schwarzen Schafen an seinen Umgangsformen feilt, geschieht in der Kadettenschule, in der er interniert wurde, ein weiterer Mord. Bei den Nachforschungen muss Emmerich erneut die Regeln brechen.
Erschwerend kommt noch hinzu, dass sich das historische Wien aus dem Jahre 1921 mitten in einer Hitzewelle befindet. Wasser wird rationiert und der Asphalt verläuft auf den heißen Straßen. In dieser Hitze ist es schwer einen klaren Kopf zu bewahren.
Wie immer wurde die damalige Zeit hervorragend von Alex Beer skizziert. Historische Wiener Plätze, wie das Negerdörfl in Ottakring oder das Hameau in Hernals, in Verbindung mit authentischen, teils echten historischen Wienern, machen auch in diesem Buch extrem viel Spaß. Der ewige Kampf zwischen arroganten Schnöseln und dem Pöbel, setzt sich auch in diesem Band fort. Als politischen Background hat sich die Autorin für den Widerstand der Monarchisten entschieden. Nach Inkrafttreten der ersten Republik wollen die Monarchisten ihren Kaiser sowie ihre eigenen Titel als auch ihre Adelsprivilegien zurück.
Sehr positiv aufgefallen ist mir, dass gegenüber den vorherigen Büchern etwas weniger Wiener Dialekt verarbeitet wurde, dennoch hätte die eine oder andere Person etwas mehr Mundart nötig gehabt, um wirklich authentisch zu wirken.
Wie in den Bänden zuvor kommt es immer wieder zu humorvollen Szenen, die mich schmunzeln ließen.
Wieder ein lesenswerter Krimi von Alex Beer, den man allen Fans von historischen Romanen nur wärmstens empfehlen kann. Aus meiner Sicht ist Alex Beer aus diesem Genre nicht mehr wegzudenken. Ich warte schon sehnsüchtig auf Teil 5.



von: Polly Clark
von: Peter Glanninger
von: Ambrose Parry
 
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