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Rezension Rezension (4/5*) zu Aurafeuer von Andreas Suchanek.

Dieses Thema im Forum "Fantasy & Phantastik" wurde erstellt von Mikka Liest, 10. August 2017.

  1. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

    Registriert seit:
    14. Februar 2015
    Beiträge:
    270
    Zustimmungen:
    45
    Punkte für Erfolge:
    189
    Vielversprechender Start!

    Die Reihen, die der Verlag Greenlight Press herausgibt, erscheinen üblicherweise zunächst als 'Serial' – das heißt, jeden Monat kommt eine neue Folge als eBook heraus, das etwa 120 bis 150 Printseiten entspricht. In regelmäßigen Abständen veröffentlicht der Verlag außerdem Sammelbände, die jeweils drei Folgen in einem Hardcover zusammenfassen.

    Das erste eBook ist kostenlos zum Reinschnuppern erhältlich. Die weiteren eBooks sind für jeweils €2,49 auch sehr erschwinglich, während man für einen Hardcover-Sammelband €19,95 bezahlt. (Stand: 10. August 2017)

    Mir gefällt das Serial-Format sehr gut, denn die einzelnen Folgen sind ideal für den kleinen Lesehunger zwischendurch! Außerdem hat der Verlag etwas eingeführt, das in meinen Augen jede Buchreihe auf der Welt zum Standard machen sollte: jede Folge beginnt mit einem kurzen 'Was bisher geschah', so dass man immer wieder problemlos in die Geschichte hineinfindet.

    Die Welt, die Andreas Suchanek hier aufbaut, hat mich direkt in ihren Bann gezogen und erschien mir auch gut durchdacht: es gibt Magier und es gibt 'Nimags' (Nichtmagier), vor denen die Magie strengstens geheimgehalten wird. (Hey, der Name macht mehr Sinn als 'Muggle', oder?) Unter den Magiern herrscht aber keineswegs Friede, Freude, Eierkuchen, die Lichtkämpfer und die Schattenkrieger verfolgen nämlich jeweils ganz andere Ziele. Vor 166 Jahren habe sie sich mal zusammengetan, um einen Wall zu erschaffen, der die Welt der Magie vor den Nimags verbirgt – dass der aber die Magie jedes einzelnen Magiers schwächt, betrachten die Schattenkrieger rückwirkend als ganz üblen Dealbreaker.

    Das Magiesystem ist so einfach wie plausibel: jedem Magier wohnt magische Energie in Form eines 'Sigils' inne, und wenn ein Magier stirbt, sucht sich dieses Sigil einen neuen Träger. Es gibt Portale, mit denen man sich quer durch die ganze Welt teleportieren kann, es gibt Geheimbünde und Prophezeiungen und Unsterbliche... Dabei baut der Autor viele liebevolle Details ein, und das nicht nur spannend, sondern auch mit viel Humor. Originell fand ich zum Beispiel, dass die Lichtkämpfer von einem Rat angeführt werden, dem unter anderem Johanna von Orléans, Leonardo da Vinci und Albert Einstein angehören!

    Die Charaktere kann man auf den relativ wenigen Seiten der ersten Folge zwar noch nicht wirklich tiefgehend kennenlernen, aber sie zeigen meines Erachtens alle viel Potential. Allen voran Alexander Kent, ein frustrierter junger Mann aus einem miesen Milieu, der sich von einer Minute auf die nächste unverhofft als Magier wiederfindet – und die Idee angesichts seiner bisher quasi nicht vorhandenen Zukunftsaussichten ziemlich cool findet. Er hat zwar seine Fehler und Schwächen, manchmal könnte man ihn schütteln, wenn er den Macho raushängen lässt – aber bei seiner Hintergrundgeschichte hätte ich auch keinen Ritter in strahlender Rüstung auf weißem Ross erwartet!

    Jennifer 'Jen' Danvers ist eine starke Frauenfigur, die bisher keine Anstalten zeigt, sich zum Prinzesschen in Nöten zu entwickeln, was für mich immer schon ein Pluspunkt ist! Definitiv eine Figur mit Ecken und Kanten, die dennoch sympathisch ist.

    Vieles an der Geschichte ist ziemlich typisch für Fantasy, wie zum Beispiel die Aufteilung der Magier in helle und dunkle Magie, aber den Verlauf der Handlung fand ich dennoch unterhaltsam. Denn was Andreas Suchanek auf dieser Grundlage schreibt, ist dann doch sein ganz eigenes Ding und kein 'Chroniken der Unterwelt 2.0' oder Ähnliches – oder zumindest erscheint es mir nach der ersten Folge so, und ich hoffe mal, dass es auch so bleiben wird!

    Der Schreibstil ist meist umgangssprachlich und locker und liest sich wunderbar runter. Manchmal kamen die ganz großen Emotionen bei mir jedoch nicht so recht an, aber ich bin gespannt, wie sich das in den Folgebänden entwickeln wird, wenn man die Charaktere besser kennt.

    Fazit:
    "Das Erbe der Macht" ist Urban Fantasy im 'Serial'-Format: jeden Monat erscheint eine Folge der Serie als eBook, und jedes eBook hat nur etwa 150 Seiten, kostet dafür aber auch nur €2,49 – bis auf diesen ersten Band, denn der ist kostenlos.

    "Aurafeuer" ist ein vielversprechender erster Band, der den Leser in Welt und Magiesystem einführt und ihm die wichtigsten Charaktere vorstellt. Bisher ist die Geschichte spannend und unterhaltsam, mit einer guten Prise Humor, und ich hoffe, dass sie ihr Potential in den weiteren Bänden noch weiter entfaltet. Ich würde es als sehr leichte, lockere Urban Fantasy bezeichnen – vielleicht nicht das Richtige für Lesende, die Fantasy a là Tolkien oder George RR Martin erwarten, sondern eher für Fans von Cassandra Clare, Jennifer Estep oder Rachel Vincent.


     
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