Rezension (4/5*) zu 24 gute Taten: Roman von Jenny Fagerlund

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
www.litterae-artesque.blogspot.de
Zurück ins Leben...

Zwei Jahre ist es her, dass Emma ihren Lebensgefährten Niklas bei einem Autounfall an Heiligabend verloren hat. Seitdem versteckt sie sich in ihrem kleinen Einrichtungs- und Geschenkeladen vor dem Leben. Tagsüber verkauft sie Teeservices und Geschirrtücher, nachts sitzt sie allein auf dem Dach ihres Hauses und blickt über Stockholm. Doch mit dem nahenden Fest der Liebe steht auch das Weihnachtsgeschäft vor der Tür. Und mit ihm ihre Schwester Magda, die alles dafür tun will, dass Emma ihren Laden, der kurz vor der Insolvenz steht, nicht verliert. Als Emma am Vorabend des ersten Dezembers einen alten Mann im Schneesturm nach Hause bringt, merkt sie, wie gut es ihr tut, anderen zu helfen. Sie fasst einen Entschluss: Sie wird 24 gute Taten vollbringen – eine an jedem Tag bis Heiligabend. Durch die Türchen ihres ganz persönlichen Adventskalenders schlüpft sie in die Leben ihrer Mitmenschen. Dabei findet Emma nicht nur neue Freunde, sondern schließlich auch sich selbst – und eine neue Liebe... (Klappentext)

Weihnachten vor zwei Jahren hat für Emma alles verändert. Bei einem Autounfall verlor sie ihren geliebten Niklas, und seither versinkt die Welt für sie im Dunkel. Sie funktioniert nur noch, meidet Bekannte, Freunde und Familie wo es nur geht und führt ihren kleinen Laden mehr recht als schlecht. Vor allem ihre Schwester Magda versucht immer wieder, Emma zurück ins Leben zu schubsen. Sie unterstützt sie nicht nur im Laden und unterbreitet einen Vorschlag nach dem anderen, um die drohende Insolvenz abzuwenden, sondern hat auch Ideen, um Emma wieder unterMenschen zu bringen.

"Such dir ein Hobby", ist ihr mantraartiges Credo, was Emma schließlich so sehr nervt, dass sie beschließt, sich selbst eine Betätigung zu suchen, um ihre Schwester endlich zum Schweigen zu bringen. Nachdem sie einen alten Mann durch den dicht fallenden Schnee sicher nach Hause gebracht hat, kommt ihr die Idee für einen ganz besonderen Adventskalender. Jeden Tag eine gute Tat - das ist ihr Vorhaben bis Weihnachten. Und peu à peu, fast unmerklich, wendet sich Emma wieder dem Leben zu...

Die Erzählung lässt sich Zeit für die Begegnungen, die Emma in der Vorweihnachtszeit macht, und um die verschiedenen Charaktere vorzustellen. Manche Passagen geraten dadurch für mein Empfinden etwas langatmig, was aber durch die atmosphärische, humorvolle und teilweise auch berührende Stimmung rasch wieder verziehen ist.

Ein schöner Roman für die Vorweihnachtszeit, der mit Flair und Gefühl daherkommt...


© Parden