Rezension Rezension (3/5*) zu Tödlicher Gruß (Hochspannung 1) von Vincent Voss.

parden

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13. April 2014
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Niederrhein
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Buchinformationen und Rezensionen zu Tödlicher Gruß (Hochspannung 1) von Vincent Voss
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Zwischenmahlzeit...

Armin Weidener ist es schon gruselig zumute, als er am Unfallort ankommt. Zwei Leichen sind dem jungen Mann bei seinem ersten Auftrag als Bestatter angekündigt worden, doch eine junge Frau kämpft noch ums Überleben. Schließlich sind es tatsächlich zwei Leichen, doch es bleibt ein ungutes Gefühl. Vor allem weil im Regen und in der Dunkelheit immer dasselbe Lied aus dem Kassettenrekorder des Unfallwagens schallt. Kopfschüttelnd und erleichtert verlässt Armin Weidener schließlich den Unfallort mit den beiden Leichen.
Zwanzig Jahre später ist Armin Weidener sehr erfahren in seinem Beruf und hat das Bestattungsunternehmen inzwischen von seinem Vater übernommen. Als aus der Kühlhalle eine Leiche verschwindet, glaubt Armin zunächst an einen Dummejungen-Streich. Doch schnell wird klar, dass dahinter etwas ganz anderes steckt. Wie in einem Alptraum gefangen, entdeckt Armin, dass er in eine Falle geraten ist. Und nicht nur er ist in Gefahr, sondern seine Familie ebenso. Wird er sie retten können?


\"Zorn ist meine Bestimmung, Rache die Berufung...\"


Dieser Plot klang für mich wahrlich spannend. Auch wenn ich bei knapp 100 Seiten etwas skeptisch war, ob sich da ein Fall wirklich zufriedenstellend abhandeln lassen könnte.
Und ich muss sagen: mein Bauchgefühl hat mich nicht getäuscht. Meiner Meinung nach hätte es dem Thriller gut getan, wenn er doch das übliche Format gehabt hätte. Eine gewisse Spannung will ich ihm gar nicht absprechen, aber die Figuren bleiben doch recht blass. Zwar gibt es die eine oder andere überraschende Wendung, und manche Situationen sind durch den Wechsel von Zeitraffermodus einerseits und der plötzlich intensiven Ausleuchtung einzelner Szenen andererseits wirklich drehbuchreif. Aber ich wünsche mir von einem Thriller einfach auch mehr zur Person und zum Motiv des Täters, als es solch ein Kurzformat leisten kann.

Neben der fehlenden Ausarbeitung der Charaktere und vor allem dem des Täters haben mich noch ein paar andere Dinge gestört. Sexuelle Einwürfe wirkten auf mich rein als Effekthascherei, manche Handlungsstränge verlaufen im Nichts, manche Szenen wirken nicht durchgehend glaubwürdig - und das Ende lässt mich etwas in der Luft hängen.

Dabei lässt sich der kurze Thriller durchaus flüssig lesen und vermag die Spannung zwischendurch aufzubauen. Insgesamt aber fand ich es nicht wirklich überzeugend. Schade.

Eine nette Kost für zwischendurch - mehr aber eben auch nicht.


© Parden

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