Rezension Rezension (3/5*) zu Schneekönig: Kriminalroman von Max Bronski.

Bibliomarie

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10. September 2015
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Gossec und der Weihnachtsabend

Gossec, der Münchner Tandler und Gelegenheitsermittler, hat einen Stand auf dem Münchner Christkindlmarkt ergattert. In den Abendstunden, wenn sein altbairischer Christbaumschmuck sich nicht mehr gegen die Konkurrenz von Glühwein und Bratwurst behaupten kann, stellt er seinen Stand der Münchner Obdachlosenhilfe zur Verfügung. Die führen dort die Weihnachtsgeschichte auf und sammeln Spenden. Der Wind pfeift kalt ums Rathauseck und aus dem Tee mit Rum wird allmählich Rum mit Tee. Kein Wunder, dass der Gossec spätabends heimwärts wankt und nichts mehr deutlich sieht.
Doch dann findet er sich wieder, in einem weißen Bett und als zwei Körper. Zwei, weil der eine gekrümmt und geschunden im Bett liegt und der andere unter der Decke schwebt und der scheint auch das Denken und Handeln übernommen zu haben.
Gossec findet sich wieder in seinem Laden und wird Zeuge wie ein Nachbar ein Paar harsch abweist. Es ist eisig kalt, es schneit und die Frau scheint Hilfe zu brauchen. Er bittet sie in seinen Laden und richtet das Sofa her, keine Sekunde zu früh, denn die Frau bringt gleich darauf ein Kind zur Welt. Der herbei gerufene Arzt kann nur noch gratulieren. Mariella heißt die junge Mutter und Joschka, ihr älterer Partner und Beschützer, freuen sich über den kleinen Joshua.
Aber auf Gossec wartet noch anderes, das Gespenst der Gentrifizierung hat auch sein Mietshaus erreicht und ihm und den Nachbarn droht die Wohnungslosigkeit.
Der neue Gossec sprengt das Krimigenre. Nicht umsonst hat der Autor einen Spruch des Grafen Pocci, der für seine Marionettenspiele bekannt ist, seinem Buch vorangestellt. Lese ich es jetzt als Alptraum während einer Nahtoderfahrung oder ist er noch einmal davongekommen und räumt auf? Ist vielleicht eine Weihnachtsgeschichte, mit der wunderbaren Geburt in einem Stall – der Trödelladen von Gossec kommt dem schon sehr nah – ich bin mir nicht schlüssig und bin auch mit diesem Buch nicht ganz zurechtgekommen.
Ich mag ja die Krimis des Autors sehr gern, ebenso wie die Figur des Gossec . Deshalb habe ich es weniger als Krimi, denn als abgedrehte Weihnachtsgeschichte gelesen.




 

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