Rezension Rezension (3/5*) zu Marillen & Sauerkraut von Harald Jöllinger.

ulrikerabe

Bekanntes Mitglied
14. August 2017
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5.032
49
Wien
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Süß, sauer, gallig

Von Außenseitern, Obdachlosen, Alkoholikern, Alten, Jungen, mitfühlenden Gelsen, wuchernden Gummibäumen, sensiblen Schusswaffen: süß wie die Marille, herb wie das vergorene Kraut.
Es ist ein Austriacum der besonderen Art. Schiache, Oide, Depperte, Harald Jöllinger lässt nichts aus. Vor allem betreibt er Imagepflege des ewig grantelnden misanthropischen Ostösterreichers. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, ist stets politisch inkorrekt. Seine Geschichten sind äußerst schwarz humorig, makaber, bitterböse, pointiert, bisweilen auch berührend. Von sinnhaft bist komplett sinnbefreit, nicht jede Geschichte hat sich mir erschlossen. Jöllinger spielt mit Texten, Worten, Motiven, wechselt mitten aus dem Leben gegriffen in völlig fantastische Szenarien. Nicht immer war ich sicher, was der Autor aussagen wollte.
Harald Jöllinger hat mit Marillen und Sauerkraut ein äußerst ungewöhnliches, unbequemes Debüt vorgelegt. Dass er quasi bei mir ums Eck lebt, habe ich an einigen Ecken und Enden wiedererkennen können. So überzeichnet seine Figuren auch sind, in jeder steckt ein bisschen etwas Bekanntes.


 
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