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Rezension Rezension (3/5*) zu Die Mauer: Roman von John Lanchester.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von ulrikerabe, 18. April 2019.

  1. ulrikerabe

    ulrikerabe Aktives Mitglied

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    14. August 2017
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    484
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    Wir gegen die Anderen

    Großbritannien, irgendwann in der Zukunft. Die gesamte Insel ist von einer Mauer umschlossen. Ein mächtiges Bollwerk, bewacht von den „Verteidigern“. Niemand darf in das Land kommen, es ist abgeschottet gegen die Anderen. Die Geschichte beginnt, als der junge Joseph Kavanagh seinen verpflichtenden Dienst auf der Mauer Antritt. Die Schichten sind lang und zäh, es dauert seine Zeit, bis Kavanagh sich in die Hierarchie einordnet und seinen Platz findet.

    „Es ist kalt auf der Mauer“

    Die Kälte ist das vorherrschende Thema dieses Buches. Für Kavanagh, für seine Kameraden, für die herrschende Macht, die die Verteidiger nach einem Angriff auf die Mauer am offenen Meer aussetzt. Und trotzdem lässt einen die Geschichte irgendwie kalt, lässt den ewigen Kampf „Wir gegen die Anderen“ wie am Beton der Mauer abprallen. Was ist denn überhaupt mit dem Land geschehen? Es gab den „Wandel“, kein punktuelles Ereignis, eher ein Prozess der Veränderung des Klimas, nicht nur des meteorologischen sondern auch des menschlichen. Hitze im Süden gegen Kälte und Fluten im Norden, Flüchtlingsbewegungen gegen Nationalismus. Die handelnden Personen bleiben aber allesamt flach, als ob sie durch die vielen Schichten ihrer kälteabwehrenden Kleidung nicht greifbar werden. Leiden sie gerade noch unter der kargen nackten Atmosphäre der Mauer, fahren sie plötzlich auf Campingurlaub und vergnügen sich. Selbst die Trainingseinsätze erinnern ein bisschen an Räuber und Gendarm Spiele. Die verhängte Strafe nach dem misslungen Einsatz mutet dafür unverhältnismäßig an. Was auch überhaupt nicht aus der Handlung hervorgeht ist, wer denn eigentlich diese „Anderen“ sind? Afrikanische Flüchtlinge, oder doch nur Franzosen. Rein geographisch liegt ja doch ein ganzer Kontinent zwischen Großbritannien und den Brennpunkten im Süden. Wenn die ummauerte Insel aber nur eine fiktive wäre, dann passt ja leider die Brexit Metapher nicht ganz so wie die Faust aufs Auge Irgendwie nahm mir das die Ernsthaftigkeit der Lektüre. Zuviel zusammengemischte Untergangsszenarien, um mich in irgendeiner Weise aufzurütteln.


     
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