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Rezension Rezension (3/5*) zu Der liebe Gott macht blau von Arto Paasilinna.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von parden, 3. Juni 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Nicht das stärkste Buch Arto Paasilinnas...

    Der liebe Gott hat die Nase gestrichen voll von den Menschen und all dem Unsinn, den sie verzapfen. Er braucht Abstand, ist schlichtweg urlaubsreif. Nur, wer soll ihn vertreten? Wer soll die ganze Verantwortung in der Zwischenzeit übernehmen? Der Heilige Petrus und Erzengel Gabriel winken dankend ab. Ihr Vorschlag: Warum nicht einem Menschenkind ein Jahr lang den Job aufs Auge drücken? Und so klopft Gabriel als Gesandter Gottes bei Kranführer Birger Ryynänen an. Ryynänen, ist zwar mit seiner Arbeit hoch oben in den Lüften zufrieden, findet das Leben ansonsten aber ziemlich langweilig. Er hatte deswegen bereits Stoßgebete gen Himmel gesandt. Der Jobwechsel, den ihm Gabriel da unterbreitet, kommt somit gerade recht. Also ab auf den Himmelsthron! Doch bald merkt Birger, dass Gottsein alles andere als nur Hochgefühle bereitet...

    Nachdem 'Der wunderbare Massenselbstmord' mir vor einiger Zeit wirklich gut gefallen hat, habe ich mich nun an ein weiteres Werk von Arto Paasilinna herangetraut. Die Idee dahinter klang skurril genug, um mich neugierig werden zu lassen, und Jürgen von der Lippe als Sprecher hat mich ja schon mehrfach überzeugt.

    Diesmal jedoch hielt sich meine Begeisterung etwas in Grenzen. Paasilinna hat es zwar geschafft, die Handlung nicht ins Lächerliche abgleiten zu lassen, doch gab es für mich nur wenig Überraschendes. Dass die Erschaffung des Menschen ein Fehler gewesen sein könnte, ist keine neue Erkenntnis, und dass Gott über all den Freveltaten der Menschheit in ein Burnout verfällt, nachvollziehbar.

    Die Neuerungen, die der Kranfahrer Birger Ryynänen in die himmlische Arbeit einführt, sind z.T. recht unterhaltsam, doch bleiben sie im Wesentlichen episodenhaft und zusammenhanglos. Bekannte fragwürdige Themen wie Krieg, Umweltzerstörung und Machtgeilheit werden hier aufgegriffen, doch erkennt auch Ryynänen, wie nervenaufreibend der Kampf mit dem Teufel (dem Menschen?) ist.

    Größtenteils wird der Himmel als ein riesiger Verwaltungsapparat dargestellt - und auch hier gibt es Wesen (Engel oder Heilige), die mit Ellbogenmentalität um ihren Posten kämpfen. Manches ist durchaus witzig, doch plätschert die Erzählung ohne großen Höhepunkt meist einfach vor sich hin. Da fand ich die Geschichte vom wunderbaren Massenselbstmord doch um einiges unterhaltsamer...

    Jürgen von der Lippe liest die 4 Stunden 51 Minuten lange Erzählung über große Strecken souverän, doch die finnischen Namen sind - vor allem wenn sie gehäuft auftreten - selbst für einen erfahrenen Sprecher eine nur schwer zu meisternde Herausforderung...

    Alles in allem eine ganz nette Unterhaltung, aber sicher nicht das stärkste Buch Arto Paasilinnas...


    © Parden

     
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