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Rezension Rezension (3/5*) zu Das Institut: Roman von Stephen King.

Dieses Thema im Forum "Gegenwartsliteratur" wurde erstellt von ulrikerabe, 1. Oktober 2019.

  1. ulrikerabe

    ulrikerabe Aktives Mitglied

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    Wer Geduld hat, den belohnt der Showdown

    Luke Ellis lebt mit seinen Eltern in einer ruhigen Vorortsiedlung von Minneapolis. Luke ist kein gewöhnlicher Junge sondern hochbegabt, schon mit seinen zwölf Jahren soll er an zwei renommierten Universitäten zugelassen werden. Doch dann werden Lukes Eltern in einer Nacht und Nebel Aktion von Eindringlingen ermordet und Luke betäubt entführt. Als Luke am nächsten Morgen aufwacht, befindet er sich in einem Zimmer, das zwar so aussieht wie seines, aber nicht sein Zuhause ist. Denn Luke befindet sich von nun an im Institut, einer Einrichtung, die telekinetisch und telepathisch veranlagte Kinder zu Experimenten einsetzt.
    Stephen King, der König des Grauens hat mit Das Institut nun seinen neuesten Wurf vorgelegt. Kinder mit speziellen Fähigkeiten gab es bei King immer wieder, den Feuerteufel Charlie, Carry, die Pubertistin des Grauens, der luzide Danny Torrance in Shining… Ich war gespannt, wie King sich diesem Thema erneut widmet. Kinder als Protagonisten einzusetzen ist jedenfalls ein sehr kluger Schachzug, denn so ist das Buch sicher auch für Jugendliche ein Anreiz zu lesen.
    Ich habe zwischen den späten 1980ern und bis zu den ersten Nullerjahren wohl so ziemlich alles, was King jemals geschrieben hat, verschlungen (Bis auf die Turmreihe, aber mit Fantasy habe ich mich noch nie anfreunden können). Das Institut ist nun das erste Buch von King, das ich nach dieser doch sehr langen Pause gelesen habe. Es war ein bisschen wie Heimkommen. Sprache, Erzählweise immer noch vertraute. Allein für Kings Ausschweifungen, die ich bei Shining oder ES (um nur zwei Beispiele zu nennen) so geschätzt habe, fehlt mir heute offensichtlich ein wenig die Geduld. Nicht gleich zu Anfang. Denn King beginnt das Buch interessanterweise mit einer ganz anderen Geschichte, nämlich wie der ehemalige Polizist Tim Jamieson in einem Südstaatenkaff als Nachtwächter zu arbeiten beginnt. Dieser Tim Jamieson wird noch im letzten Drittel des Buches eine bedeutsame Rolle in Lukes Geschichte bekommen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg. Ja, das Grauen im Institut, die physischen und psychischen Schmerzen der Kinder, die verächtliche Administration, das alles geht unter die Haut. Aber es zieht sich, ist redundant. Man fiebert mit Luke mit, kann er das Institutspersonal austricksen? Gelingt ihm die Flucht? Durchaus immer wieder spannend. Aber es zieht sich. Für mich wendete sich die Geschichte mit dem Zusammenführen der beiden Erzählstränge. Ab da hatte mich King wieder. Mit etwas Geduld wird man mit einem fulminanten Showdown belohnt und einem Epilog, der zu denken gibt.
    Überhaupt, und das rechne ich King hoch an, sind immer wieder unterschwellige Spitzen gegen die aktuelle politische Situation in den USA spürbar. Kleines Trivia am Rande: King wurde von Trump auf Twitter blockiert. Somit:Es lebe der King! Und hoffentlich noch viele Bücher!


     
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