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Rezension Rezension (2/5*) zu RED (Songlines) von Ann-Kathrin Karschnick.

Dieses Thema im Forum "Fantasy & Phantastik" wurde erstellt von parden, 18. Mai 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Beiträge:
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    Hier wurde Potential verschenkt!

    Laura arbeitet gerade in einem American Diner, als plötzlich eine rothaarige Frau durchdreht und Menschen umbringt. Zunächst hält sie es für einen Amoklauf, bis Hunter auftaucht und behauptet, dass ein sogenannter Tagträumer in ihr den augenscheinlichen Kontrollverlust verursacht hätte. Er behauptet, dass diese Tagträumer zur Armee des Teufels gehören und nur ein Ziel kennen: Das Chaos auf der Erde zu verbreiten. Laura und Hunter müssen aus dem Diner fliehen und geraten auf eine irrwitzige Reise. Dabei muss sich Laura immer wieder die Fragen stellen: Warum wurde sie anscheinend als einzige Rothaarige nicht von einem Tagträumer besetzt? Und was verbirgt Hunter vor ihr?

    Um mal mit dem Positiven anzufangen: Die Idee hinter der Geschichte ist interessant, und tatsächlich bietet Ann-Kathrin Karschnick mit einigen Aspekten etwas Neues, das dem Buch auch eine besondere Note verleiht. Doch damit hört es für mich leider auch schon auf, und nun kommen wir zu den großen Abers...

    Hier wird eben nicht nur Neues geboten, sondern vieles dürfte v.a. Serienjunkies aus TV und Kino bekannt vorkommen. Tatsächlich weist Laura, einer der Hauptcharaktere, ständig auf Parallelen der eigenen, zugegeben skurrilen, Erlebnisse zu der Serie xy oder dem Film soundso hin. Das kann man mögen, wenn man aber so wie ich nur wenig TV schaut und v.a. Serien kaum etwas abgewinnen kann, dann versteht man viele Anspielungen nicht und empfindet diese häufigen Hinweise als nichtssagend und langweilig.

    Abgesehen davon, dass viele Entwicklungen in dem Roman doch recht vorhersehbar sind - so auch das Ende -, wird hier alles sehr oberflächlich abgehandelt. Das Tempo ist rasant, teilweise gibt es immense Handlungssprünge, und nicht immer ist nachvollziebar, wie es plötzlich zu bestimmten Situationen kommt. Auch die Charaktere mit ihren Gedanken und Emotionen bleiben sehr an der Oberfläche und wirkten auf mich oft wenig authentisch. Selbst die Liebesgeschichte, die sich hier - vorhersehbar - anbahnt, schien mir nur zu existieren, weil sie zu dieser Art Geschichte einfach dazugehört. Die Gefühlswelt der Charaktere erschloss sich mir meist ebensowenig wie die Figuren selbst.

    Abgesehen von ein paar logischen Fehlern in der Handlung gibt es in dem Buch auch noch etliche vom Lektorat überlesene Fehler - so auch mehrfach Sprünge zwischen der personalen Erzählperspektive und der Ich-Form, so als hätte sich die Autorin nicht entscheiden können, welche Perspektive sie nun einnehmen wollte. Derlei Dinge stören mich beim Lesen schon sehr. Abgesehen davon erscheint der Schreibstil recht einfach, wodurch sich der Text zwar flüssig lesen lässt, mich zeitweise aber eher an einen Schüleraufsatz erinnerte.

    Auch wenn ich nicht mehr zur eigentlichen Zielgruppe dieses Buches gehören mag, lese ich zwischendurch durchaus gerne einmal etwas aus dem Fantasy-Bereich, und auch Jugendbücher finden immer wieder ihren Weg zu mir. Ich höre gerade beispielsweise den zweiten Band einer Jugend-Fantasy-Reihe und bin wieder sehr angetan davon. Hier jedoch fühlte ich mich größtenteils enttäuscht. Das wunderschön und augenfällig gestaltete Cover kann über die genannten Mängel nicht hinwegtäuschen.

    Hinzu kommt noch, dass ich im Verlauf der Leserunde erfahren habe, dass es einen Vorgänger-Band gibt, was bei der Bewerbung um dieses Buch nicht klar war. Und am Ende erfuhr ich noch, dass es auch noch einen weiteren Band geben wird - was bei dem offenen Schluss auch zwingend notwendig ist. Hätte ich diese Informationen im Vorfeld gehabt, hätte ich mich ehrlich gesagt gar nicht erst um dieses Buch beworben. Reihen nicht mit dem ersten Band zu beginnen, finde ich mehr als ärgerlich - auch wenn hier die Handlung selbst auch ohne die Einhaltung der Reihenfolge verständlich ist. Da passt es dann wohl, dass ich auch auf die Fortsetzung verzichten werde...

    Bei diesem Buch wurde tatsächlich viel von seinem eigentlichen Potential verschenkt. Da gab es in der Leserunde von den anderen Teilnehmern Alternativvorschläge zur Handlung, die mir allesamt mehr zusagten, als das Buch selbst. Schade.


    © Parden

     
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