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Rezension Rezension (2/5*) zu Ines und die grasgrüne Liebe von Greta Niels.

Dieses Thema im Forum "Liebesromane" wurde erstellt von parden, 24. Juni 2018.

  1. parden

    parden Forumlegende

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    Von der Hoffnung auf Glück...

    Ines hat eine quirlige Schwester, eine liebevolle, erwachsene Tochter und einen wortkargen Exmann. Außerdem hat sie einen Vogel. Einen chaotisch-kopflosen Kanarienvogel namens Hugo, der sich selbst und die Wohnungseinrichtung immer wieder in Schwierigkeiten bringt. Was in ihrem Leben allerdings schon lange fehlt, ist eine neue Liebe. Eines Nachts liegt Kanarienvogel Hugo leblos auf dem Teppich. In Panik rennt Ines morgens um drei Uhr mit ihm in die nächste Veterinär-Notaufnahme, wo Hugo auf wundersame Weise wieder erwacht. Und auch Ines’ Herz wird bei der Gelegenheit neues Leben eingehaucht: Mit ihr im Wartezimmer sitzt ein Mann mit Halbglatze und Hund – auf den ersten Blick gar nicht Ines’ Typ, aber auf den zweiten Blick kann sie seiner Charmeoffensive nicht lange widerstehen. Eine Achterbahnfahrt der Gefühle beginnt…

    Ein knalliges Cover, ein witziger Titel, ein vielversprechender Klappentext - das scheint doch genau der locker-leichte Sommerroman für zwischendurch zu sein, unterhaltsam, quirlig, spritzig? Ein wenig Gefühl, viel Humor und charmante Charaktere?

    Nun ja.


    "Was blieb also? Momente eines kleinen Glücks, einer Liebelei, die sich größer angefühlt hatte, als sie je gewesen war. Eine Singlefrau am Beginn ihrer Menopause, die in Torschlusspanik gegen den Torpfosten gerannt war." (S. 404)


    Der Hauptcharakter Ines ist im Grunde eine ganz sympathische Figur, mit Freundin, Exmann, Schwester, alter Tante, Tochter und deren Freund und einem einsamen Wellensittich namens Hugo. Mit fast 50 und als langjähriger Single fragt sich Ines schon manchmal, was sie noch vom Leben erwartet und schreckt durch solcherlei Gedanken aus ihrem Alltagstrott auf. Tatsächlich bahnen sich nur zu bald einige Veränderungen an - privat, beruflich und in Liebesdingen.

    Wie erwartet, kommt es im Verlauf zu etlichen Irrungen und Wirrungen, doch irgendwie plätschert das Geschehen ziemlich vor sich hin. Eine zweifelnde, zagende Ines, deren Midlife-Crisis-gebeutelte 'Vernunft-Stimme' oft die Oberhand zu behalten versucht, lässt hier häufig eher Grauschattierungen erscheinen denn das lebhafte Grasgrün, das der Titel verspricht. Andere Farben tauchen auf, durchaus, und ein Café wird mit dem hoffnungsvollen Namen 'Grasgrüne Liebe' betraut, doch Ines Leben dümpelt eher vor sich hin - und mit ihm der Leser.

    Das Buch lässt sich flüssig lesen, doch bieten die knapp 450 Seiten insgesamt zu wenig Überraschendes. Vieles erschien mir daher zu langgezogen, doch ausgerechnet am Schluss wird dem Leser noch eine Wendung um die Ohren gehauen, die mich zumindest mit Fragezeichen zurücklässt. Was war das denn?! Wenn ich schon einmal solch einen Roman lese, möchte ich diesen am Ende mit einem guten Gefühl schließen. Hier kam es mir so vor, als schielte ich schlussendlich zur Taube auf dem Dach und wurde mit dem Spatz in der Hand bedient. Was soll mir das Ende sagen?

    Etwas ratlos lässt mich der Roman also zurück, und ich bekam nicht den quirlig-spritzigen Lesespaß, den ich erwartet hatte. Ich wünsche Ines und ihren Lieben noch viele Farben in ihrem Leben - aber fehlen wird sie mir nicht. Schade...


    © Parden

     
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