Maxim Biller verabschiedet sich vom Literarischen Quartett

Helmut Pöll

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Knapp eineinhalb Jahre ist es her, dass das ZDF eine Neuauflage der legendären Literatursendung versucht hat. Maxim Biller, Christiane Westermann und
Moderator Volker Weidermann traten in die großen Fußstapfen des streitbaren Marcel Reich Ranicki. Jetzt hat Maxim Biller auf seiner Facebook-Seite seinen Ausstieg erklärt.
"Good bye, Literarisches Quartett und Berliner Ensemble", schrieb er da. Er wolle sich wieder mehr dem Schreiben widmen.

Das Literarische Quartett hatte seine Hochzeiten um die Jahrtausendwende. Unvergessen blieb die Sendung vom Juni 2000, in der Reich-Ranicki während der Besprechung des Buches Gefährliche Geliebte des Schriftstellers Haruki Murakami seiner Kollegin Löffler vorwarf
„Zweimal jährlich kommt ein Liebesroman und Sie sagen empört, das gehört gar nicht hierher. Ich weiß gar nicht, Sie halten die Liebe für etwas anstößig Unanständiges, aber die Weltliteratur befasst sich nun mal mit diesem Thema“.
Das führte zum Zerwürfnis zwischen Löffler und Reich-Ranicki.

An die Zuschauerzahlen aus den 1990er und 2000er Jahren konnte die Neuauflage nie anknüpfen. Sie hatte im Schnitt deutlich unter einer halben Million Zuseher.

Büchersendung: Maxim Biller verlässt das Literarische Quartett - WELT
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@Renie , @Mile , @Atalante , @Sassenach123 , @Tiram
 

Tiram

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Ich habe nur die ersten beiden Sendungen geguckt und wegen Biller dann aufgehört. Der war mir einfach zu arrogant und unsympathisch.
 

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Schade, schade. Zu Beginn habe ich die Sendung ja auch abgetan und als Biller-Show empfunden. Aber je mehr Folgen ich sah, je mehr hat mir gerade Biller gefallen. Nicht alle Provokationen fand ich gut, aber seine Analysen und Meinungen waren sehr interessant, da konnte man noch etwas lernen abseits vom "Gefällt mir-Gefällt mir nicht". Besonders gut fand ich, daß er auch die Feuilleton-Mainstream-Ware in Frage stellte, z.B. Unterleuten oder die Ferrante-Freundin.

Doch wer kommt nach? Ich werfe mal Daniela Stigl, Paul Jandl, Philip Tingler oder Thea Dorn in den Ring.;)
 

Helmut Pöll

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Thea Dorn wird Mitglied des Literarischen Quartetts. Das freut mich sehr!
Thea Dorn sagt mir leider gar nichts :(. Grundsätzlich bin ich mir nicht sicher, ob es gut ist wenn Autoren Bücher anderer Autoren vorstellen und besprechen. Da kann es schnell einen Interessenkonflikt geben, oder auch Neid. Bin aber gespannt..
 

Atalante

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Thea Dorn hat jahrelang "Literatur im Foyer" gemacht, zusammen mit Felicitas von Lovenberg. Als aus dieser sehr guten Literatursendung, in der mit ein oder zwei Autoren ausführlich diskutiert wurde, die Sendung "Lesenswert" wurde, hat Frau Dorn nach einigen Folgen die Sendung verlassen. Vielleicht weil hier mehr gespielt als diskutiert wurde?

Dazu ein Linkabwurf ;)
Lesenswert – Sehenswert?! » Atalantes Historien

Der Interessenkonflikt ist vorhanden, aber da viele Kritiker auch Autoren sind, auch Westerman und Weidermann, kann dies nicht berücksichtigt werden. Biller hat sich davon ja auch nicht bremsen lassen, zum Glück.
 

supportadmin

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29. Oktober 2013
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Jetzt steht fest welche Bücher bei der ersten Sendung mit Thea Dorn am 3. Mürz besprochen werden.
  • Julian Barnes: „Der Lärm der Zeit“ (Kiepenheuer & Witsch)
  • Chris Kraus: „I love Dick“ (Matthes & Seitz Berlin)
  • Martin Walser: „Statt etwas oder Der letzte Rank“ (Rowohlt)
  • Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“ (Hanser Berlin)
@Atalante , @Renie
 
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Essen
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Jetzt steht fest welche Bücher bei der ersten Sendung mit Thea Dorn am 3. Mürz besprochen werden.
  • Julian Barnes: „Der Lärm der Zeit“ (Kiepenheuer & Witsch)
  • Chris Kraus: „I love Dick“ (Matthes & Seitz Berlin)
  • Martin Walser: „Statt etwas oder Der letzte Rank“ (Rowohlt)
  • Hanya Yanagihara: „Ein wenig Leben“ (Hanser Berlin)
@Atalante , @Renie

"Ein wenig Leben" begegnet mir im Moment überall, so dass ich an mir den "Ferrante-Effekt" beobachte. "Meine geniale Freundin" habe ich auch nicht gelesen, weil mich der Hype abgeschreckt hat. Bei Hanya Yanagihara werde ich auch langsam misstrauisch.
 
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"Ein wenig Leben" begegnet mir im Moment überall, so dass ich an mir den "Ferrante-Effekt" beobachte. "Meine geniale Freundin" habe ich auch nicht gelesen, weil mich der Hype abgeschreckt hat. Bei Hanya Yanagihara werde ich auch langsam misstrauisch.

Geht mir auch so. Ganz abgesehen davon hat das Buch viel zu viele Seiten und ein fürchterliches Cover. Der Verlag hatte einigen Rezensenten eine Einsiedelei auf Zeit bezahlt, damit sie den Schinken lesen. Interessante Maßnahme!
 

Literaturhexle

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Geht mir auch so. Ganz abgesehen davon hat das Buch viel zu viele Seiten und ein fürchterliches Cover. Der Verlag hatte einigen Rezensenten eine Einsiedelei auf Zeit bezahlt, damit sie den Schinken lesen. Interessante Maßnahme!

Du hast mit dem hässlichen Cover völlig Recht: es ist abgrundtief hässlich und die Diskussion, ob das Bild nun Schmerz oder Lust ausdrückt, finde ich dabei nicht zielführend...
In einem Interview hörte ich aber, dass die Autorin auf der Fotografie bestanden habe.... Künstler halt

Mir gefiel das Buch dennoch sehr gut. Es ist handwerklich gut gemacht und interessant, allerdings mit einigen Schwachstellen.

Die Tatsache, dass ein Buch überall auftaucht, muss ja nicht zwangsweise heißen, dass es schlecht ist.
Habe auch eine kurze Rezension zum Buch verfertigt, den Link dazu kann ich aber leider nicht einfügen. Sorry.
 

Atalante

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Du hast mit dem hässlichen Cover völlig Recht: es ist abgrundtief hässlich und die Diskussion, ob das Bild nun Schmerz oder Lust ausdrückt, finde ich dabei nicht zielführend...
In einem Interview hörte ich aber, dass die Autorin auf der Fotografie bestanden habe.... Künstler halt

Es würde mich wundern, wenn die amerikanische Autorin, auf dieses deutsche Cover bestanden hätte, beim Original aber etwas ganz anderes gewählt hat.
 

Literaturhexle

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Da hast du völlig recht. Aber es war ein Interview mit Denis Scheck. Er hat das behauptet und sie hat gelächelt und genickt. Ich werde mal recherchieren und das Interview suchen.
Danke einstweilen!
 
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Atalante

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Ach ja, sie war bei Druckfrisch. Danke für den Hinweis, die Folge habe ich nicht gesehen.
Für mich war das Cover eigentlich ein perfektes Signal. Also möchte ich mich nicht weiter beschweren.;)