Literarisches Quartett - Neuauflage

Atalante

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Vor zwei Tagen ging es durch die Medien.

Da Wolfgang Herles sein Blaues Sofa nun endgültig verlässt, plant das ZDF ein neues Literaturformat. Vielleicht gar ein neues Literarisches Quartett, da ist sich die Presse nicht ganz einig. Uneins ist man sich auch über folgende kolportierte Neuigkeit, Harald Schmidt soll den MRR geben.

Wenn man mich fragen würde, wäre ich für folgende Idealbesetzung:

Thea Dorn, die zu Recht keine Lust mehr auf Lesenswert mit den albernen Kindergeburtstagseinlagen hatte.
Stefan Zweifel, der zu Recht keine Lust mehr auf die Methoden des Schweizer Fernsehns hatte.
Daniela Strigl, die " " " Österreichischen Rundfunks ".
Und Paul Jandl, weil er mir auch gut gefällt.

Jetzt seid ihr dran.
 

Helmut Pöll

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Dass Harald Schmid als Moderator für eine Literatursendung gehandelt wird, das habe ich auch schon gehört. Aber das passt meines Erachtens überhaupt nicht. Die meisten Leute verbinden ihn immer mit seiner "Harald Schmid Show" und dieses Image passt einfach nicht zu einer literarischen Sendung.

But only my 50 cent.
 

Atalante

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Dass Harald Schmid als Moderator für eine Literatursendung gehandelt wird, das habe ich auch schon gehört. Aber das passt meines Erachtens überhaupt nicht. Die meisten Leute verbinden ihn immer mit seiner "Harald Schmid Show" und dieses Image passt einfach nicht zu einer literarischen Sendung.

Ich würde da mal abwarten, Harald Schmidt kann auch anders, immerhin war er auf einigen Theaterbühnen zu sehen.

Ich bin gespannt. Schwierig wird es aber sicher, sich vom Schweizer Literaturclub abzugrenzen. Der gefällt mir immer noch am besten.
 

Helmut Pöll

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Ich würde da mal abwarten, Harald Schmidt kann auch anders, immerhin war er auf einigen Theaterbühnen zu sehen.
Er kann sicher anders. Ja, das mit dem Theaterengagement wusste ich, @Atalante . Manchmal ist eine Rolle aber so prägend, dass das Publikum gar nichts anderes mehr in einer Person sehen kann und auch eine ganz bestimmte Erwartung an diese Person hat. Mir fällt da spontan Käptn Kirk von der Enterprise ein. William Shatner hat auch nie in anderen Rollen Fuss fassen können. Erst 30 Jahre später, als alter Mann, hat er in der Komödie "Boston Legal" mitgespielt. Und da war er richtig gut ;). Wollte aber nicht unken...
 

Atalante

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"Die Welt" vom 28.5. hat einen schönen Artikel von Marc Reichwein zum Neuen Quartett.
[zitat]
Mit der jetzt bekannt gegebenen Besetzung werden die beiden erfolgreichsten Formate für Literatursendungen im Fernsehen in gewisser Weise fusionieren: Streitlust und Polemik, wie sie das "Quartett" in seinen besten Momenten verkörperte, trifft auf Bücherschwärmerei à la Heidenreich. Dass Weidermann und Westermann sie beherrschen, haben sie schon beide bewiesen.
Maxim Biller wiederum beherrscht die Kunst der Literaturdebatte.
[/zitat]
 

Helmut Pöll

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Vielen Dank für den Link, @Atalante Den Artikel habe ich heute auch entdeckt. Die Besetzung klingt ja nach der Beschreibung der ZEIT nicht gerade vielversprechend.

Die Gastgeberin von "Zimmer frei“, Christine Westermann, zusammen mit dem "Literaturkritiker der Generation Golf", Weidermann, und dazu noch Maxim Biller, der natürlich witzig sein kann, aber auch immer gut ist für den launigen Krawall zwischendurch.

Das Format von früher wird es vermutlich nicht haben, da fehlt einfach ein Kopf wie MRR.

Wenn es primär nur um die Quote geht hätte man als vierte Person auch noch Paris Hilton dazu nehmen können, als Expertin für das passende Leseoutfit ;).
 
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Atalante

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Mich würde ja interessieren, wer der erste Gast dieser bereits aufgezeichneten Sendung war. Werdet ihr schlau aus dem Foto, das in den entsrechenden Artikeln veröffentlicht wurde? Dort sieht man den weiblichen Gast im Hintergrund.
 

Atalante

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Hier ein Interview mit Volker Weidermann zum neuen Literarischen Quartett. Dass er Suter langweilig findet, beruhigt mich schon mal. Nichts gegen "Der letzte Weynfeldt", damit bin ich einmal sehr kurzweilig von Italien nach Deutschland gefahren, aber danach hat er doch zu oft von sich selbst abgeschrieben.
 

Tiram

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Ich habe mir die Sendung vom 2. Oktober angeschaut. Und konnte das ganz unvoreingenommen tun, da "Das literarische Quartett" damals an mir vorbeigegangen ist.

Ehrlich? Da gefiel mir Lesen mit Elke Heidenreich um Ellen besser.

Auch mir war der Gastgeber viel zu hektisch. Der Biller kam mir persönlich einfach nur arrogant rüber. Bei beiden habe ich das Gefühl gehabt, dass sie nicht nur ihre Meinung kundtaten, sondern die anderen auch von ihrer Meinung überzeugen wollten.
Die beiden Damen dagegen waren mir sehr sympathisch. Obwohl auch sie ja nicht viel Zeit hatten für die Vorstellung ihrer Bücher.

Von den Autoren kannte ich nur Knausgard (allerdings den ersten Teil seiner Serie). Aber da liege ich mit Frau Westermann auf einer Welle.

Für eine kleine Diskussionsrunde war die Zeit der Sendung auch viel zu kurz. Anderthalb Stunden müssten das mindestens sein.

http://www.zdf.de/das-literarische-quartett/das-literarische-quartett-40010428.html
 

Atalante

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Für mich war das kein Literarisches Quartett, sondern Die Biller-Show. Schwierig gegen so eine Persönlichkeit anzukommen und sie in eine Diskussion einzubinden. Dennoch hätte Weidermann trotz seines Paradiesvogelhabitus einschreiten können. So beispielsweise als Biller Juli Zeh mundtot machte. Aber nein, Weidermann erteilte das Wort an Westermann, Zeh erhielt keine Chance auszureden.
Das war in der kurzen Zeit sowieso nicht drin. Sieger war der, der am lautesten, unhöflichsten und mit dem meisten Testosteron alle Gesprächsregeln egoistisch durchbrach.
Auch beim alten Quartett gab es viele Zuschauer, die wegen des Krawalls einschalteten. Mittlerweile gibt es aber mindestens zwei deutschsprachige echte literarische Diskussionssendungen, auf die das ZDF einen Blick hätte werfen können. Zum einen das Quartett von Lesenswert und zum anderen, die in meinen Augen niveauvollste Sendungen dieser Art, der Literaturclub des Schweizer Fernsehens.

http://www.srf.ch/sendungen/literaturclub
 
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...und dazu noch Maxim Biller, der natürlich witzig sein kann, aber auch immer gut ist für den launigen Krawall zwischendurch.
Maxim Biller war für mich immer eine grenzwertige Besetzung für diese Sendung, da zu großes Ego und ein wenig zu sehr auf Krawall gebürstet. Klar, auch Marcel Reich Ranicki hatte ein großes Ego und war eitel, aber das hat er irgendwie immer in den Dienst der Sache gestellt. Am Ende des Tages ging es ihm streitbar primär immer um Bücher und darum, seine Meinung dazu in möglichst klaren Worten zu vermitteln. Dass ihm das eine Herzensangelegenheit war, so polemisch und launisch er sich dabei auch manchmal gab, hat man immer gespürt.

Maxim Biller geht es primär um das Gesamtkunstwerk Maxim Biller.
 
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Zwar immer noch besser als die vorletzte ZDF-Buchsendung mit Mangold und der blondgesträhnten Frau F., aber ich zweifele, daß ich mir die Sendung noch mal anschauen werde.
 

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Nun habe ich mir doch die neue Folge der Sendung angesehen und sie hat mir schon besser gefallen. Weidermann konnte Maxim Briller im Zaum halten. Wahrscheinlich war er mit ihm auf dem Hundeplatz. Frau März war rhetorisch und literarisch gerüstet, wie nicht anders zu erwarten. Frau Westermann wusste sich auch zu wehren und Weidermann hatte einen schönen Anzug an.
 
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Helmut Pöll

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Danke für den Link @Atalante . Ein sehr freundlich formulierter böser Artikel ;).
Im Grunde unterstellt der Artikel den Machern der Sendung nicht die wichtigsten literarischen Neuerscheinungen vorzustellen, sondern alte Seilschaften zu bedienen. Besprochen wird beispielsweise eine Autorin, die früher mal eine geschätzte Kollegin des Moderators war und über zwei Ecken landet man immer bei Kiepenheuer & Witsch. Das ist fast schon wieder lustig.

[zitat]die freundliche Empfehlerin Christine Westermann für argumentativ ausgerichtete Diskurse nicht geschaffen ist und Maxim Biller seine im Vorhinein festgelegte Rolle als Kettenhund unangenehm glaubhaft spielt.[/zitat]

[zitat]Dass es bisher um die wirklich wichtigen Bücher der Saison gegangen wäre, wird selbst der wohlwollendste Betrachter nicht behaupten wollen.[/zitat]
 

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