Intisars Auto - Pedro Riera / Nacho Casanova

Sakuko

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27. Juni 2016
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NRW

Intisars Auto handelt von dem Leben einer jungen Frau im Jemen. Episodisch erzählt sie von ihrem Alltag, ihrer Familie, ihrem Beruf, erzählt Geschichten oder wendet sich direkt an den westlichen Leser um ihm Fragen zu stellen.
Sie erzählt von einem Land, in dem Männer und Frauen praktisch komplett getrennte Leben führen, in dem Frauen, wie Kinder, von einem männlichen Familienangehörigen Erlaubnis für alles brauchen, aber auch von den Freiheiten, die junge Frauen sich schaffen. Von waghalsigen Wettfahrten gegen Männer, Frauenparties und das der Niqab nicht nur Unterdrückung sondern auch Freiheit bedeutet.

So sehr mir auch die Idee des Buches gefallen hat, letztendlich war ich nicht besonders gefesselt davon. Die Geschichten sind nach meinem Geschmack nicht besonders gut gezeichnet. Viele Frauen und Männer lassen sich nicht klar unterscheiden, der Zeichenstil ist einfach und eher grob gehalten. Ich fand auch besonders die Männer wirkten sehr stereotyp dargestellt.
Unter den Geschichten waren ein paar, die informativ, interessant oder Herz-erwärmend waren, aber auch viele, die keinen bestimmten Sinn zu haben schienen, mir weder lustig noch tiefgründig vorkamen, so dass ich mich fragte, wofür diese Geschichte jetzt überhaupt in dem Buch ist.

Alle Geschichten wurden dem Autor und seiner Frau wohl so von jemenitischen Frauen erzählt, sind also echte Erfahrungsberichte, aber ich fand letztendlich den reinen Text am Ende, der noch mal einiges über das Leben und die Hintergründe im Jemen erzählte, sowie auch neue politische Entwicklungen aufgriff, wesentlich interessanter als den Comic an sich.
Dort erzählte er auch noch von ein paar Anekdoten, die es nicht in das Buch geschafft haben, bei denen ich mir dann aber dachte, das ich lieber darüber gelesen hätte, als über einige der Geschichten, die tatsächlich abgebildet wurden.
 

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