Sakuko

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27. Juni 2016
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NRW
Noa wird in einen U-Bahn Unfall verwickelt. Vor dem Einsteigen hat sie noch eine Stimme aus dem Nichts gewarnt, und anscheinend nicht nur sie, und beim Aufprall wurde sie durch einen jungen Mann geschützt, der dadurch schwer verletzt wurde. Ob das ihr Schutzengel war?
Als sie nach dem jungen Mann sucht, gerät sie zwischen einen Konflikt und wird von Marlon, Emma und Corbin entführt. Dennoch verliebt sie sich in Marlon und schlägt sich somit auf die Seite seiner Sippe. Aber Marlon und Corbin haben nicht mehr viel Zeit und Noas "Schutzengel" ist auch im Gegenzug noch auf der Jagd nach ihnen.

Himmelsfern ist eigentlich ein sehr schönes Urban Fantasy Märchen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirklich tiefgreifend beschrieben. Bei Romanzen hat man ja oft das Problem, das die Charaktere aus sich selbst keine Interessen und Beschäftigungen haben, aber das ist hier nicht so. Man erfährt über Noas Hobbies, Familienprobleme und Freunde.

Auch die Geschichte fand ich gut, wenn sie auch etwas langsam voran geht. Bis zur Hälfte des Buches ist eigentlich nicht mal bestätigt, das es um Fantasy geht.
Problematisch fand ich auch das emotionale Karussell. Ich hatte oft das Gefühl, das Noa und Marlon immer wieder praktisch die gleichen Probleme miteinander haben, diese Ausdiskutieren und zeitweise lösen, nur das kurz darauf das gleiche Problem in etwas anderem Kontext wieder auftaucht und bearbeitet werden muss. Das fand ich zwar glaubhaft (erste Beziehung, und so) aber vom Leserstandpunkt trotzdem nervig und uninteressant.

Zudem habe ich Noas und Marlons Beziehung nie so recht verstanden. Ich meine warum die beiden sich zueinander hingezogen fühlen, obwohl es eine so schwierige Situation ist. Das wurde mir nicht wirklich klar.
Ich konnte Noas Emotionen generell sehr oft nicht nachvollziehen oder mit ihr mitfühlen, obwohl vieles von einem logischen Standpunkt durchaus sinnig war. Aber emotional hat dieses Buch leider einfach nicht geschafft, mich zu packen und mitzureißen. Und da das Buch praktisch nur auf großen Emotionen aufbaut, fühlte ich mich am Ende etwas enttäuscht.

Wie gesagt, die Geschichte fand ich eigentlich gut, aber bei den Emotionen fühlte ich mich immer außen vor. Ich kann nicht sagen, ob das an mir, oder dem Erzählstil liegt, aber das Buch war nicht das richtige für mich.