Heftige Kritik an Zusammenarbeit zwischen Barsortiment KNV und Amazon

Soll sich der Buchhandel für Bücher von Amazon Publishing öffnen?

  • Ja. es ist nicht Aufgabe des Buchhandels Bücher auszusortieren

    Stimmen: 4 66,7%
  • Nein. Früher oder später wird Amazon allen die Preise diktieren.

    Stimmen: 2 33,3%

  • Umfrageteilnehmer
    6
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Helmut Pöll

Moderator
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9. Dezember 2013
6.487
10.164
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München
Die Ankündigung des Buchgroßhändlers KNV dem stationären Buchhandel zukünftig auch bei Amazon Publishing verlegte Bücher anzubieten, hat zu heftigen Reaktionen in der Branche geführt.

Thalia-Chef Michael Busch fand deutliche Worte. Er befürchtet die weitere Ausbreitung des Onlineriesen.
[zitat]Wer diese Bücher jetzt bei KNV bestellt, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen[/zitat] so Busch gegenüber dem Buchbranchen-Portal http://boersenblatt.net

Falls der Buchhandel jetzt Amazon die Tore öffne sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern auch dem gesamten stationären Handel die Konditionen diktiere.

Ähnlich deutliche Worte fanden die Vorstände der buchhändlerischen Genossenschaft eBuch.

"Das ist die dümmste Idee, auf die KNV bislang gekommen ist, denn so öffnet man dem zukünftigen Monopolisten Tür und Tor", heißt es in einer Stellungnahme.

Unterdessen hat sich auch Oliver Voerster, der geschäftsführende Gesellschafter von KNV, zu Wort gemeldet. Er weist die Vorwürfe zurück.
[zitat]Seit unserer Unternehmensgründung 1829 zu Goethes Zeiten kommt es vor, dass wir von verschiedenen Seiten immer mal wieder dafür kritisiert werden, mit welchen Verlagen wir zusammenarbeiten und welche Titel wir führen und ausliefern. [/zitat]
Voerster betont, dass es nicht Aufgabe eines Barsortimenters sei, Buchtitel auszusortieren.

Barsortimente treten als Zwischenbuch- bzw. Buchgroßhändler auf, die vertraglich an sie gebundene Buchhandlungen auf eigene Rechnung und in eigenem Namen beliefern. Sie erhalten von den Verlagen einen Grosso-Rabatt und verkaufen an die Buchhändler zum üblichen Buchhandelsrabatt.

Amazon Publishing ist ein Verlag, der dem Amazon Konzern gehört. Die deutsche Tochter des Verlages bietet mittlerweile 800 Buchtitel an, die vom stationären Buchhandel bislang boykottiert wurden.

https://www.buchreport.de/2017/11/3...st-nicht-unsere-aufgabe-titel-auszusortieren/

Wie seht ihr das? Stimmt ab!
 

Mile

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15. März 2014
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www.andre-milewski.de
Immer die gleiche Leier. So langsam dürfte diese Platte doch gar keinen Rillen mehr haben … Fluch der Digitalisierung. ;)

Amazon Publishing ist halt ein Verlagshaus. Das jetzt zu boykottieren wäre unsinnig. Genauso, wie es Unsinn ist, dass der Untergang der Buchhändler bevorsteht, wenn sie diese Titel (die sicherlich auch zu teilen schon bei ihnen nachgefragt worden sind) in die Auslage nehmen.

Und irgendjemand jammert immer über die am Markt geltenden Konditionen. Da gab es auch schon lange vor Amazon Probleme zwischen Verlagen <-> Barsortimentern <-> Buchhandel.
 

Helmut Pöll

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Genauso, wie es Unsinn ist, dass der Untergang der Buchhändler bevorsteht, wenn sie diese Titel (die sicherlich auch zu teilen schon bei ihnen nachgefragt worden sind) in die Auslage nehmen.
Ich sehe das auch relativ entspannt. Buchhandlungen haben schon jetzt aus Platzgründen nur einen winzigen Bruchteil aller lieferbaren Bücher im Laden verfügbar und verständlicherweise möglichst die, die sich auch verkaufen und mit denen sie was verdienen. Wenn also ein Buch vn Amazon Publishing oft nachgefragt wird, warum sollten sie dann nicht das im Laden anbieten?
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Grundsätzlich bin ich auch dafür, dass die Verbraucher (hier Leser) entscheiden sollen, welches Buch sie kaufen möchten. Wenn Amazon den stationären Handel nutzt, werden sie dafür auch etwas von ihrer Handelsspanne abgeben müssen, sprich dafür bezahlen.
In anderen Bereichen sehe ich die Marktmacht von Amazon kritischer, aber auch das ist eher ein Bauchgefühl ;)
 
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Helmut Pöll

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Interessant finde ich auch, dass einige Gegner der Kooperation #amazon publishing , was ein richtiger Verlag mit Lektorat, Marketing etc. ist, in einen Topf mit Selfpublishing werfen.

Zudem bedeutet "Angebot" ja nicht, dass jetzt plötzlich die Buchhandlungen von Büchern aus dem Hause #amazon publishing überquellen. Wenn die Leser die Bücher nicht nachfragen, wird sie sich auch kein Buchhändler ins Regal stellen. Aber er könnte, wenn sie tatsächlich von den Lesern gewollt werden.
 

Joanna

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5. Mai 2014
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Die Ankündigung des Buchgroßhändlers KNV dem stationären Buchhandel zukünftig auch bei Amazon Publishing verlegte Bücher anzubieten, hat zu heftigen Reaktionen in der Branche geführt.

Thalia-Chef Michael Busch fand deutliche Worte. Er befürchtet die weitere Ausbreitung des Onlineriesen.
[zitat]Wer diese Bücher jetzt bei KNV bestellt, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen[/zitat] so Busch gegenüber dem Buchbranchen-Portal http://boersenblatt.net

Falls der Buchhandel jetzt Amazon die Tore öffne sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern auch dem gesamten stationären Handel die Konditionen diktiere.

Ähnlich deutliche Worte fanden die Vorstände der buchhändlerischen Genossenschaft eBuch.

"Das ist die dümmste Idee, auf die KNV bislang gekommen ist, denn so öffnet man dem zukünftigen Monopolisten Tür und Tor", heißt es in einer Stellungnahme.

Unterdessen hat sich auch Oliver Voerster, der geschäftsführende Gesellschafter von KNV, zu Wort gemeldet. Er weist die Vorwürfe zurück.
[zitat]Seit unserer Unternehmensgründung 1829 zu Goethes Zeiten kommt es vor, dass wir von verschiedenen Seiten immer mal wieder dafür kritisiert werden, mit welchen Verlagen wir zusammenarbeiten und welche Titel wir führen und ausliefern. [/zitat]
Voerster betont, dass es nicht Aufgabe eines Barsortimenters sei, Buchtitel auszusortieren.

Barsortimente treten als Zwischenbuch- bzw. Buchgroßhändler auf, die vertraglich an sie gebundene Buchhandlungen auf eigene Rechnung und in eigenem Namen beliefern. Sie erhalten von den Verlagen einen Grosso-Rabatt und verkaufen an die Buchhändler zum üblichen Buchhandelsrabatt.

Amazon Publishing ist ein Verlag, der dem Amazon Konzern gehört. Die deutsche Tochter des Verlages bietet mittlerweile 800 Buchtitel an, die vom stationären Buchhandel bislang boykottiert wurden.

https://www.buchreport.de/2017/11/3...st-nicht-unsere-aufgabe-titel-auszusortieren/

Wie seht ihr das? Stimmt ab!
Als gelernte Buchhändlerin kann ich da nur NEIN stimmen.
Die Ankündigung des Buchgroßhändlers KNV dem stationären Buchhandel zukünftig auch bei Amazon Publishing verlegte Bücher anzubieten, hat zu heftigen Reaktionen in der Branche geführt.

Thalia-Chef Michael Busch fand deutliche Worte. Er befürchtet die weitere Ausbreitung des Onlineriesen.
[zitat]Wer diese Bücher jetzt bei KNV bestellt, sägt an dem Ast, auf dem wir alle sitzen[/zitat] so Busch gegenüber dem Buchbranchen-Portal http://boersenblatt.net

Falls der Buchhandel jetzt Amazon die Tore öffne sei es nur eine Frage der Zeit, bis der Konzern auch dem gesamten stationären Handel die Konditionen diktiere.

Ähnlich deutliche Worte fanden die Vorstände der buchhändlerischen Genossenschaft eBuch.

"Das ist die dümmste Idee, auf die KNV bislang gekommen ist, denn so öffnet man dem zukünftigen Monopolisten Tür und Tor", heißt es in einer Stellungnahme.

Unterdessen hat sich auch Oliver Voerster, der geschäftsführende Gesellschafter von KNV, zu Wort gemeldet. Er weist die Vorwürfe zurück.
[zitat]Seit unserer Unternehmensgründung 1829 zu Goethes Zeiten kommt es vor, dass wir von verschiedenen Seiten immer mal wieder dafür kritisiert werden, mit welchen Verlagen wir zusammenarbeiten und welche Titel wir führen und ausliefern. [/zitat]
Voerster betont, dass es nicht Aufgabe eines Barsortimenters sei, Buchtitel auszusortieren.

Barsortimente treten als Zwischenbuch- bzw. Buchgroßhändler auf, die vertraglich an sie gebundene Buchhandlungen auf eigene Rechnung und in eigenem Namen beliefern. Sie erhalten von den Verlagen einen Grosso-Rabatt und verkaufen an die Buchhändler zum üblichen Buchhandelsrabatt.

Amazon Publishing ist ein Verlag, der dem Amazon Konzern gehört. Die deutsche Tochter des Verlages bietet mittlerweile 800 Buchtitel an, die vom stationären Buchhandel bislang boykottiert wurden.

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Maria Braig

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www.maria-braig.de
Ich bin ja nun wirklich kein Fan von Amazon, auch wenn es als Autor*in (auch wenn man in einem Verlag veröffentlicht) unmöglich ist, an diesem online-Riesen vorbeizukommen.
Aber ich denke, die Möglichkeit für Selfpublisher, ganz egal wo sie ihre Bücher veröffentlichen, in den Großhandel zu kommen, sollte doch gegeben sein. Andere machen das ja auch - wenn ich richtig informiert bin, beliefert epubli beispielsweise den Großhandel und da gibt es keinerlei Einwände. Mittlerweile scheint es sogar Zwischenhändler zu geben, die SP-Bücher an den Buchgroßhandel liefern. Hier scheint mir ein Problem hochgekocht zu werden, das längst nicht mehr aktuell ist.
 

Helmut Pöll

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In diesem ganz speziellen Fall ging es noch nicht mal um die Selfpublisher, auch wenn die vielen unterschiedlichen Amazon-Tochterfirmen mitunter für ein wenig Verwirrung sorgen.

Amazon Publishing, um deren Bücher es bei der Kooperation mit KNV geht, ist ein von Amazon gegründeter richtiger Verlag mit Lektorat, Vertrieb etc. und hat mit dem Selfpublisher-Programm, das es von Amazon auch gibt, erstmal recht wenig zu tun.

Natürlich kauft Amazon Publishing auch Buchrechte von Selfpublishern und verlegt die Bücher dann, aber damit unterscheiden sie sich in nichts von anderen Verlagen. @Maria Braig

https://de.wikipedia.org/wiki/Amazon_Publishing
 

Börgdahl

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7. Juni 2014
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boergdahl.wordpress.com
Immer die gleiche Leier. So langsam dürfte diese Platte doch gar keinen Rillen mehr haben … Fluch der Digitalisierung. ;)

Amazon Publishing ist halt ein Verlagshaus. Das jetzt zu boykottieren wäre unsinnig. Genauso, wie es Unsinn ist, dass der Untergang der Buchhändler bevorsteht, wenn sie diese Titel (die sicherlich auch zu teilen schon bei ihnen nachgefragt worden sind) in die Auslage nehmen.

Und irgendjemand jammert immer über die am Markt geltenden Konditionen. Da gab es auch schon lange vor Amazon Probleme zwischen Verlagen <-> Barsortimentern <-> Buchhandel.

Die Natur findet ihren Weg.
 
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Reaktionen: Mile

Helmut Pöll

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Und irgendjemand jammert immer über die am Markt geltenden Konditionen. Da gab es auch schon lange vor Amazon Probleme zwischen Verlagen <-> Barsortimentern <-> Buchhandel.
Ich kenne die Konditionen nicht, zu denen Amazon Verlagsbücher in die Lager nimmt und dann ausliefert. Im Grunde machen sie ja das, was die Barsortimenter auch tun: nehmen Verlagsbücher als Großhändler und stellen sie zu. Interessant wäre es mal zu vergleichen, wieviel vom Buch-Verkaufspreis beide bekommen.

Genauso, wie es Unsinn ist, dass der Untergang der Buchhändler bevorsteht, wenn sie diese Titel (die sicherlich auch zu teilen schon bei ihnen nachgefragt worden sind) in die Auslage nehmen.
Der ganze Buchmarkt ist im Umbruch. Die Ursache ist nicht nur die Digitalisierung, aber auch. Der Buchmarkt ist überschwemmt. Ich habe in einem Autorenforum unlängst gelesen, dass sich seit Anfang der 1970er Jahre die Zahl der jährlich publizierten Titel (inklusive Indies) in Deutschland mittlerweile verfünfacht (!) hat, die Zahl der Leser und Buchkäufer aber nur minimal gestiegen ist. Die Verlage leiden darunter, dass so pro Titel immer weniger Stück verkauft werden. Die Buchhandlungen sehen sich mit E-Books konfrontiert, an denen sie nichts verdienen, und - schlimmer noch - mit einem grundsätzlich geänderten Kaufverhalten, das sich immer mehr Richtung online verlagert.

In so einer angespannten Situation ist es irgendwo nachvollziehbar, dass man sich am meisten Sorgen um den größten Fisch im Becken macht, und das ist nun mal Amazon. Ich persönlich halte aber langfristig nicht Amazon für das größte Problem der Buchhandlungen, sondern den Wunsch der Käufer, alles möglichst online zu erledigen. Würde Amazon über Nacht verschwinden, würden diese Leute trotzdem nicht morgen in die Buchhandlungen zurückkehren, sondern sich nach dem nächstbesseren Onlineshop umsehen bzw. würde die Lücke schnell von einem anderen Konzern mit einem eigenen Onlineshop geschlossen. Ob es den Buchhandlungen besser ginge, wenn Randomhouse/Penguin Amazon im Onlinegeschäft ablösen würde, glaube ich nicht.
 
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