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  2. Lesemontag (19.11.) auf whatchareadin
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Das bietet whatchareadin für Leser 

  1. Renie

    Renie Moderator
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    Hier ist euer Fazit gefragt :)
     
  2. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Mit meinem Fazit lasse ich mir noch etwas Zeit und Muße: aber vorweg zwei Anmerkungen, die in Richtung Verlag gehen, und eine, die in Richtung Übersetzung geht:
    an den Verlag:
    - Ich möchte wirklich gern wissen, warum der Titel des Originals so abgeändert wurde?
    - Ich habe mich zwischendurch immer mal wieder über das etwas "schlampig" gemachte Glossar geärgert. Die japanische Welt ist uns so fremd und viele Begriffe unübersetzbar, so dass ein solches Glossar wirklich Sinn macht und immer mal wieder sehr hilfreich war. Aber das Glossar deckt nicht flächendeckend ab, was eigentlich dort erklärt werden sollte. Es klaffen erhebliche Lücken:
    So z.B. S. 513: "Die alte Dame war Koreanerin - eine Chongryon alter Schule, deren Kinder ....."
    Was bitte ist eine Chongryon? Und warum finde ich das Wort nicht im Glossar?
    Bei einer neuen Auflage oder zumindest bei der Taschenbuchausgabe sollte da dringend nachgearbeitet werden!

    und an die Übersetzerin:
    Was nur ist dieses andauernde ", nee", das ich immer wieder lesen musste? Soll es der deutsche, recht umgangssprachliche bestärkende Partikel "ne" sein? Der hat aber auf jeden Fall ein kurzes "e" und würde nie mit "ee" geschrieben werden? Oder ist es eine Marotte der japanischen Sprache? Dann wiederum hätte mir eine Erläuterung dazu geholfen. So bin ich immer wieder darüber ärgerlich gestolpert. Das ist leider beim übersetzten Text nicht gelungen. Ansonsten konnte ich in der Sprache wandeln, spazieren und mich wohlfühlen! Applaus für Susanne Hobel!
     
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  3. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Da gebe ich Dir unbedingt Recht! Ich habe das Glossar sehr oft und häufig benutzt, aber eben auch nicht alle Wörter gefunden. Man versucht sich dann aus dem Zusammenhang heraus irgendetwas zusammen zu reimen. Ansonsten war es aber sehr hilfreich.
     
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  4. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Dieses "nee" über das man unweigerlich stolpert, denke ich, kann wahrscheinlich gar nicht übersetzt werden. Es ist diese Art Umgangssprache, die von jedem benutzt wird, aber nur eine Art Zustimmung bedeuten soll. Als Berlinerin wurde ich am Anfang mal von meinem Chef (aus der Pfalz) gefragt was "wa" bedeutet? Ob das ein Schimpfwort wäre? Übersetzen kann man es eigentlich nicht, es könnte auch "nee" sein.
     
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  5. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ein äußerst gelungenes Portrait einer Gesellschaft, die mir weitgehend fremd war. Die Autorin hat uns anhand verschiedener Schicksale über das Leben koreanischer Einwanderer in Japan informiert. Der Roman ließ sich flüssig lesen, die Sprache war ein Genuss - sowohl im Buch als auch im Hörbuch!

    Die spannende Handlung hat mich gefesselt. Cliffhanger am Kapitelende brachten das eigene Denken in Gang und sorgten oft dafür, dass die distanziert-nüchterne Erzählweise beibehalten werden konnte. Der Druck auf die Tränendrüse wurde vermieden: Trotz der harten beschriebenen Schicksale fiel der Text niemals kitschig oder klischeehaft aus.

    Große Themen wurden anhand vieler glaubwürdiger Figuren geschildert: die Rolle von Frau und Mann in unterschiedlichem Kulturkreis, Migration, Grenzen von Abstammung/Tradition/Erblast... und vieles mehr.

    Ein Buch, das ich bestimmt wieder lesen und auch verschenken werde. Ein großer Wurf! Volle Lese-Empfehlung!
     
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  6. MRO1975

    MRO1975 Mitglied

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    Mir hat das Buch sehr gut gefallen, weil es mir einen Einblick in eine Kultur und Geschichte verschafft hat, die ich bislang nicht kannte. Das Schicksal der Figuren hat mich berührt und die Erzählung war mitreißend und nie langweilig.

    Etwas aus der Rahmen fielen für mich nur die Kapitel zu Haruki und Ayame. Ihre Geschichte ist zwar auch sehr interessant, aber für die Story doch eigentlich nicht relevant, oder? Damit mögen uns (hoffentlich keine typischen) Facetten das japanischen Lebens gezeigt werden, die Kapitel sind aber nicht so recht mit dem Rest des Buches verwoben. Bei anderen Nebenfiguren ist das der Autorin besser gelungen, bspw. bei der Geschichte von Hoonie.

    Mit der Übersetzung hatte ich keine Probleme. Einzelne Wörter habe ich auch nicht verstanden, das aber nicht als störend empfunden. Das Glossar habe ich sogar erst entdeckt, als ich das Buch beendet hatte.
     
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  7. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Mir hat dieser Roman sehr gut gefallen. Zum einen fand ich es sehr interessant in diese Kultur eintauchen zu können, die Probleme der Koreaner kennenzulernen. Zum anderen fand ich die Familiengeschichte sehr einfühlsam beschrieben. Mehrere Generationen hinweg die Familie zu begleiten war sehr sehr schön, da die Autorin alle Aspekte sehr anschaulich und einfühlsam nahe gebracht hat.
     
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  8. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Hier ist meine Rezension, die ich gerade auf meinem Blog veröffentlicht habe:

    Min Jin Lee schrieb mit diesem Buch einen wahrhaft epischen Generationenroman, der die japanisch-koreanische Geschichte thematisiert. (Der Klappentext reduziert die Handlung zu sehr auf drei der Charaktere!) Laut Wikipedia war “Pachinko”, so der Originaltitel, der erste Roman, der diese Thematik für eine erwachsene englischsprachige Leserschaft aufgriff. Das Buch wurde 2017 für den “National Book Award” nominiert und war unter den Finalisten.

    ‘Vielschichtig’, ‘komplex’ und ‘differenziert’ sind Worte, die mir auf Anhieb in den Sinn kommen – auch ‘unbedingt lesenswert’ schließt sich ihnen an.

    Die Autorin beleuchtet in ihrem Werk kulturelle Eigenheiten, Vorstellungen und Wertesysteme, die dem nicht-asiatischen Leser vollkommen fremd sind.

    Als Beispiel möchte ich hier nur das Thema Selbstmord anführen, das im Buch mehrfach eine Rolle spielt. So wählt ein Charakter aufgrund eines als untragbar empfundenen Ehrverlustes den Freitod und lässt damit geliebte Menschen in einer sehr schwierigen, fast schon unerträglichen Situation zurück.

    Konnte ich das aus meiner Sicht heraus verstehen? Nein. Konnte ich es aus meiner heraus Sicht verurteilen? Ebenfalls nein. Denn Min Jin Lee gelingt es, dem Leser zu zeigen, dass der Charakter in seiner Situation, seinem kulturellen Umfeld, keine andere Alternative sieht.

    Überhaupt sind ihre Charaktere jederzeit glaubhaft und in sich schlüssig, auch wenn sie unter Umständen Dinge tun, die dem Wertesystem des Lesers zuwider laufen.

    Es geht viel um Vorurteile und Diskriminierung und deren Auswirkungen auf beide Seiten des Konflikts. Mit den Hauptfiguren habe ich innigst mitgefiebert, aber auch die Nebenfiguren werden sehr aussagekräftig beschrieben. Die Autorin zeichnet ihre Geschichte mit nicht weniger liebevollem Strich

    Der Schreibtil ist unprätentiös und ruhig, und dennoch zieht er den Leser hinein in eine Geschichte, die emotional viel auslösen kann.

    Ich zögere, für so eine Geschichte Wörter wie “spannend” und “unterhaltsam” zu gebrauchen.

    Einige Entwicklungen machen zutiefst betroffen, viele der Charaktere erleiden tragische Schicksale. Mehr als einmal hatte ich einen Kloß im Hals, ein Brennen in den Augen – und das, ohne dass die Autorin das mit künstlichem Pathos forciert hätte. Auch Kitsch und Klischees umschifft sie in meinen Augen elegant.

    Daher kann ich das Buch nach reiflicher Überlegung sowohl als spannend als auch als unterhaltsam bezeichnen. Man muss sich als Leser nie dazu quälen, weiterzulesen, auch wenn die Geschichte gerade schmerzt. Man sträubt sich nicht gegen ihre Tragik, und das spricht sehr für die Erzählkunst der Autorin.

    Ich habe durch das Buch viel gelernt.

    Erst beim Lesen dieser Geschichte ist mir klar geworden, wie oberflächlich und lückenhaft meine Kenntnisse über die koreanische Kultur tatsächlich sind: Kim Jong Un. Propagandafilme mit breit lächelnden Frauen, die Korea als das glücklichste Land der Welt bezeichnen. Vage Erinnerungen an eine Dokumentation über die “Trostfrauen” (zum Teil aus Korea), die in japanischen Kriegsbordellen zwangsprostituiert wurden.

    Ich habe das Gefühl, jetzt erstmals wirklich einen Eindruck in die Lebenswirklichkeit der japanisch-koreanischen Geschichte erhalten zu haben.

    FAZIT

    Min Jin Lee legt mit “Ein einfaches Leben” (im Original “Pachinko”) einen Generationenroman vor, der eine ungemeine Wirkung entfaltet. Die Geschichte verfolgt das Schicksal einer koreanischen Familie und spricht dabei zahlreiche Themen an, von Migration und Ausgrenzung über den Ehrbegriff in der koreanischen und japanischen Kultur bis hin zu der Frage, was Familie überhaupt ausmacht.
     
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  9. Renie

    Renie Moderator
    Mitarbeiter

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    @Mikka Liest Vielen Dank für deine schöne Rezension. Kannst du diese bitte noch als "offizielle" WR Rezension einstellen. Hintergrund: Der Verlag erwartet von uns einen Link, über den er auf alle Rezensionen zu diesem Buch (die im Rezensionsbereich stehen) Zugriff hat. Es wäre doch schade, wenn deine nicht dabei wäre. Zumal wir auch Ärger kriegen würden, wenn die Rezensionen nicht vollständig sind. Liebe Grüße, Renie
     
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