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Dritte Etage

Dieses Thema im Forum "Leserunde zu "über uns" von Eshkol Nevo" wurde erstellt von supportadmin, 6. Mai 2018.

  1. supportadmin

    supportadmin Administrator

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  2. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Wie es aussieht, hat Chani Eviatar doch nicht erfunden. Aber sie war sich selbst unsicher, und da der Brief aus ihrer Perspektive geschrieben ist, bin auch ich stutzig geworden.
    Doch die pensionierte Richterin aus der 3.Etage Dvorah hat auch einen Mann in der Wohnung unter ihr gesehen. Chani fällt ihr um den Hals, als die alte Dame ihr das erzählt. Jetzt weiß sie, dass sie das nicht nur geträumt hat. Seltsam, dass die Kinder Eviatar ihrem Vater gegenüber nicht erwähnen. Als ob sie intuitiv spüren, dass dessen Aufenthalt ein Geheimnis bleiben muss.
    Wir erfahren auch, dass Arnon sich mit Aylet streitet und Dvorah vermutet, es ginge darum, dass er ihr fremdgegangen ist.
    Bin gespannt, ob es weitere Querverbindungen geben wird, oder ob die Geschichte Dvorahs, die ein neues Leben ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes beginnt, im Vordergrund bleibt.
     
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  3. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Die Geschichte von Dvorah, der pensionierten Richerin, finde ich mit Abstand am interessantesten. Sie ist mir auch als Person sympathisch, lässt sich nicht so hängen wie Chani und ist auch nicht so cholerisch wie Arnon.

    Scheinbar haben sie einen Sohn, der aus bislang nicht näher bezeichneten Gründen den Kontakt abgebrochen hat. Das treibt sie um. Wird sie den Kontakt wieder suchen, jetzt wo der Mann tot ist?

    Schön fand ich auch die Szene am Boulevard, wo sie zwei Tage unter den Demonstranten verbringt und ihnen als pensionierte Bezirksrichterin juristischen Beistand leistet für ihre Forderungen. Sie wird später diese kurze Zeit als Metamorphose bezeichnen, als eine Art Erwachen aus einem Leben, das sie scherzhaft "Bourgeoisiestan" nennt. ;)
     
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  4. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Ich nähere mich allmählich dem Ende dieses Buches und befürchte, dass es die Klammer, die die Erzählungen aus drei Stockwerken sinnvoll verbinden und zu einem Roman machen würde, nicht geben wird. Aber mal schauen, noch liegen ja ein paar Seiten vor mir...
     
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  5. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Es sieht tatsächlich so aus, als breche Dvorah aus ihrem bisherigen Leben aus. Eine neue Bekanntschaft, eine neue Wohnung und vielleicht die Versöhnung mit ihrem Sohn, mit dem sie seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Immer weiter entfernt sie sich von ihrem verstorbenen Ehemann und lässt los...ähnlich wie Chani in ein neues Leben aufbricht, indem wie wieder arbeitet.
    Zumindest "Erzählung" zwei und drei hängen in diesem Aspekt thematisch zusammen. Bin auch fast durch...
     
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  6. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Bin durch, aber ich warte noch ein wenig, bevor ich hier vielleicht zu viel verrate.
     
  7. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Ich habe nun die dritte Etage "betreten".
    Erst mal war ich sehr überrascht, dass es den Besuch des Schwagers wohl tatsächlich gegeben hat. Durch die Erzählung von Chani wurde ja nahegelegt, dass das vielleicht nicht real war. Chani selbst hatte ja große Zweifel daran und ist jetzt ganz erleichtert, dass sie sich nichts eingebildet hat und somit weniger psychotisch ist als sie befürchtet hatte. Wir erfahren, dass Chani nun tatsächlich wieder berufstätig ist.

    Außerdem erfahren wir, dass die Ehefrau von Arnon von seinem Fehltritt erfahren hat und er jetzt um Verzeihung bettelt...(die Seelenqualen gönnt man ihm von Herzen)

    Die drei Kapitel sind ja unterschiedlich umfangreich...die Geschichte aus der ersten Etage ist die kürzeste, dann wird sie von Etage zu Etage länger...also bedeutender.


    Das geht mir auch so. Ich verfolge sehr gern ihr "Gespräch" mit ihrem toten Ehemann, er wohl ein sehr moralischer Mensch mit festen Grundsätzen gewesen ist. Von dessen Standpunkt bewegt sich nun die Richterin weg, sie möchte raus aus Bourgeousistan.
    Das erinnert an die Erzählung aus der zweiten Etage, in der Chani eine Veränderung beschreibt.

    Das empfinde ich auch so.

    Ich finde diese Konstruktion mit dem "Es" im Erdgeschoss, dem "Ich" im zweiten Stock und dem "Über-Ich" im dritten Stock eigentlich eine ganz nette Idee. Mich wundert, dass noch niemand auf die Idee gekommen ist, die Theorie von Freud mal so umzusetzen. Allerdings hätte ich auf die erste Etage verzichten können.
     
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  8. Querleserin

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    Habe nun alle drei Etagen gelesen und mit dem Hintergrund, den uns @Leseglück geliefert hat, ergeben für mich die drei Geschichten eine Einheit, auch wenn sie unabhängig voneinander zu lesen wären. Dvorah befreit sich von ihrem Über-Ich, von ihrem Mann und geht ihren eigenen Weg. Eine Entscheidung, die sie sehr bewusst fällt und die im erneuten Kontakt mit ihrem Sohn Ausdruck findet.
    "Aber von nun an ist es nicht unserer Weg, mein Geliebter, meine Freude, mein Unglück. Es ist mein Weg." (318)
    Ein starker Schlusspunkt, eine Befreiung von den Vorgaben, Normen, der Moral(?), die ihr Mann ihr gemacht hat. "Unglück" hat es ihr in Bezug auf ihren Sohn gebracht. Etwas befremdet hat mich ihre Entscheidung schon, dass sie sich für ihren Mann und gegen ihren Sohn ausgesprochen hat. Noch befremdlicher ist, dass er diese Entscheidung verlangt hat.
    Dass Freud eine Rolle spielt, thematisiert Dvorah sogar selbst:
    "Ein Seelenhaus mit seinen drei Etagen existiert in uns überhaupt nicht! Diese drei Etagen sind in der Luft zwischen uns und jemand anderem (...) dem wir unsere Geschichte erzählen." (315)
    Ich bin psychologisch nicht so versiert, das deuten zu wollen. Ein Versuch: Nur in der Interaktion mit anderen werden unsere "Etagen" sichtbar.
    Das Es, Triebe und Wünsche, wie bei Arnon, der seine sexuellen Triebe auf Hermann projeziert hat,
    das Ich, das sich wie bei Chani erst formen muss, zwischen Es (ihre Träume, Verlangen, ausgelebt mit Eviatar) und Über-Ich (die Schleiereulen, die über sie wachen; ihre Mutter, vor deren Schicksal sie sich bedroht fühlt, aus Angst, selbst so zu werden)

    und dem Über-Ich, das Dvorah in Form ihres Mannes bestimmt und von dem sie sich befreit und eine neue Identität = Ich findet.
    Sehr interessant finde ich, dass Dvorah, als sie zur Demonstration geht, nur an Michaels Kindheitserinnerungen denkt, er ist es, der ihr Leben bestimmt hat.

    Trotz der Unabhängigkeit der Geschichten hat mir der "Roman" gut gefallen, mir geht es ähnlich wie @Leseglück , die erste hätte ich nicht gebraucht.
     
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  9. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    So gesehen stimmt das natürlich. Wenn man Freud im Hinterkopf hat mit seinem "Es", "Ich" und "Über-ich", dann kommt man mit den Geschichten aus dem ersten, zweiten und dritten Stockwerk sicher noch besser klar.

    Für mich wirkt dieser Ansatz aber im Leserückblick unglaublich konstruiert und mühsam. Mir fehlt irgendwie das Leichte, das für mich einen Roman ausmacht, den ich gerne weiterempfehle.

    Die dritte Geschichte ist für mich die mit Abstand beste, die anderen beiden Erzählstränge hätte ich nicht unbedingt gebraucht. Die Geschichte Dvorahs, ihre Trauer, der verlorene Sohn, das Aufwachen, die Wiederannäherung an den Sohn, das hätte mir, etwas ausgebaut, als Roman gereicht.

    Sie erkennt ja auch, und leider zu spät, dass sie für ihre Beziehung mit Michael und die erzwungene Harmonie einen sehr hohen Preis bezahlt hat. Vielleicht würde sie diesen Preis, nochmal vor die Wahl gestellt, jetzt nicht mehr bezahlen. Aber sie wollte es ihm Recht machen, konnte sich ein Leben ohne ihn nicht vorstellen. Aber jetzt, wo er tot ist, sieht sie, dass es doch geht, ein Leben ohne ihn, auch wenn es natürlich schmerzhaft ist. Aber diese Harmonie mit Michael hat sie viel gekostet. Denn der Verlust des Sohnes und die Einsicht als Mutter Schiffbruch erlitten zu haben, das ist für sie auch eine sehr schmerzhafte Erfahrung.

    Als sie ihren Sohn im Gewächshaus trifft nennt er sie beim Vornamen "Dvorah", ein "Mutter" oder "Mama" verweigert er ihr. Das schockiert sie. Kürzer könnte man das Desaster dieses Familienlebens auch nicht auf den Punkt bringen.

    Ja, das ist eigenartig. Aber diese Demonstration wirkt ja wie ein Katalysator auf sie. Bei ihrer Rückkehr nennt sie ihr Heim bzw. ihr vertrautes Umfeld ziemlich abwertend "Bourgeoisiestan". Das muss dann aber auch für die Lebensumstände mit Michael zuvor gelten, denn in diesem "Bourgeoisiestan" hat sie mit ihm ja jahrelang gelebt.

    Ich tue mich wirklich schwer mit diesem Roman, muss ich sagen. Mir fehlt da leider Einiges.
     
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  10. Querleserin

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    Vielleicht hätte er das Buch nicht Roman nennen dürfen, sondetn Erzählungen. Das wäre sicherlich konsequenter gewesen. Es sind "kurze" Lebensabschnitte, eigentlich klassisch für eine Erzählung, verbunden durch eine thematische Idee.
     
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  11. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Da stimme ich Dir zu @Querleserin . Das träfe es besser.
     
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  12. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Der dritte Teil hat mir am besten gefallen. Für mich war es so als würde sich Dvorah nachdem sie bereits ein Jahr verwitwet ist von ihrem Mann trennen. Die Idee mit dem Anrufbeantworter fand ich gut. Damit haben wir drei unterschiedliche Formen der Kommunikation. Den Zufall, dass ihr Sohn mit der Tochter des Avner zusammen ist, kommt mir zwar etwas weit hergeholt vor. Doch wie die Ablösung von ihrem alten Leben beschrieben wird und dass sie noch einmal neu startet, hat mich echt beeindruckt.
    Ob ich das so unter den Vorzeichen von Freuds Theorien gelesen hätte, ist mir nicht so klar, obwohl Dvorah es ja selbst erwähnt. Ich habe mich zwar mal mit Freud befasst, aber seine Theorien gelten, soweit ich weiß als nicht mehr aktuell. Eine Logik hätte es natürlich schon und es würde dem Buch auch einen Zusammenhalt geben.
     
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  13. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Auch wenn die Theorien Freuds nicht mehr aktuell sind, werden sie gerne zur Interpretation herangezogen ;). Vor allem in der Schule -aktuell dürfen wir die Erzählungen Kafkas immer auch psychoanalytisch deuten. Dieser Ansatz ist in der Literaturwissenschaft tatsächlich noch präsent und hier meines Erachtens recht schlüssig umgesetzt.
     
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  14. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Entschuldigung @Querleserin ich wollte mit "stimme zu" kommentieren nicht mit "haha"
    Ich war über smartphone eingeloggt und habe auf der kleinen Menuleiste daneben gegriffen
     
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  15. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    @Leseglück: Danke für die Benachrichtigung, hätte auch nicht zu dir gepasst ;)
     
  16. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Mir hat der dritte Teil des Romans auch - mit Abstand - am besten gefallen. Im Moment kommen mir die ersten beiden Teile fast unnötig vor.
    Die Geschichte von Dvorah fand ich sannend erzählt: Erst Andeutungen über das Verhältnis zum gemeinsamen Sohn, dann das Auftauchen des geheimnisvollen Avner, die Fahrt mit ihm im Auto mit unbekanntem Ziel....
    Ich fand auch die Idee mit dem Anrufbeantworter gut. Ich kann mir das so gut vorstellen, dass man dadurch noch mehr das Gefühl hat, tatsächlich zu dem toten Partner zu sprechen. (Ohne dass der Andere gleich widersprechen kann, das ist hier auch Aspekt des Anrufbeantworters)

    Warum eigentlich Anrufbeantworterin?

    Die Geschichte mit dem Sohn (der verlorene Sohn) fand ich tragisch. Dvorahs Mann konnte seinen Sohn nicht lieben. Vielleicht weil seine Moralvorstellungen zu rigide waren, so dass kein Kind diese einhalten kann. Aber auch Dvorah fühlt sich von dem Säugling abgelehnt. Sie selbst will auch möglichst wenig mit ihrem Kind zu tun haben um sich auf den Beruf konzentrieren zu können.
    Der Autor treibt die moralische Verfehlungen des Sohnes auf die Spitze wenn er ihn ausgerechnet eine schwangere Frau totfahren lässt noch dazu unter Alkoholeinfluss. In dem Fall hätte ich auch nicht versucht irgendwas hinter den Kulissen zu drehen um dem Sohn zu "helfen"
    Michael verlangt von seiner Frau den Kontaktabbruch zum Sohn nachdem dieser ihn angegriffen hatte. Das ist eine sehr harte Forderung...
    Ich merke, dass mich diese Geschichte viel mehr beschäftigt als die anderen.
    Sie nimmt auch den größten Raum ein.
     
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  17. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Noch ein paar - passend zum Roman ;) -unzusammenhängende Gedanken zum Thema Israel.

    Die Protagonisten erinnern sich immer wieder an ihre Militärzeit , die für jeden ganze drei Jahre dauert wie wir von @Helmut Pöll erfahren haben.
    In den Geschichten tauchen Soldaten und Wachposten auf. Die Protagonisten hatten auch Wachdienst.
    Vielleicht ein Ausdruck dafür in einem Land zu leben das von Feinden umgeben ist. Oder einfach die Realität in diesem Land. Belagerung als Dauerzustand.

    In jeder Geschichte tauchen Psychologen auf. Die zweite Geschichte beginnt mit der Feststellung dass die frühere Therapeutin gestorben war. In der ersten Geschichte geht das Ehepaar zur Psychologin wegen der Tochter und in der letzten Geschichte landet Dvorah in einem Psychologenzelt.
    Michael, ihr Mann lehnt Psychologen ab. Das erscheint mir nicht zufällig.

    Braucht Israel nach Ansicht des Autors eine Therapie? ?? Oder ist das überinterpretiert?

    Interessant fand ich die Trauerwoche, die mehrmals erwähnt wird ( in der zweiten und dritten Etage). Während dieser Woche lässt man offensichtlich die Tür geöffnet und Bekannnte gehen ein und aus?

    Ich fand es sehr spannend mal einen Autor aus Israel zu lesen und ein bisschen in das Leben dort einzutauchen.
     
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  18. Helmut Pöll

    Helmut Pöll Forumlegende

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    Für uns ist das vermutlich schwer vorstellbar. Aber eine so lange Militärzeit für Männer und Frauen prägt vermutlich fürs ganze Leben. Und auch später wird man ja noch zu Übungen gerufen in einem Land, das im Dauerbelagerungs-Zustand ist. Dieser militärische Drill, die ständig geforderte Wachsamkeit geht sicher nicht spurlos an den Menschen vorüber.
    Im Positiven, wenn man das so nennen mag, ist die Militärzeit dann immer ein sicheres Smalltalk-Thema, weil wirklich alle mitreden können.
     
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  19. parden

    parden Forumlegende

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    Ich habe nun auch mit der dritten Etage begonnen - und tja. Wieder ein Monolog. Diesmal an keinen persönlich gerichtet im Gespräch oder in Briefform, diesmal per Anrufbeantworter - aufgeteilt in 2-MInuten-Sequenzen.

    Irgendwie wirkt der Roman ein wenig wie vom Reißbrett. Freud? Drei Ebenen, also drei Etagen. Der Mann steht für den Trieb, klar. Und dann soll es ja 'abwechslungsreich' sein. Also wird überlegt, wie kann sich wer mitteilen. Und dann geht es los. Und das Über-Ich aus der dritten Etage sagt dem verunsicherten Ich aus der zweiten, dass es mit seiner Wahrnehmung hinsichtlich ihres Schwagers richtig gelegen hat? Ärgs.

    Naja, vielleicht gibt es ja noch eine Überraschung. Bei mir liegt die Richterin gerade im Zelt der demonstrierenden Psychologen. Natürlich. Wo auch sonst. Herrje...
     
  20. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Das empfinde ich genauso, @Leseglück und du hast in deinem Beitrag auch meine Eindrücke sehr gut wiedergegeben.

    Man hätte aus dieser guten Grundidee viel mehr machen können: zu skurril und Mitleid heischend kamen aus meiner Sicht die ersten zwei Stockwerke daher. Das hat mich fast abgestoßen...wie manch anderen auch. Vielleicht ist aber auch genau das die Intention des Autors? Das "Es" als das Triebhafte, Ungebändigte, was einen als zivilisierten Durchschnittsleser schließlich abstoßen MUSS. In der Geschichte um Chani geht es um Selbstfindung und Bewusstwerdung. Auch sehr skurril: was ist wahrhaft, was nicht?

    Die letzte Etage konnte ich sehr gut nachvollziehen. Die hat mich nochmal richtig gepackt, so dass ich das Buch am Ende doch zufrieden beendete. Das könnte durchaus von der Grundidee her so gewollt sein...
     
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