"Der Buchmarkt wird schrumpfen"

supportadmin

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29. Oktober 2013
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Während viele Entscheider in der Buchbranche fieberhaft nach Möglichkeiten suchen Umsätze und Verkäufe jedes Jahr weiterhin zu erhöhen, blickt Verleger Michael Herder der Realität nüchtern ins Auge.

Herder sieht den Buchmarkt in einem Verdrängungswettbewerb, bedingt durch die demografische Entwicklung und veränderte Mediennutzung. Angesichts zunehmender Alternativen zum Buch rechnet er mit einem dauerhaft schrumpfenden Buchmarkt.

[zitat]Ja, davon gehe ich aus....Da wird nichts besser, [/zitat]
sagte er diese Woche in einem Interview mit boersenblatt.net.

Dennoch blickt der Verleger optimistisch in die Zukunft.

[zitat]Ein anregendes Sortiment und eine gut gelaunte Buchempfehlung sind ein wichtiger Grund, warum viele Menschen nach wie vor gerne in Buchhandlungen gehen und in Zukunft gehen werden.[/zitat]

http://www.boersenblatt.net/artikel-interview_mit_verleger_manuel_herder.1436595.html
 

Tiram

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4. November 2014
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Es kommt, wie es kommt. Ich lese solche Nachrichten gar nicht mehr. Bei uns in der Region ist ja VW. Und Jahr für Jahr bringen die ne Horrormeldung raus, um wie viel der Umsatz eingebrochen ist, um ihn dann im Endeffekt doch zu erhöhen.

Bei uns wird viel gejammert, statt was in die Hand zu nehmen. Und dazu zähle ich nicht, wie es meine Buchhandlung macht, Geschirr und Möbel in ihr Sortiment mit aufzunehmen.
Auf meine Frage, ob sie nicht ein Büchergilden-Regal mit aufnehmen wollten, weil ich dann all meine Bücher nur noch bei ihnen kaufen könnte, kam die Antwort: Oh nein, dafür ist doch gar kein Platz. Schaun Sie sich doch mal um.
Na ja, sage ich, Sie sind doch kein Möbelladen, oder? Keine Antwort.
 

Helmut Pöll

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Bei uns wird viel gejammert, statt was in die Hand zu nehmen. Und dazu zähle ich nicht, wie es meine Buchhandlung macht, Geschirr und Möbel in ihr Sortiment mit aufzunehmen.
Das kann natürlich nicht funktionieren, denn wenn ich Möbel oder Teller sucher, dan gehe ich nicht in die Buchhandlung, weil die Auswahl dann doch zu klein sein wird..
 
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Xirxe

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19. Februar 2017
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Auf meine Frage, ob sie nicht ein Büchergilden-Regal mit aufnehmen wollten, weil ich dann all meine Bücher nur noch bei ihnen kaufen könnte, kam die Antwort: Oh nein, dafür ist doch gar kein Platz.
Ich glaube, die Buchhandlungen sind nicht so erpicht auf ein Büchergildenregal. In Erfurt ist es in einem Antiquariat, dessen Besitzer mit erzählt hat, dass die Büchergilde lieber Heute als Morgen woanders hinziehen würde, wenn es die Möglichkeit gäbe. Für Thüringen gelten aber besondere Bedingungen, da es dort nur äußerst wenige Mitglieder gibt. Vielleicht ist aber auch die Gewinnspanne kleiner oder große Verlage setzen die Läden unter Druck - ich kann das nicht so richtig verstehen.
 

Xirxe

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19. Februar 2017
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Was sind denn "zunehmende Alternativen zum Buch"?
Naja, vermutlich die ganzen Streamingdienste, die Selbstvermarktung oder verstärkte Direktbeziehungen Autorinnen - Lesende. Dass nur online in Etappen geschrieben und veröffentlicht wird, vielleicht unter Mitwirkung von Lesenden, aber kein Buch mehr daraus wird. Irgendwo habe ich gerade gehört, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches mittlerweile größer ist als die eines Menschen - wie soll man da noch ein ganzes Buch lesen können ;)?
 
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Helmut Pöll

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Irgendwo habe ich gerade gehört, dass die Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfisches mittlerweile größer ist als die eines Menschen
Der Goldfisch ist vermutlich das meistunterschätzte Tier der Geschichte , @Xirxe ;)
Naja, vermutlich die ganzen Streamingdienste, die Selbstvermarktung oder verstärkte Direktbeziehungen Autorinnen - Lesende.
Beispielsweise. Im Grunde alles, womit man unendlich viel Zeit verbringen kann, wo der eine oder andere früher vielleicht doch mal zum Buch gegriffen hätte - auch mangels anderer Alternativen.

Facebook ist in meinen Augen der größte Buchkiller. Ich muss immer schmunzeln, wenn Leute schreiben, sie hätten überhaupt keine Zeit mehr, aber dann gefühlt täglich fünf Stunden auf FB verbringen. Instagram und Friends sind auch solche Alternativen und alles, was in Zukunft noch kommen wird...
 

espuma

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31. Oktober 2017
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Tiram ich stimme dir da komplett zu. Seit Jahren heißt es schon, dass Bücher verschwinden werden - und sie laufen so gut wie eh und je. Man beachte nur, wie viele Bücher alleine zu Weihnachten hergeschenkt werden. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das alles eines Tages auf einem E Book passieren wird. Ich habe lieber ein richtiges Buch in Händen.
 
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Helmut Pöll

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Auf meine Frage, ob sie nicht ein Büchergilden-Regal mit aufnehmen wollten, weil ich dann all meine Bücher nur noch bei ihnen kaufen könnte, kam die Antwort: Oh nein, dafür ist doch gar kein Platz. Schaun Sie sich doch mal um.
Na ja, sage ich, Sie sind doch kein Möbelladen, oder? Keine Antwort.
Es könnte natürlich sein, dass die Büchergilde-Bücher, so toll sie sind, nicht zu den Topverkäufern zählen. Wie gesagt, reine Vermutung, wissen tue ich es aber nicht. Wenn das aber so ist, dann könnte das natürlich bei der Entscheidung mit hereinspielen. Dass Deine Buchhandlung sowenig Platz wegen Möbelverkäufen hat, das ist natürlich schon sehr ungewöhnlich. Ich glaube da würde ich dann irgendwann nicht mehr hingehen.
 

Andreas Bastian

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Natürlich wird weniger gelesen. Für viele ist es einfacher, den Film zu sehen. Das Internet beansprucht viel Freizeit - Blogs, YouTube, spiele, streamen
 

Marley

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Also zu Hörbücher kann ich was sagen ... die höre ich, wenn ich mit Hund laufe oder auch mal auf Road Trips. Sind aber keine Alternative zum Buch. Sind ja auch "Buch".
 

Buchplauderer

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25. Januar 2015
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Also ich kann nur sagen, bei uns boomt der Buchverkauf!
Gut, wir sind ein Sozialkaufhaus, das Kilo Buch kostet 2.50 Euro, die Bücher sind also auch für solche Menschen erschwinglich, die nicht so viel Geld haben, aber wir verkaufen dafür zur Zeit 5 Tonnen Bücher im Monat!!!!
 

Andreas Bastian

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9. April 2018
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Ich denke, der Markt wird sich verändern. Menschen werden weiterhin Geschichten brauchen.Die Frage ist nur, in welcher Form.

Wie in der Musikbranche, wird es Veränderung für den Buchhandel geben.