Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
9.866
18.495
49
Ich bin weit abgeschlagen :(
Wirklich gelesen habe ich nur 5 o_O
Aber wirklich reizen tun mich höchstens 2-3 weitere, z.B. Oberst Chabert von Balzac und Lolita von Nabukov....
Also: Ich bin raus ;)
 
  • Haha
Reaktionen: Mile

Xirxe

Bekanntes Mitglied
19. Februar 2017
1.134
1.793
49
Ok, dann oute (ach Du je, schreibt man das so?) ich mich mal: Ich habe noch überhaupt nichts davon gelesen. Zwar kenne ich viele der Bücher, aber wirklich durchgelesen ... Vielleicht im nächsten Leben ;)?
 

Helmut Pöll

Moderator
9. Dezember 2013
6.176
8.499
49
München
Platz 31 in Schecks Kanon der Bücher belegt der deutsche Autor W. G. Sebald. Puh. "Austerlitz" gilt als sein Meisterwerk.
Das habe ich mal geschenkt bekommen und muss leider sagen, dass ich diese Begeisterung, die es für dieses Werk gibt, absolut nicht teilen kann. Ich habe mich durch die Seiten gequält. Für mich fehlt diesem Werk jede Leichtigkeit des Erzählens, die für mich ein gutes Buch ausmacht. "Verkopfte Langeweile" würde ich sagen. Aber das ist meine ganz subjektive Meinung. Scheck hat ja auch nicht explizit Austerlitz bewertet, sondern das Gesamtwerk.

https://de.wikipedia.org/wiki/W._G._Sebald

http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/neugier-genuegt-schecks-buecher/index.html
 
  • Stimme zu
Reaktionen: Mile

Helmut Pöll

Moderator
9. Dezember 2013
6.176
8.499
49
München
Buch Nr. 32 "Die Fälschung der Welt" von William Gaddis
Um das Buch schleiche ich auch schon mindestens 5 Jahre herum. Meine Begründung mag komisch klingen: bei US-Autoren, deren Bücher mit Superlativen überhäuft werden ("einer der wichtigsten Romane des Jahrhunderts") gähne ich meistens erstmal. Erfahrungsgemäß geht die Wahrscheinlichkeit, dass es mir gefällt, dann gegen Null. Bauchgefühl sagt Nein. Aber vielleicht würde ich ja in einer Leserunde den Schritt wagen.
 

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
9.866
18.495
49
"Verkopfte Langeweile" würde ich sagen.
Schöner Ausdruck!
Ich bin ja grundsätzlich für (fast) jede Leserunde zu haben, aber bei deiner fulminanten Empfehlung und dem, was andere Rezensenten in die gleiche Richtung schreiben, würde ich dieses Buch doch lieber auf den Sankt Nimmerleinstag verschieben :)
Die Auswahl ist wahrlich schwer genug.
 

Helmut Pöll

Moderator
9. Dezember 2013
6.176
8.499
49
München
Buch Nr. 33 - David Foster Wallace - Unendlicher Spaß
Jaja, Amerika ist ganz schön kaputt. Hat sich mittlerweile auch bis nach Europa rumgesprochen. Die Thematik alleine macht aber noch kein gutes Buch aus - meiner Meinung nach. Für mich waren es - vor Jahren - in erster Linie 1500 Seiten "unendliche Quälerei".
 

Helmut Pöll

Moderator
9. Dezember 2013
6.176
8.499
49
München
Buch Nr. 34 - Thomas Pynchon - Gegen den Tag


Dass irgendwann in einer ambitionierten Literaturliste Thomas Pynchon auftauchen muss, war naheliegend, der mysteriöse literarische Halbgott des Feuilletons, von dem keine Bilder existieren.

"DAS EINZIGE BUCH DIESER JAHRE, DAS DIE WELT, WIE SIE IST TATSÄCHLICH HERAUSFORDERT", schrieb beispielsweise die SZ. Es sind solche leeren Phrasen, die man ziemlich sicher bei einer Besprechung zu Pynchons Werken finden wird. Ich sage mir dann immer, wenn das die Quintessenz eines 1.500-Seiten Buches ist, dann kann man den Lesern nur raten einen ganz grossen Bogen darum zu machen.

Ich lese seit Jahrzehnten viel und gerne und habe mir auch mal Pynchon "angetan", einfach um mir im Jubelreigen ein eigenes Bild machen zu können. Ganz persönlich halte ich Thomas Pynchon nicht für schlecht, sondern für komplett unlesbar. Bevor jetzt jemand wegen Ketzerei einen Stein nach mir wirft möchte ich anmerken, dass das Komitee des Pulitzer-Preises dem nominierten Pynchon den Preis wegen "Unlesbarkeit" verweigert hat.

Bestimmt ist Pynchon ein Sprachakrobat. Ein paar Sätze Pynchon anzuschauen ist tatsächlich schön. Bei seinen Texten, bei seiner Beschreibungsmanie muss ich als Leser aber immer an Selbsttherapie denken. Lesefreude Null. Erkenntnisgewinn Null. Eine Geschichte, bei der man als Leser wissen will, wie es weiter geht? Nein. Irgendetwas, was einen als Leser berührt? Fehlanzeige.

Wer auf all das verzichten will, für den ist Pynchon vielleicht wirklich ein guter Tipp.
 

Literaturhexle

Moderator
Teammitglied
2. April 2017
9.866
18.495
49
der mysteriöse literarische Halbgott des Feuilletons
Es sind solche leeren Phrasen,
nicht für schlecht, sondern für komplett unlesbar.
Preis wegen "Unlesbarkeit" verweigert hat.
als Leser aber immer an Selbsttherapie denken.
Wer auf all das verzichten will, für den ist Pynchon vielleicht wirklich ein guter Tipp.
Da hast du dir mit deinem Beitrag große Mühe gemacht, dieser Autor scheint Emotionen frei zu setzen!

Ich persönlich habe seinen Namen noch nie gehört:) Ich lebe aber gut damit. Mittlerweile scheint mir Schecks Liste teilweise auch sehr "verkopft" zu sein. Er ist Kritiker, will sein höchstes Niveau auch hier und da unter Beweis stellen.
Diesen Anspruch hat Otto Normalleser nicht. Man muss sich - wie immer - rausziehen, was passt.

Auf jeden Fall finde ich deine Zusammenfassung sehr gelungen @Helmut Pöll . Man durfte mal schmunzeln, auch ohne Autor und Werk zu kennen.
Lust, beides zu erleben, hast du allerdings keine verbreitet ;)
 
  • Stimme zu
Reaktionen: Tiram

Börgdahl

Mitglied
7. Juni 2014
148
121
24
boergdahl.wordpress.com
Was soll man nur lesen? Das Problem ist in vielen Fällen kein Mangel an Lesestoff. Das Gegenteil ist der Fall. Für den Leser wird es immer schwieriger, in einer mittlerweile unüberschaubaren Menge an Büchern das Passende für sich zu finden.

Der Literaturkritiker Denis Scheck will mit einem neuen Projekt bei der Auswahl Hilfestellung leisten. Mit seinem Kanon der Weltliteratur will er Werke ins Scheinwerferlicht rücken, die im Gedränge der Neuerscheinungen in Vergessenheit zu geraten drohen.

Ihm geht es nach eigener Aussage primär um die Lust am Lesen, Genregrenzen interessieren ihn nicht.
[zitat]Literatur zeigt uns die Vielseitigkeit der Welt[/zitat], sagt Scheck. Im Idealfall helfe sie bei der Entdeckung des eigenen Ichs.

Denis Schecks Literaturkanon ist ein Gemeinschaftsprojekt von SWR Fensehen, WDR 5 und Die Welt.

Den Auftakt machte Scheck mit Astrid Lindgrens „Karlsson vom Dach“, gefolgt von Thoreaus "Walden".

21.3.2017, SWR Fernsehen: „Schecks Bücher“: in 100 Büchern um die Welt | Kommunikation | Unternehmen

Interview mit Denis Scheck
Kanon der Meisterwerke: Ein Interview mit Denis Scheck - WELT

Podcast
http://www1.wdr.de/mediathek/audio/wdr5/neugier-genuegt-schecks-buecher/schecks-buecher-122.podcast

Vielleicht sollte man einfach zugreifen und lesen.
Man kann natürlich ein wenig schauen, was einem gefällt, aber nicht zu lange...
 

Helmut Pöll

Moderator
9. Dezember 2013
6.176
8.499
49
München
Buch Nr. 36: Heinrich von Kleist - Michael Kohlhaas
Ja gut, Kohlhaas auf seinem Rachefeldzug ist natürlich als Romanfigur ein Kaliber. An den hätte ich jetzt nicht gedacht.
 

Atalante

Aktives Mitglied
20. März 2014
859
1.090
44
atalantes.de
Zwischendurch muss immer mal wieder ein Klassiker kommen, das gebietet die Kritikerehre. ;)

Gibt es eigentlich irgendwo eine vernünftige Auflistung des bisherigen Titel? Bei "Lesenswert" gibt es eine Liste, die nicht weiter gepflegt wurde, und beim wdr eine bibliographisch Unbefriedigende.
 
  • Like
Reaktionen: Literaturhexle

Atalante

Aktives Mitglied
20. März 2014
859
1.090
44
atalantes.de
Schecks 100 Bücher

Heinrich von Kleist – Michael Kohlhaas (36/100)

Edgar Allan Poe - The Raven (35/100)

Thomas Pynchon - Gegen den Tag (34/100)

David Foster Wallace - Unendlicher Spaß (33/100)

William Gaddis - Die Fälschung der Welt (32/ 100)

W.G. Sebald, Austerlitz (31/100)

Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo (30/100)

Clarice Lispector, Der große Augenblick (29/100)

Denis Diderot - Jacques der Fatalist und sein Herr (28/100)

Khalil Gibran (27/100)

Vladimir Nabokov - Lolita (26/100)

Hergé – Tim und Struppi (25/100)

James Tiptree - Liebe ist der Plan, der Plan ist (24/100)

Ursula K. LeGuin - Freie Geister (23/100)

Theodor Fontane - Effi Briest (22/100)

Jules Verne - Die geheimnisvolle Insel (21/100)

Mark Twain - Huckleberry Finn (20/100)

Jorge Louis Borges: Tlön, Uqbar, Orbis Tertius (19/100)

Marguerite Yourcenar - Ich zähmte die Wölfin (17

Hölderlin (16/100)

Jane Austen - Stolz und Vorurteil (15/100)

Carl Barks - Die Wette (14/100)

Honoré de Balzac - Oberst Chabert (13/100)

Agatha Christie - Tod auf dem Nil (12/100)

Emily Dickinson - Die Gedichte (11/100)

William Shakespeare - Der Sturm (10/100)

Hemingway - Francis Macomber (9/100)

Rudyard Kipling – Kim (8/100)

Bret Easton Ellis - American Psycho (7/100)

Gustave Flaubert - Madame Bovary (6/100)

Ovid - Metarmorphosen (5/100)

Sei Shōnagon - Das Kopfkissenbuch (4/100)

Robert Louis Stevenson - Die Schatzinsel (19/100

J.R.R. Tolkien - Der Herr der Ringe (3/100)

Henry David Thoreau - Walden (2/100)

Astrid Lindgren - Karlsson vom Dach (1/100)



Ich hoffe, es ist kein Fehler drin. Wenn kein Titel genannt ist, empfiehlt Scheck alle Werke des entsprechenden Autors.
 

Atalante

Aktives Mitglied
20. März 2014
859
1.090
44
atalantes.de
Das sind sicher seine "echten" Empfehlungen. Die Redaktion kann doch noch nicht mal eine vernünftige Liste erstellen.;)

Welches Interesse sollten sie auch daran haben?
 

Ähnliche Themen