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Rezension Coherent - Laura Newmann

Dieses Thema im Forum "Kinder- und Jugendbücher" wurde erstellt von Sakuko, 3. Juli 2016.

  1. Sakuko

    Sakuko Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2016
    Beiträge:
    852
    Zustimmungen:
    430
    (Trotz des Titels und Namen des Autors ist es ein deutsches Buch)

    Sophie wacht eines Tages auf und kann die Internet-Kommunikation aller Geräte in Reichweite hören und sehen. Kurs darauf später versterben ihre Eltern und sie wird von ihrer Tante gedrängt, doch auf den lang geplanten Schüleraustausch nach Frankreich zu fahren um sich abzulenken.
    Dort lernt sie nicht nur den gutaussehenden, freundlichen Jean kennen, sie lernt auch ihre Fähigkeiten zu kontrollieren und zu verbessern.
    Aber auch eine Geheimorganisation hat Interesse an ihrem Talent gefunden und beschattet sie.

    Der erste Teil des Buches spielt während Sophies Schüleraustausch in Frankreich und ist zum großen Teil schnulziger Liebesroman. Jean und Sophie verlieben sich und haben eigentlich nur wenig Augen für etwas anderes. Und gerade als ich dachte Sophies Fähigkeit wäre nur ein McGuffin, eröffnet sie aber Jean noch ihr seltsames Talent und lernt mit seiner Hilfe noch einige neue Dinge, und es wird dann auch tatsächlich interessant auf der technischen Ebene.

    Leider fand ich die technischen Beschreibungen etwas wechselwarm. Manchmal werden technische Begriffe benutzt und vernünftige Erklärungen für Vorgänge gegeben, die meiste Zeit wird Sophies Fähigkeit aber in sehr wager Laiensprache besprochen. Sophie hat offensichtlich nur wenig Ahnung von Computersystemen, obwohl sie diese wie ein Hörbuch abhören kann. Für Laien ist das Buch also gut lesbar, für Experten in dem Thema kann es schon mal anstrengend werden, weil nicht alles unbedingt logisch ist, oder man sich den Kopf zerbrechen muss, wenn man verstehen will, was genau dort nicht vor sich geht.

    Sophie und Jean werden beide leider nicht ausreichend charakterisiert. Sie wirken auch am Ende für mich noch etwas flach und unausgereift. Besonders viel wissen wir eigentlich gar nicht über sie. Es ist offensichtlich, dass das Buch durch die Aktion vorangetrieben wird, nicht durch die Charaktere. Denn obwohl das Buch Zeiträume von mehreren Jahren spannt, so bekommen wir doch eigentlich keine Charakterentwicklung zu sehen.

    Aktion und Spannung gibt es dafür genug. Eine geheimnisvolle Man-in-Black-artige Organisation, Verfolgung und Flucht, Hacking, Verrat und wilde Rettungsaktionen. Das Buch variiert dabei ein bisschen zwischen etwas vorhersehbar bis unerwartet, so dass es definitiv nicht langweilig wird.
    Ich würde auch nicht sagen, dass man das YA unbedingt herausliest, abgesehen davon das die Hauptcharaktere zu beginn 16 Jahre sind, hält sich das Buch nicht unbedingt zurück, auch wenn es keine wirklich expliziten Situationen gibt.

    Das Ende fand ich, auch wenn es spannend war, nicht so wirklich überzeugend. Am Ende wird alles zu einem hübschen, sauberen Paket verschnürt, wie es nur ein Happy-End kann. Auch fand ich letztendlich die Handlungen einiger Personen schwer nachzuvollziehen, z.B. des Bosses des Pharmakonzerns oder des Agenten der Geheimorganisation. Trotz Erklärungsversuchen des Buches fühlte ich mich eher mit einem Plotpunkt konfrontiert, als mit menschlichem Verhalten.
     
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