Briefe von und an Uwe Johnson

Serapion

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5. Juli 2014
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Im Süden
Ja, ja - er ist mein Lieblingsautor, aber es lohnt sich tatsächlich, seine Briefe zu lesen. Natürlich ist für einen heutigen Leser vieles schwer zu verstehen, teilweise auch nicht so interessant (z.B. wenn es mit Siegfried Unseld um ganz praktische Fragen aus dem Verlagsgeschäft geht). Aber so bietet sich ein ganz besonderer Blick auf die Literaturlandschaft und -diskussionen der sechziger und siebziger Jahre.
Jeder Briefwechsel ist aber auch ein Bild der großen Verletzbarkeit dieses Autors. Fast keine der Freundschaften hält, es kommt oft der Moment einer Verletzung, Uwe Johnson legt dann jedes Wort auf die Goldwaage. Ob Max Frisch, Günter Grass oder Fritz J. Raddatz - irgendwann kommt dieser Moment.
Und dann ist da der grandiose Stil - Johnsons Humor ist kein aufdringlicher, plakativer, sondern sehr fein.
Was aber macht nun einem begeisterten Uwe-Johnson-Leser Angst? Dass nur ein Bruchteil der Briefe von Johnson bisher veröffentlicht wurde und der Rest in den nächsten Jahren erscheinen wird. Also Angst um den Geldbeutel.

Buchinformationen und Rezensionen zu »Liebes Fritzchen« - »Lieber Groß-Uwe«: Der Briefwechsel von Uwe Johnson
 
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