Blogger als Sponsoren für Autoren

Klara Bellis

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Bin gerade über eine Webseite gestolpert, eine kleine Autorinnengruppe, die anscheinend eine Art Verein gegründet hat. Man kann, als Blogger, Grafiker oder als Sonstiger (ich vermute, dass damit Firmen und Unternehmen jeglicher Art gemeint sind), „Gönner“ werden und Werbeflächen auf deren Webseite, bei Facebook oder in ihren E-Books oder am Messestand erwerben. Dafür werden bis zu dreistellige Summen fällig.
Ich mache auch ab und an Werbung für Bücher, die ich mag. Hab auch in meinem letzten E-Book einige Autoren verlinkt und ihre Arbeiten dort beschrieben. Unentgeldlich. Ich weiß, dass es auch andere Autoren so halten. Anscheinend geht es aber auch professioneller und gewinnorientierter. Trotzdem mag ich meinen eigenen Weg lieber, auch wenn er ein gnadenlos naiver und vermutlich am Ende erfolgloser ist. ;)
Ist diese Aktion Ausdruck der Professionalisierung der Indie-Szene? Oder nur ein Geschäftsmodell?
Hier mal die Webseite mit den Preislisten, falls einer der Bloger(innen) Lust hat, zu klicken: www.zauberzwischenzeilen.de: Unsere Gönner
 

Helmut Pöll

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Ist diese Aktion Ausdruck der Professionalisierung der Indie-Szene? Oder nur ein Geschäftsmodell?
Hier mal die Webseite mit den Preislisten, falls einer der Bloger(innen) Lust hat, zu klicken: www.zauberzwischenzeilen.de: Unsere Gönner
Das ist ein Geschäftsmodell, @Klara Bellis .
[zitat]Gemeinsame Auftritte: Wir möchten gemeinsam auftreten, um eine breitere Masse an Lesern zu erreichen.[/zitat]
Das ist grundsätzlich eine schöne Idee. Nach meiner Beobachtung ist die Crux bei vielen solcher Aktionen, dass sie hehre Absichtserklärungen bleiben, weil nicht klar geklärt ist, wer was zu tun hat und deshalb beide Seiten darauf warten, dass irgendwer etwas tut und sie unterstützt. Letztlich passiert meistens dann messbar sehr wenig. Als Sponsor wäre mir jetzt beispielsweise nicht klar, was ich davon hätte 200 Euro zu bezahlen. Erwähnung in einer Anthologie? Ok, aber wieviel Auflage hat die, wann erscheint die etc.

Will aber gar nicht unken ;)
 
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Sebastian

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Ich würde dir aber recht geben @Helmut Pöll. Einen tatsächlichen Nutzen erkenne ich darin nicht.

Wenn ich Facebook-Reichweite will, kann ich das wesentlich günstiger direkt über Fb machen. Namentliche Nennung auf der Homepage? Womöglich irgendwo im Fließtext und als NoFollow, bringt auch nix. Davon ab finde ich die Preise ohnehin ziemlich heftig. Auf den ersten Blick sieht das für mich nach einer ziemlichen Geldmacherei aus, aber man müsste sich wohl mal näher damit beschäftigen, um tatsächlich eine vernünftige Aussage treffen zu können. Aber da das ohnehin nichts für mich wäre, habe ich dazu keine Lust ;).

@Klara Bellis Dein Weg mag kommerziell vielleicht (zumindest dir) nicht viel bringen, ist aber der ehrlichere und sympathischere. Was bringt's, Sachen zu empfehlen, hinter denen man nicht steht.
 

Klara Bellis

Autor
23. März 2014
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Es scheint eine Art Sponsoring zu sein, um den Verein der Autorinnen zu unterstützen. Zumindest verstehe ich es so. Wobei es auch für mich nichts wäre. (Hab gerade das Angebot bekommen, dass eine Autorin meine Flyer & Co. jederzeit auf Messen und Cons auslegen würde. Für ohne Geld. Jetzt müsste ich nur noch aktuelle Flyer haben. :cool:)
 

Helmut Pöll

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Letztlich wollen Blogger und Autoren eines: mehr Leser erreichen. Die interessante Frage ist wie das geschehen kann. Welche Werkzeuge hat der Kampagnenanbieter, um Leser zu erreichen. Flyer verteilen auf der Buchmesse z.B. hast Du genannt, @Klara Bellis . Das tun natürlich schon ziemlich viele. Auf der Frankfurter Buchmesse kann man sich vor Flyern kaum retten.
 

Klara Bellis

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23. März 2014
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@Helmut Pöll : Mir ist schon bewusst, dass man auf Veranstaltungen mit einem murkeligen Flyer o.ä. nicht mal ein Molekül im Ozean der Möglichkeiten ist. Insofern sind solche Zusammenschlüsse vermutlich ganz gut, weil man da mit geballter Kraft was versuchen kann. Nur die Preisliste, also die Höhe, hat mich dann doch etwas sprachlos werden lassen. Andererseits, wenn man sich seines Wertes bewusst ist ... Wer weiß.
Vielleicht zeichnet sich wirklich langsam eine stärkere Kommerzialisierung mit gleichzeitiger Professionalisierung in der Szene ab. Zum einen die Webseite, die hier neulich zur Diskussion stand, wo man gegen Bezahlung live dabei sein kann, wenn ein Roman entsteht, dann das Crowdfunding, was ich jetzt immer mal sehe und jetzt so eine (Vereins?)Sponsoring-Geschichte bzw. Gewinn machen über den Verkauf von Werbefläche und nicht unbedingt über die Einnahmen aus Büchern.
 
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@Klara Bellis - ich glaube Du hattest schon einmal eine kostenintensive Werbeaktion gesponsert bekommen, deren Erfolg wohl eher bescheiden ausgefallen war, wie ich mich zu erinnern glaube.


Ich denke, dass viele Indie-Autoren vom Spruch: "Wer nicht wirbt, der stirbt" regelrecht hypnotisiert sind und zum Teil keine Kosten scheuen, um in ihr Werk zu investieren. Und diese Schiene bedienen meines Erachtens immer mehr kostenpflichtige Geschäftsmodelle.


In der Regel entstehen dem Indie-Autor aber schon "horrende" Kosten im dreistelligen Bereich durch Korrektorat, Cover, Bildrechte usw. abzüglich der 0,99 Euro-"Werbeaktionen". Dividiert man dann noch die in der Regel mittelprächtigen Verkaufserlöse durch die geleisteten Arbeits- / Schreib-Stunden des Indie-Autors, ergeben sich Stundenlöhne die dem KU-Ausleihpreis für eine gelesene Seite entsprechen.


Deshalb verfolge ich seit Jahren die Strategie, die Verluste an investierter Zeit (für Marketing á la Facebook und co.) und Geld (Werbung - xtme usw.) so gering wie möglich zu halten. Investiert ist schnell, aber verkauft muss erst noch werden.


Die für mich am ehesten Erfolg versprechenste Werbeaktion ist eine Neuerscheinung, die mit einem attraktiven Cover, spannendem Klappentext und fehlerfreier Leseprobe auf sich aufmerksam macht. Und da dürften die von Amazon generierten Neuerscheinungsseiten genug Kunden / Leser anziehen, die dort nach neuem Lesestoff herum stöbern.
Als sinnvolles weiteres Werbe-Standbein sehe ich auch das gegenseitige Bewerben von Indie-Autoren und Blog-Betreibern.


Sparsame Grüße,

Frank
 
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@Klara Bellis Mit Professionalität hat dieses Modell nicht viel zu tun. Für mich ist es eher ein Versuch, die Kosten, die mit der Vermarktung eines Buches entstehen, zu minimieren. Wahrscheinlich eine Idee von vielen anderen. Ich frage mich, welcher Blogger auf die Idee kommt, kostenpflichtige Werbung auf einer Autorenseite zu schalten, die ihm nicht mehr bringt als Steigerung der Seitenklicks? Da sind FB und Twitter die besseren Varianten, den Bekanntheitsgrad zu steigern. Außerdem sind sie umsonst.
Im Gegenzug könnte ich mit meinem Blog auch ein Werbemodell für Autoren entwickeln, z. B. die Garantie, eine bestimmte Anzahl von Büchern dieses Autors zu lesen und auf meinem Blog zu besprechen. Der Autor hätte zumindest einen direkten Nutzen, da sich dies auf Bekanntheitsgrad und Verkaufszahlen auswirkt. Das Interesse seitens der Autoren wäre hier aber wahrscheinlich auch mau.

Was die Steigerung des Bekanntheitsgrades von SPs auf Messen angeht: Schon mal daran gedacht, einen Gemeinschaftsstand zu organisieren? Ich habe das in Leipzig bei einigen SPs beobachtet und fand es sehr gelungen. Zumindest macht es die Standkosten erträglicher und es ist eine tolle Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.
 

Klara Bellis

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@Frank62 : Ich selbst käme defintiv nicht in die Verlegenheit, mich da einzukaufen. Sagt schon mein Kontostand. :D Das mit der Neuerscheinung als Werbung sehe ich ganz ähnlich. Wenn es denn nur nicht so lange dauern würde, das Schreiben und Überarbeiten. ;) Und bei Lektorat, Korrektorat und Profi-Cover, sollte man das alles bei Dienstleistern einkaufen, ist man ganz schnell bei einer satten vierstelligen Summe, je nach Länge des Buches. :confused:

@Renie : Ein bisschen erinnern mich Teile des Modells an die Werbeeinblendungen, die es in manchen Taschenbüchern gibt (oder gab). Mitten im Text eine Maggi-Werbung o.ä. Ob das einem Blogger wirklich was nützt? Vielleicht indirekt, wenn man einrichtig großer Fan der Autorinnen ist und sich dadurch gut fühlt, weil man sie unterstützt hat. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Gruppe auch einen gemeinsamen Messestand hat, der dann über diese Sponsoring-Sache mitfinanziert werden könnte.

@Sebastian : Den Dachverband gibt es. Sie hatten auch auf der Leipziger Buchmesse einen Stand.
 
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Helmut Pöll

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Ich frage mich, welcher Blogger auf die Idee kommt, kostenpflichtige Werbung auf einer Autorenseite zu schalten, die ihm nicht mehr bringt als Steigerung der Seitenklicks?
Das macht vermutlich niemand, zumal die Besucherzahlen der meisten Autorenseiten sehr gering sind.

Was die Steigerung des Bekanntheitsgrades von SPs auf Messen angeht: Schon mal daran gedacht, einen Gemeinschaftsstand zu organisieren? Ich habe das in Leipzig bei einigen SPs beobachtet und fand es sehr gelungen. Zumindest macht es die Standkosten erträglicher und es ist eine tolle Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen.
Davon habe ich auch schon gehört, @Renie . Interessant wäre jetzt zu erfahren, ob die Autoren, die diesen Gemeinschaftsstand organisiert haben, eine positive Bilanz ziehen können. Haben sie anschließend mehr Bücher verkauft, mehr Rezensionen bekommen etc.
 
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Das macht vermutlich niemand, zumal die Besucherzahlen der meisten Autorenseiten sehr gering sind.


Davon habe ich auch schon gehört, @Renie . Interessant wäre jetzt zu erfahren, ob die Autoren, die diesen Gemeinschaftsstand organisiert haben, eine positive Bilanz ziehen können. Haben sie anschließend mehr Bücher verkauft, mehr Rezensionen bekommen etc.
Oh, ich glaube, dass es schwierig ist, den Erfolg einer Messe in Verkaufszahlen zu messen. Erstmal springt nicht viel dabei rum: Außer Spesen nichts gewesen? Bei einer Messe geht es in erster Linie um Steigerung des Bekanntheitsgrades und das Knüpfen von Kontakten. Leser, Verlage und Presse in geballter Form, wo hat man das sonst? Und man weiß nie, welche Möglichkeiten sich aus den Kontakten ergeben.
Ich bin zwar nur Blogger, war aber erstaunt, wieviel auf meinem Blog nach der Leipziger Messe los war. Dabei bin ich nur durch die Gegend gerannt, habe Gespräche geführt und Visitenkarten verteilt. Und dieser positive Effekt hält auf meinem Blog immer noch an.
 

Frank62

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@Klara Bellis – für das Korrektorat zahle ich als Indie nur 1,00 Euro pro Seite bei einer Lektorin, die diesen Tarif nur für Indies und Studenten anbietet. Meine Cover gestalte ich selbst, nur die Bildrechte für die Fotos kaufe ich (Ca. 50,- Euro) bei dreamstime, da ich keine Abmahnanwälte auf den Plan rufe möchte. Mittlerweile macht mir der kreative Prozess der Cover-Gestaltung viel Spaß.

Durch all diese Maßnahmen halte ich die "Produktionskosten" für meine E-Books inclusive der Createspace-Printausgabe in einem finanziell überschaubaren Bereich.

Trotzdem werde ich in Zukunft auf die berühmt-berüchtigte 0,99-Euro-Aktion verzichten; diese Maßnahme schließt konsequenterweise zwar auch den Verzicht auf die in diesem Preissegment beheimatete Lesergruppe ein – ein fast ruinöser Verlust:(:)



Kreative Grüße,

Frank
 
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@Renie Visitenkarten? Meine Güte, was bin ich unprofessionell :D. Aber interessant, dass der Messebesuch sich auch für Blogger so bemerkbar macht, hätte ich jetzt nicht gedacht.
Visitenkarten müssen sein, @Sebastian . Auf Messen werden immer Visitenkarten gesammelt. Du musst den Leuten etwas geben, damit sie sich an dich erinnern;)
 

Klara Bellis

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@Sebastian & @Renie : Die Autoren und Blogger, die ich auf der LBM getroffen hatte, hatten ALLE Visitenkarten dabei. Bis auf die eine Indie-Autorin, die hat einen zerknüllten Zettel aus ihrer Handtasche gefischt, ihren Namen und ihre Webseite draufgeschrieben und das dann allen Ernstes an die anderen verteilt. Die Autorin war übrigens ich. :confused:
 

Frank1

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Das Problem für alle Selfpublisher ist es eben, die eigenen Bücher für potentielle Leser überhaupt 'sichtbar' zu machen. Die Superidee, wie man das schafft, hatte bisher offenbar niemand. Die genannte Seite ist da wohl nur ein neuer Versuch. Ich möchte allerdings sehr bezweifeln, dass der zum Ziel führen wird. Und Blogger und Designer sollen da Werbung schalten? Wollen die dort vertretenen Autoren eventuell versuchen, die durch Verkauf der Bücher nicht kommenden Einnahmen so zu kompensieren? :eek:
 
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Sebastian

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Memo an mich: Visitenkarten drucken, falls ich nächstes Jahr fahren sollte :D. Und am besten gleich noch ein Shirt mit URL tragen. Ich kenne sowas nur von Aussteller-Seite auf ganz dezidierten Fachmessen, da ist es natürlich auch Pflicht. Wobei ich wohl naiv genug gewesen wäre, mich auf der Lbm nicht mal als Fachbesucher anzumelden :D