Anke Engelke überarbeitet den Klassiker "Die Häschenschule"

Barbara62

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Können sie gar nicht - wenn die Engelkesche Fassung gar nicht im Laden ist.
Naja, sie können das Buch bestellen - wie Tausende andere, ebenfalls nicht vorrätige Titel auch. Bei 70000 Neuerscheinungen in Deutschland jedes Jahr und 2,5 Millionen allein deutschsprachige lieferbare Titel ist sehr viel nicht im Laden.
 
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Wandablue

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Vielen Dank, @Barbara62 - natürlich weiß ich das, aber erst durch diesen Beitrag wurde mir so richtig bewusst, wie weit die Buchhandlungen das Leseverhalten und den Zeitgeist mitbeeinflussen. Ich mein, das Genderdings konnte sich nur so verbreiten, weil die Öffentlich-rechtlichen diesen Schwachsinn mittragen - die Buchhandlungen beeinflussen, in dem sie nicht beide Versionen nebeneinander stellen (sollten sie eigentlich) - sowohl bei Huckleberry Finn /James wie auch bei den beiden Häschen. Der Leser/Hörer wird in beiden Fällen jedenfalls für minderbemittelt angesehen.
 
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Barbara62

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Vielen Dank, @Barbara62 - natürlich weiß ich das, aber erst durch diesen Beitrag wurde mir so richtig bewusst, wie weit die Buchhandlungen das Leseverhalten und den Zeitgeist mitbeeinflussen. Ich mein, das Genderdings konnte sich nur so verbreiten, weil die Öffentlich-rechtlichen diesen Schwachsinn mittragen - die Buchhandlungen beeinflussen, in dem sie nicht beide Versionen nebeneinander stellen (sollten sie eigentlich) - sowohl bei Huckleberry Finn /James wie auch bei den beiden Häschen. Der Leser/Hörer wird in beiden Fällen jedenfalls für minderbemittelt angesehen.
Das Wort "Sortimenter" kommt von "sortieren". Die Buchhandlung wählt aus, was sie präsentieren möchte. Grundlage sind der Standort, die Kundenstruktur, die Konkurrenzstruktur, die USP usw. Da es genug Buchhandlungen gibt, der Online-Handel zählt dazu, kann man auswählen, wo einem das Sortiment gefällt und wo nicht. Jeder Schuhladen, jedes Modegeschäft usw. macht es ebenso.

Natürlich hatte ich als Buchhändlerin Lieblingstitel, für die ich mich krummgelegt habe. Die Bücher von Sarrazin oder die Biografie von Bettina Wulff hatten wir dagegen bewusst nicht vorrätig, haben sie aber auf Wunsch bestellt. Ganz selten haben wir - bei rechtsradikalen Titeln - eine Bestellung aber auch abgelehnt.

Vor dem Internetzeitalter war die Abhängigkeit der Kunden deutlich größer. Heute kann man sich wesentlich leichter informieren, und das wird rege genutzt.

Viele Kunden kommen übrigens genau wegen der Vorauswahl. Bei Thalia sind sie überfordert, wer braucht 400 Krimis? Sie haben eine Buchhandlung ihres Vertrauen, die ihnen die Orientierung erleichtert.
 

Barbara62

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Wie sehr Kunden und Kundinnen diese Vorauswahl schätzen, sieht man an den allgemein sehr gut besuchten Buchvorstellungen der Buchhändlerinnen und Buchhändler, die ihre Lieblingstitel präsentieren. Oder an den Besucherzahlen auf Literaturblogs. Alternativ müssten alle sämtliche Vorschauen aller Verlage durchschauen, dann wären sie unabhängig und umfassend informiert.
 

Barbara62

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:rofl :rofl :rofl - ich war weder bei Thalia noch bei Hugendubel je überfordert.
Aber sonst, natürlich hast du recht - aber ich auch!
Klar - wenn man Ahnung hat.
Bei Presseerzeugnissen ist das übrigens komplett anders. Da kann man nicht einzelne Zeitungs- oder Zeitschriftentitel für sein Sortiment auswählen, sondern muss auslegen, was das Pressegrosso zusammenstellt. Mit genau deiner Begründung. Aber in diesem Segment ist die Titelvielfalt auch nicht so groß.
 

Wandablue

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Es ist völlig unnötig, dass du dich angegriffen fühlst - so kommts rüber. Tu das nicht! Du kannst ja nix für das Funktionieren der Welt und des Buchhandels. Trotzdem gilt es beide Aspekte zu berücksichtigen. Im Leichtermachen/Vorsortieren/Kundenfreundlichen steckt halt auch das Bevormunden. Da kannste nix dran ändern.
 

Barbara62

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Es ist völlig unnötig, dass du dich angegriffen fühlst - so kommts rüber. Tu das nicht! Du kannst ja nix für das Funktionieren der Welt und des Buchhandels. Trotzdem gilt es beide Aspekte zu berücksichtigen. Im Leichtermachen/Vorsortieren/Kundenfreundlichen steckt halt auch das Bevormunden. Da kannste nix dran ändern.
Nein, ganz und gar nicht, im Gegenteil! Das ist eine spannende Diskussion, die ich regelmäßig in meinen Klassen führe. Es gilt, wie du richtig sagst, die richtige Balance zu finden. Genau deshalb hatten wir auch Lädchenbücher im Angebot, die niemand von uns wirklich mochte, die aber natürlich völlig legitim sind.
 
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Barbara62

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Noch spannender finde ich übrigens die Frage, was überhaupt noch verlegt wird, denn dort passiert in meinen Augen - und von der Mehrheit bisher unbemerkt - die noch einschneidendere Zensur. Die großen Verlage fragen inzwischen bei den großen Ketten nach, ob Interesse an bestimmten Titeln besteht. Wenn nicht, werden Titel erst gar nicht gemacht. Dann kann auch keine unabhängige Buchhandlung sie mehr verkaufen. Das finde ich bedrohlicher als die Auswahl der kleinen Sortimente, bei denen sowieso niemand damit rechnet, dass sie umfassend sind.

Du siehst, das Thema ist wirklich spannend und der Diskussion hier wert! Vielleicht ein Donnerstag-Thema?
 
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Literaturhexle

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Der Leser/Hörer wird in beiden Fällen jedenfalls für minderbemittelt angesehen.
Diese beiden Themen würde ich überhaupt nicht in eine Reihe stellen. Das Genderding flutet um dich herum, ob du willst oder nicht.
Ob ich ein Buch kaufe und lese, ist meine Entscheidung. Ich bin sicher, dass es Buchhandlungen gibt, die James neben Huck stellen. Warum auch nicht? Beide Bücher haben ihre Existenzberechtigung - da sind wir ja unterschiedlicher Meinung, müssen wir nicht ausdiskutieren.

Wenn Buchhandlungen den Erfolg/Misserfolg eines Titels beeinflussen, dann sind es eher die genannten großen, deren Sortimente sich fast bis aufs Haar gleichen und bei denen kleine Verlage kaum vorkommen. Aber auch das Thema hatten wir schon;)
 

Literaturhexle

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Im Leichtermachen/Vorsortieren/Kundenfreundlichen steckt halt auch das Bevormunden
Irgendwie schon. Aber alles, was in Präsenz im Laden steht, bindet Kapital und ist ein Risiko. Wenn es nicht verkauft wird, macht der Inhaber Verlust. Insofern ist jede Entscheidung nicht nur eine ideelle, sondern auch eine wirtschaftliche. Er kauft so ein, dass es möglichst zur Kundschaft passt. Deshalb sieht ein Sortiment auf dem Land anders aus als in der Universitätsstadt.
Dann kann auch keine unabhängige Buchhandlung sie mehr verkaufen. Das finde ich bedrohlicher als die Auswahl der kleinen Sortimente,
Ganz bei dir. Das wollte ich in meinem letzten Post sagen. Wir haben uns überschnitten.
 

Barbara62

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Wenn Buchhandlungen den Erfolg/Misserfolg eines Titels beeinflussen, dann sind es eher die genannten großen, deren Sortimente sich fast bis aufs Haar gleichen und bei denen kleine Verlage kaum vorkommen. Aber auch das Thema hatten wir schon;)
Im Falle der kleinen Verlage sind es tatsächlich die kleinen, unabhängigen Buchhandlungen, aber das ist eben die Ausnahme. Nur in deren Regalen stehen beispielsweise die Titel unseres geliebten Guggolz Verlags. Ohne sie gäbe es solche Verlage nicht.
 

Barbara62

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hihi. Ohne Lädchenbücher gehts gar nicht. Zum Glück haben sie meist ein hübsches Cover.
Wie siehts mit den Marchandise Artikeln aus?
Kommt ganz auf die Kundschaft an. Gibt es beispielsweise keinen Geschenkeladen in der Nähe, gehen sie unter Umständen gut. Wichtig ist, dass sie preislich und geschmacklich zum Buchsortiment passen. Wenn ich nur Taschenbücher verkaufe, brauche ich auch keine teuren Non-Books.
 

Literaturhexle

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Ein interessanter Artikel zum Thema: