Amazon passt Bewertungssystem an

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Helmut Pöll

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Ist das glaube ich ein interessanter Wandel. Seht ihr diesen ebenfalls positiv?
Ich muss sagen, dass ich diesen Wandel nicht besonders positiv sehe. Natürlich wird es dadurch deutlich mehr Bewertungen geben. Aber was nützen mehr Bewertungen, wenn ich gar nicht weiss, warum meinetwegen jemand eine 5*-Bewertung für ein Buch vergeben hat und welche Überlegungen hinter diesem Urteil stehen. Vielleicht gar keine?

Bislang konnte ich für mich anhand des Textes entscheiden, ob eine Bewertung für mich relevant ist oder nicht. Das kann ich bei einem reinen Sternchensystem nicht mehr. Leider scheint das ein Tribut an die um sich greifende Facebook-Bequemlichkeit zu sein, wo das Maximum, was man Leuten an Teilnahme zumuten kann, ein "Gefällt mir"-Klick ist. Mit "gefällt mir"/"gefällt mir nicht" alleine lässt sich aber keine sinnvolle Auseinandersetzung führen.

Mir persönlich sind 20 gut begründete Rezensionen lieber als 300, deren Beweggründe ich nicht durchschauen kann und denen ich deswegen beinahe automatisch misstraue.
 
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InFo

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9. August 2015
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Da hast du sicher recht @Helmut Pöll, wie sie selbst schreibt: das Feedback an den Autor geht verloren. Und davon mal abgesehen, habe ich noch mehr Fragezeichen bei einer negativen Bewertung. Da bleibt man völlig allein gelassen.

Allerdings sehe ich das tendenziell positiv. Bewertungen sind Mangelware. Ich würde mir wünschen es würden mehr meine Bücher bewerten. Dann würden die mit Text nämlich auch mehr Beachtung erhalten und der potenzielle Leser entscheidet sich ggf. dafür.
 
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20. Mai 2014
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Zum einen finde ich das persönlich gut, weil ich auch von unterwegs Sterne vergeben kann. Außerdem erscheint es mir schlüssig, dass es in Zukunft dadurch mehr Bewertungen geben könnte. Ob das auf der anderen Seite zu mehr Missbrauch führt bleibt abzuwarten.
 

Helmut Pöll

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Allerdings sehe ich das tendenziell positiv. Bewertungen sind Mangelware. Ich würde mir wünschen es würden mehr meine Bücher bewerten. Dann würden die mit Text nämlich auch mehr Beachtung erhalten und der potenzielle Leser entscheidet sich ggf. dafür.
Hm ja. Bewertungen sind Mangelware. Die Frage ist doch auch, was diesen Mangel beheben kann. Sind 300 Bewertungen ohne Text besser als 50 gut begründete Rezensionen? Da bin ich mir nicht sicher. Wer sagt mir denn, dass die letzten 30 textlosen 5*-Bewertungen nicht von einer Schulklasse stammen, denen man einen Karton Kaugummi spendiert hat? Wenn sie was schreiben müssten, dann könnte ich das besser einschätzen.

Die andere Gefahr, die ich sehe, ist die, dass Leser, die bislang Textrezensionen verfasst haben, damit aufhören, weil sie sich fragen wozu eigentlich, wenn ein einziger Klick dieselbe Gewichtung hat.
 
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9. August 2015
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Die andere Gefahr, die ich sehe, ist die, dass Leser, die bislang Textrezensionen verfasst haben, damit aufhören, weil sie sich fragen wozu eigentlich, wenn ein einziger Klick dieselbe Gewichtung hat.

Das sehe ich gar nicht so eng. Es wird immer welche geben, die einen Drang haben ihre Meinung zu (digitalem) Papier zu bringen. Da gibt es hier einige ;) Wie bei den Bewertungen zählt dann der Gesamteindruck, entweder werden die reinen Klicks bestätigt und durch die Ausführlichen bestätigt oder eben nicht. Den Unterschied in den Bewertungen gibt es wie sonst auch.
 
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Frank62

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Ich schätze gerade die konstruktiven Rezensionen zu Büchern und vor allem zu technischen Produkten bei Amazon. Textlose Sterne-Rezis enthalten für mich als Kunden keinerlei verwertbare Informationen, also sind sie gerade bei technischen Produkten absolut wertlos. Ich fürchte aber, dass sich diese FB-Like-Kultur bei Amazon durchsetzen wird, da viele Kunden / FB-Nutzer darauf geeicht sind - fehlt nur noch die App, die die gesuchten Artikel / Waren nach der Menge der Sterne sortiert und dann wärmstens empfiehlt.

Nachdenkliche Grüße,
Frank
 

Klara Bellis

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Soweit ich weiß, tauchen diese Sternchen am Ende des Kindle-E-Books (bis jetzt) öffentlich nirgendwo auf. Diese Aufforderung gibt es schon solange ich meinen Kindle habe (2013), zumindest kenne ich es nicht anders, hab es aber nie genutzt.
 
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Tiram

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Ich mag mir einfach nicht vorstellen, dass all die Blogger und Rezischreiber nun aufhören,zu schreiben, nur weil sie auf die Schnelle Sternchen vergeben können.
Wer wirklich schon jahrelang über Bücher bloggt, macht es, weil es ihm ein Bedürfnis ist, sich im Nachhinein noch einmal mit dem gelesenen Buch auseinanderzusetzen. Das hoffe ich jedenfalls.
 

Mystery Art

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Hm, schwierig. Natürlich macht die bloße Sternenvergabe eine Bewertung einfacher. Und es kann zu mehr Bewertungen führen, aber wirklich hilfreich finde ich diese Neuerung nicht. Denn gerade die Begründung warum man mit dieser Sternenanzahl bewertet hat, macht die Bewertung wichtig. Als Käufer möchte man doch wissen, warum andere Konsumenten ihn als negativ einstufen.
Außerdem: Einfach nur Sterne zu vergeben, könnte dazu verleiten, negativer zu bewerten, als man es mit Begründung gemacht hätte.
Dann doch lieber weniger Bewertungen, aber dafür begründete.
 

Helmut Pöll

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Das sehe ich gar nicht so eng. Es wird immer welche geben, die einen Drang haben ihre Meinung zu (digitalem) Papier zu bringen. Da gibt es hier einige ;) .
Die Gefahr könnte eben sein, dass die Werke mit der besten Durchschnittszahl an Bewertungen nach oben gespült werden, selbst wenn dabei vielleicht keine einzige begründete Rezension ist.
Ich schätze gerade die konstruktiven Rezensionen zu Büchern und vor allem zu technischen Produkten bei Amazon. Textlose Sterne-Rezis enthalten für mich als Kunden keinerlei verwertbare Informationen, also sind sie gerade bei technischen Produkten absolut wertlos. Ich fürchte aber, dass sich diese FB-Like-Kultur bei Amazon durchsetzen wird.
Ich sehe das ganz genauso, @Frank62 . Diese "Gefällt mir"-Geschichte a la Facebook hat ja auch was. Das hat sich bei allen Foren eingebürgert. Wir haben es hier ja auch. Nur benötigt es eben meines Erachtens gehaltvollen Content, damit ein solches "Gefällt mir" überhaupt Sinn macht, z.B. einen besonders interessanten Diskussionsbeitrag. Dabei können alle anderen Leser sich dann selbst ein Urteil binden, indem sie diesen Inhalt durchlesen und dann ebenfalls bewerten oder nicht. Ich überlege mir auch gerade, wo das hinführen soll: gibt es in 5 Jahren ein "Gefällt mir" dafür, dass irgendetwas unbegründet ganz viele "Gefällt mir" bekommen hat? ;)
 
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Irgendwie ist das Thema Bewertungen sehr unterhaltsam: geben die Leser Bewertungen ab, ist man bei negativen, die zwar erklärt werden, aber doch nicht nachvollziehbar sind, geknickt, werden nur Sterne abgegeben passt es auch nicht. Nur bei Positiven ausformulierten Bewertungen freut man sich. :)

Dann entwickeln wir doch einfach eine Schwärmskala:
1 Herz: Schön.
2 Herzen: Einfach schöööön.
3 Herzen: Dahinschmelz schön.
4 Herzen: Stolz im Favoritenregal.
5 Herzen: Wir werden für immer zusammenbleiben.

Dies dürfte alle motivieren, selbst die einfachen Klicker. Ich finde die Idee toll! :D
 

Helmut Pöll

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Irgendwie ist das Thema Bewertungen sehr unterhaltsam: ... Nur bei Positiven ausformulierten Bewertungen freut man sich. :)
Das ist natürlich noch einmal ein ganz anderes Thema ;). Egal wie Du eine Skala aufbaust (Herzchen, Sternchen, lesende Pinguine), es wird immer traurig sein, wenn es nicht die Maximalwertung gibt. Was mir auch immer wieder auffällt, vor allem bei FB, dass jede 3*-Bewertung und niedriger zu längeren Diskussionen führt, was wohl die Ursache dafür sein könnte.
 
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20. Mai 2014
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Persönlich würde ich Bewertungen mit einem oder zwei Sternen nur für wirklich indiskutable Bücher vergeben, die lese ich aber nicht zu Ende. Meistens reicht mir schon der Blick in die Leseprobe. Auch Bücher, die so lala sind, breche ich manchmal noch nach der Hälfte ab. Wenn ich tatsächlich bis zum Ende lese, ist das Buch mir mindestens vier Sterne wert. Das wäre dann im gewissen Sinn auch schon eine Aussage.
 

Helmut Pöll

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Genauso halte ich es seit einigen Jahren auch, @Sabine Schäfers! Weshalb sollte ich mich nach einem Buchabbruch negativ äußern? Vielleicht ist ja gerade dieses Buch für einen anderen Leser unterhaltsam.
Ja schon, diese Vorgehensweise ist verständlich, andererseits führt sie zu etwas verschobenen Ergebnissen. Wenn nur die 4* und 5*-Rezensionen gepostet werden, die schlechteren aber aus Rücksichtnahme für sich behalten werden. dann ist die Fülle der Rezensionen nicht mehr so aussagekräftig, wie wenn alle gepostet werden.

Ich persönlich lese beispielsweise bei einem Buch, das mich interessieren könnte, die schlechteren Rezensionen zuerst, weil ich da ganz sicher bin, dass es keine Gefälligkeitsbesprechungen sind. Und bei diesen schaue ich dann, ob für mich die vorgetragenen Einwände relevant sind. Damit im Hinterkopf forste ich die 4* und 5*-Rezis durch. Damit bin ich immer gut gefahren. @Helene L. Köppel , @Sabine Schäfers
 

Mystery Art

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12. September 2015
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Irgendwie ist das Thema Bewertungen sehr unterhaltsam: geben die Leser Bewertungen ab, ist man bei negativen, die zwar erklärt werden, aber doch nicht nachvollziehbar sind, geknickt, werden nur Sterne abgegeben passt es auch nicht. Nur bei Positiven ausformulierten Bewertungen freut man sich. :)

Dann entwickeln wir doch einfach eine Schwärmskala:
1 Herz: Schön.
2 Herzen: Einfach schöööön.
3 Herzen: Dahinschmelz schön.
4 Herzen: Stolz im Favoritenregal.
5 Herzen: Wir werden für immer zusammenbleiben.

Dies dürfte alle motivieren, selbst die einfachen Klicker. Ich finde die Idee toll! :D
Wir geben 5 Herzen für diese Schwärmskala: Und werden somit für immer zusammenbleiben.

Das mit den Bewertungen und deren Ausführung ist wie mit der Eierlegenden Wollmilchsau. Natürlich möchte man alles... Aber wenn ich mich entscheiden müsste, dann die negativen, gut argumentierten, und doch schmerzhaften Bewertungen
 
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Reaktionen: Tiram und InFo