All you need is kill - Hiroshi Sakurazaka

Sakuko

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27. Juni 2016
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NRW
Buchinformationen und Rezensionen zu All You Need Is Kill Novel von Hiroshi Sakurazaka
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Keiji Kiriya ist ein neuer Rekrut im Kampf gegen die geheimnisvolle Alienrasse Mimics, die seit zwei Jahrzehnten versucht, die Erde zu vergiften.
In seinem ersten Kampfeinsatz trifft Keiji schwer verletzt auf die legendäre Soldatin Full Metal Bitch, die ihm gut zuredet. Keiji stirbt nur um am Tag vor dem Kampf wieder zu erwachen. Erst glaubt er an einen seltsamen Traum, aber jedes mal wiederholen sich für ihn die gleichen 1,5 Tage, während sich sonst niemand erinnert.
Ohne andere Optionen entscheidet Keiji, in seiner wenigen Zeit zu trainieren, bis er den Kampf überleben kann.

Das Buch hat eine großartige Prämisse, Täglich grüßt das Murmeltier trifft Krieg der Welten. Krieg als eine endlose Zeitschleife, aus der sich der Protagonist nicht befreien kann, so dass ihm nichts bleibt als Training, Kampf und Tod. Sehr düster, aber auch sehr fesselnd.
Die erste Hälfte ist auch sehr gut geschrieben. Der Protagonist ist sympathisch und glaubhaft, die Action-Szenen sind gut gemacht und die Kriegserlebnisse sind düster und blutig. Es ist interessant, wie er den Tag immer wieder optimiert und umstellt, wie er seine Kenntnisse nutzt um fast wie ein Ninja ungesehen umher zu schleichen.

Und dann passiert die zweite Hälfte. Zum einen erklärt der Autor, woher die Aliens kommen und was sie sind. Das hat mir nicht gefallen, weil diese Erkenntnis dem Buch nichts bringt, sie ist für den Plot irrelevant und sie zerstört das mysteriöse, bedrohliche der Kreaturen.

Außerdem erklärt der Autor, was es mit dem Zeitloop auf sich hat, und das ist der größte Tiefschlag, denn die Erklärung macht keinen Sinn. Weder wissenschaftlich noch logisch. Wenn man versucht etwas in wissenschaftlichen Begriffen zu erläutern sollte man zumindest verstehen, was diese Worte bedeuten. Aber abgesehen davon, fügt es sich auch logisch einfach nicht in die Geschichte ein, wie sie bisher erzählt wurde und wie sie weiter gesponnen wird.
Der Autor scheint selbst nicht ganz verstanden zu haben, was passiert, den obwohl der Plot ganz klar auf der Erklärung des Phänomens lastet, wird dieses immer wieder etwas anders formuliert und dargestellt. Es ist einfach sehr verwirrend.

Ich fand es auch sehr schade wie farblos und langweilig die Full Metal Bitch dargestellt wird, als sie an der Reihe ist, die Geschichte aus ihrem Blickwinkel zu erzählen. Für einen weiblichen Hauptcharakter, der so schillernd und beeindruckend in den Augen anderer Leute wirkt, hätte ich echt mehr erwartet als eine eher stereotype und fantasielose Geschichte.
Dazu kommt dann noch eine in letzter Minute eingeflogene, unpassende Liebesgeschichte, und die Enttäuschung ist perfekt.

Bis zur Hälfte des Buches hätte ich ohne zu Zögern 5 Sterne vergeben, die Geschichte ist bis dahin einfach mitreißend und fantastisch, aber danach geht es so schnell nach unten, das ich nur mit Mühe noch 3 Sterne vergeben mag. Die zweite Hälfte hat mir das komplette Buch nachhaltig verdorben.