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8. Leseabschnitt: Siebtes Buch - Zwei Versuchungen (S. 845 - 967)

Dieses Thema im Forum "Leserunde zu Middlemarch von George Eliot" wurde erstellt von Literaturhexle, 15. Dezember 2019.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Hier diskutieren wir das Siebte Buch (Zwei Versuchungen) bis einschließlich Kapitel 71.
     
  2. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Ich habe gerätselt, worin die zwei Versuchungen bestehen und glaube, dass die erste Versuchung sich auf Lydgates Billardspiel bezieht und die zweite Versuchung auf Bulstrode Erlaubnis Raffles Alkohol zu verabreichen, was seinen Tod zur Folge hat.
    Im Wesentlichen sind das die beiden Handlungsstränge in diesem Leseabschnitt.
    Einerseits Lydgates zunehmende Verzweiflung wegen seiner Schulden, aus denen weder Rosamonds Vater ihm helfen will noch seine adlige Verwandtschaft, sein Onkel, dem Rosamond heimlich geschrieben hat. Sie verfolgt ihre eigenen Pläne und hintergeht ihren Mann, indem sie u.a. verhindert, dass Ned Plymdale ihr Haus kauft. Der Konflikt zwischen Rosamond und Lydgate spitzt sich zu, wobei er "eine wachsende Angst vor Rosamonds gelassener, nicht greifbarer Widerspenstigkeit, die es nicht zuließ, dass er seine Macht doch noch endgültig behauptete" (874), hat. In seiner Hilflosigkeit kann er einem fast Leid tun, Rosamond entpuppt sich als die verwöhnte junge Dame, die auf ihrem Lebensstand beharrt und glaubt, ihr stünde ein bestimmter Lebensstil zu. Ihre Weigerung die Schulden und sich daraus ergebenen Konsequenzen ins Auge zu blicken, ist schwer zu greifen. Naivität, das Unvermögen, etwas anderes zu akzeptieren?
    In diesem Kontext spielt Lydgate zum ersten Mal Billard und wettet auf sein eigenes Spiel. Fred, der sich bis jetzt an beherrscht hat, ist abgeschreckt von Lydgates Eifer und der Versuchung schnelles Geld zu machen. Ausgerechnet Mr. Farebrother sucht Fred auf, damit dieser nicht in Versuchung gerät. Eine äußerst noble Geste, wenn man bedenkt, dass er Mary liebt und gerade weil er sie liebt und weiß, dass ihr Herz an Fred hängt.
    Währenddessen spitzt sich auch die Lage für Bulstrode, der Lydgates Ersuchen um Geld ebenfalls ablehnt, zu. Er spielt sogar mit dem Gedanken Middlemarch zu verlassen, als Raffles erneut auftaucht und er ihm dieses Mal mit Widerstand entgegentritt. Aber kann er sich darauf verlassen, dass Raffles schweigt?
    Und dann gabelt Mr. Garth Raffles in schlechtem Zustand auf, als er auf dem Weg zu Stone Court ist. Er kündigt sofort die Zusammenarbeit mit Bulstrode, da Raffle ihm alles erzählt hat, sichert Bulstrode jedoch zu, Stillschweigen zu wahren.
    Raffles geht es so schlecht, dass Bulstrode Lydgate zu Rate zieht, der darauf drängt, dass Raffles auf keinen Fall Alkohol bekommen darf. Und das ist die 2.Versuchung, denn Bulstrode erlaubt seiner Haushälterin des Nachts Raffle Brandy zu geben, worauf er am nächsten Morgen stirbt. Zeitgleich gewährt er Lydgate den Kredit - das sieht natürlich nach Bestechung aus, obwohl Lydgate tatsächlich nichts mit dem Tod zu tun hat, aber ahnt, dass seinen Anweisungen keine Folge geleistet wurde. Und jetzt hat er sich persönlich Bulstrode verpflichtet, @SuPro, darauf habe ich im 3.Leseabschnitt hingewiesen - bzw. gespoilert ;)
    Der Schluss des 7.Buches hat es in sich, denn die Probleme, die mit Raffles Tod gelöst zu sein scheinen, fallen auf Bulstrode zurück. Denn letzterer hat doch vor seinem Tod geredet, mit dem Pferdehändler. Das folgende Geschehen zeigt die gut geölte Maschinerie des Tratsch und Klatsch, aus Gerüchten werden Gewissheiten und nach einer kurzen Weile wissen alle Bescheid und auch auf Lydgate fällt kein gutes Licht, denn die Leute vermuten, dass er bestochen worden ist und Raffle absichtlich falsch behandelt hat. Beiden kann man rechtlich gesehen nichts vorwerfen, aber moralisch haben Bulstrode und Lydgate in Middlemarch verspielt. Wen kümmert die Wahrheit? Dorothea!
    "Sie (Mr. Farebrother) glauben doch wohl nicht, dass Mr. Lydgate sich einer Gemeinheit schuldig gemacht hat? Ich glaube es jedenfalls nicht. Wir wollen die Wahrheit herausfinden und ihn von dem Vorwurf reinwaschen!" (967)
    Da bin ich jetzt wirklich auf den letzten Abschnitt gespannt!
     
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  3. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Dass dieses die beiden Versuchungen sind, finde ich ziemlich eindeutig. Spiel und Mord um die Ehre zu retten. Scheinbar leichte Wege.

    Auf dem ersten Blick kann Lydgale einem leidtun, aber andererseits hat er selbst auch zu hoch gepokert, er wollte ja auch alles. Und was Rosamon angeht: Sie hat ihn umworben, weil sie meinte, Ruhm und Reichtum mit ihm zu erlangen. Nur hat die Realität sie jetzt eingeholt. Wobei ich auch sagen muss, dass sie mir beim Lesen dann doch ein bisschen auf die Nerven ging mit ihren Spielchen. Nun ja, später, als Lydgale das Geld kriegt, ist sie diese Sorge ja erst einmal los und hat sich damit vorerst gezeigt, dass sie mit ihrer Abwartetaktik gar nicht so daneben lag ... wie immer es weitergehen mag. Jedenfalls wäre die Familie nicht so schnell zu dem Geld gekommen, wenn sie nach Tertius' Willen gehandelt hätten. Und ich muss gestehen, dass ich mich eigentlich nicht darüber freue, dass Rosamond letztlich recht behielt, denn ihre Art ist eine, die ich so ganz und gar nicht leiden kann.

    Raffles' Tod hinterlässt einen mehr als bitteren Beigeschmack, finde ich. Einmal natürlich, weil Bulstrode genau weiß, was er veranlasst, zum anderen klebt dann doch Blut an dem Geld, das Tertius erhält. Tertius' Zweifel würden eine Obduktion auf jeden Fall rechtfertigen. Wir können nur spekulieren, was er täte, spielte das Geld keine Rolle.

    Die Gerüchteküche brodelt, was wieder sehr gut dargestellt ist. Die Buschtrommeln funktionieren zu allen Zeiten wunderbar (und mich wundert's, dass die Menschen es bis heute noch nicht begriffen haben :D). Dass Tertius' jemals wieder ein Bein an den Boden kriegen wird in Middlemarch, kann ich mir, ehrlich gesagt, kaum vorstellen.

    Interessant fand ich beim Lesen auch, dass man allem Anschein nach schon vor 200 Jahren auch jenseits der ärztlichen Kunst den Ärzten nicht traute. Stichwort: Vetternwirtschaft. Diese Überlegungen könnten auch von heute stammen.

    Da kann ich Dorothea nicht folgen. Ich weiß ja nicht, wie es rechtlich ist bzw. war, und mir ist auch durchaus klar, dass ich in Bezug auf die Ereignisse über mehr Wissen verfüge als Doro, aber zumindest moralisch hat der Arzt nicht ganz koscher gehandelt.

    Und jetzt noch meine abschließenden Gedanken zu Garth: Er hat, als er von Raffles' und Bulstrodes Geschichte gehört hat, integer verhalten. Kein Wunder, dass er immer den Kürzeren zieht.
     
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  4. Querleserin

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    Das hast du schön auf den Punkt gebracht - Garth bietet einen wohltuenden Kontrast zu all den Schandmäulern, die jetzt über Bulstrode und Lydgate richten. Letzterer hat - das muss man ihm zugute halten - nicht wissentlich Bestechungsgeld angenommen. Aber natürlich hätte er "nachhaken" können und da ist die Frage, inwiefern ihn das Geld davon abgehalten hat.
     
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  5. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Boah! Querleserin, jetzt weiß ich, was du meintest mit: Das Buch nimmt richtig Fahrt auf... Weiterhin fühle ich mich auf hohem Niveau unterhalten, alles, was wir in vorhergehenden Abschnitten über Sprache, Humor und Weisheit geschrieben haben, behält weiterhin seine Gültigkeit.
    War das nicht wunderbar dargestellt?! Es fühlte sich an wie Nebel, der in den Straßen der Stadt umherwabert und sich schließlich niederlässt... Genau auf diese Art und Weise hat schon mancher seinen guten Leumund verloren. Man nennt es Rufmord.

    Ich gehe mit Lydgate nicht so hart ins Gericht. Natürlich hat er Fehler gemacht. Bei all seiner Liebe zum Krankenhaus (Warum muss er dort UNENTGELDLICH arbeiten?) und zur Forschung hat er kein Händchen für wirtschaftliche Notwendigkeiten. Aus meiner Bankpraxis heraus (endlich kann ich Erfahrungen einbringen :)) kann ich euch sagen, dass das auch heute noch für viele Mediziner gilt (Sorry @SuPro ;)): Sie haben eine eigene Praxis, sind Arzt mit Leib und Seele, haben aber im Studium nicht mal einen Grundkurs BWL besuchen können und von Geld wenig bis keine Ahnung.... Heute gibt es zahllose Berater, die mit dieser Unkenntnis der Ärzte viel Geld verdienen :D

    Dazu kommt, dass Lydgate die völlig falsche Frau zur Verwirklichung seiner Ziele geheiratet hat - und das in einer Zeit, wo man nur schwerlich wieder voneinander loskommt...

    Aber: Er hat sich im Fall Raffles nicht schuldig gemacht. Er hielt Bulstrode für einen wohlgesonnenen Verwandten des Kranken. Er hatte keinen Grund zu der Annahme, dass dem nicht so sein könnte. Seine verabreichte Behandlung war fehlerfrei, wurde erst durch Bulstrodes willentliche Unterlassungen korrumpiert. Bulstrode ist der Täter!

    Lydgates Sorgen, die extrem schwerwiegend waren, die seine gesamte Zukunft zu vernichten drohten, haben seine heeren Grundsätze zerstört. Bulstrode war seine letzte Hoffnung. Der Zusammenhang mit dessen verspäteter Großzügigkeit wurde Lydgate erst später klar, als alle anderen bereits 1 und 1 zusammengezählt hatten... Fatal, aber er stellt sich diesen Gedanken, er sieht den Zusammenhang.

    Ich bewundere Dorothea, dass sie an Lydgate nach wie vor glaubt und hoffe auf ein gutes und dennoch glaubwürdiges Ende.
     
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  6. Wandablue

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    Ach, der arme Bulstrode. Er kommt nicht gut weg und ist eine echte tragische Figur. Dabei hätte es durchaus Möglichkeiten für ihn gegeben, - wenn die böse Autorin ihn nicht daran gehindert hätte.
    Tsts.
     
  7. Wandablue

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    Hm - aber auch Fred war in Versuchung, wieder zu spielen! Hat dann widerstanden.
    Fred und Tertius sind in Versuchung zu spielen. Und Bulstrode ist seiner Versuchung leider erlegen - weil er immer nur so tat als ob er Gott liebt, aber eben einem religiösen Ehrgeiz erlegen ist.

    Hm - keine dieser Personen hat genug Selbstbewusstsein, um eine Krise durchzustehen. Lydgate hätte sie gehabt - ansatzweise. Aber dann war er nicht Manns genug, Farebrother einzuweihen, der ihm sicher geholfen hätte, richtig mit seiner Frau umzugehen.

    Wieso denn nicht? Er hat die korrekten Anordnungen gegeben.

    Lydgate tut mir leid. Er ist ein echtes Opfer. Aber zuhause hätte er sich ganz anders durchsetzen können - und dann hätte es auch eine Chance für Rosamond gegeben. Die beiden verstehen einander einfach nicht.

    Wie dem auch sei - ich finde Bulstrode schon überzeichnet. Warum sollte dieser Mann keine Emotionen haben und auch Rosamond ist in ihrer Bewegungslosigkeit überzeichnet. Vllt alle? Aber sei es drum für die damalige Zeit hat sie es schon recht gut gemacht, die Autorin.
     
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  8. Wandablue

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    Genau! Auch Rosamond mahnt dies an!
     
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  9. Wandablue

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    Ja, er ist das Opfer dieses Romans. Er ist desillunsioniert, aber auch innerlich gewachsen. Ein Stück weit Zerbruch. Aber das ist eben Leben. So ist es oft.
     
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  10. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Ich weiß, es ist schwierig zu bewerten. Er hat korrekte Anordnungen gegeben. Aber ihm sollte auch klar sein, dass Bulstrode aus einem bestimmten Grund entgegen seinen Anordnungen verhalten hat. Wenngleich Bulstrode damit (wider besseren Wissens ?) einer konventionellen Therapie gefolgt ist, hinterlässt es in Verbindung mit dem Geld doch einen bitteren Nachgeschmack. Zumindest für mich.
     
  11. Wandablue

    Wandablue Aktives Mitglied

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    Jaha, sicher, aber das war doch danach. Währnd der Behandlung hat er total korrekt gehandelt. Er ist überhaupt ein guter Arzt.

    Findst du /findet ihr/ dass die Figurenzeichnungen gelungen sind?
     
  12. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Rosamond oder Mr. Brooks sind etwas überzeichnet - zu eindimensional, aus meiner Sicht, da sie sich auch nicht entwickeln.
    Doro, Lydgate und auch Fred machen hingegen einen Entwichlungsprozess durch, sind differenzierter. Gerade Lydgates Innenleben wird ja sehr genau geschildert.
     
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  13. Wandablue

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    Ja. Und Mr. Riggs, Mr. Trunkenbold (Namen vergessen), Mr. Bulstrode, Fred, Will und Dorothea. Lydgate überzeugt mich am ehesten.
     
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  14. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Das Mr. Brooke sich nicht entwickelt, finde ich durchaus realistisch. Er ist ja schon zu Beginn ein älterer Herr. Und auch wenn mir Rosamond nicht allzu sympathisch ist, finde ihre Stagnation auch durchaus gerechtfertigt. Heute würde sie wahrscheinlich in Soaps oder so leben. Solche Menschen gibt es wirklich. Das einzige, was mich wurmt, ist, dass sie am Ende ihr Glück doch findet und offenbar mit ihrer Art gut durch Leben kommt. Dat Glück is imma mit die Dowen - oder die Dreisten, Uneinsichtigen. K.A., wie ich's anders ausdrücken soll.
     
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  15. Wandablue

    Wandablue Aktives Mitglied

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    Haha - du hast dich völlig von der Autorin gängeln und einlullen lassen ;-)).
     
  16. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Das hat mit Einlullenlassen gar nichts zu tun. Letzten Endes bekommt Rosa ihren Willen. Wieso sollte sie sich also ändern? Es gibt Menschen, die sind so. Die machen immer alles toll. Und wenn's mal nicht toll ist, findet sich ein Doofer, der den Mist verbockt hat. Am besten dann immer schön das Kindchenschema behalten ... und der Laden läuft.
     
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  17. Wandablue

    Wandablue Aktives Mitglied

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    jajajaja .... dazu gehören aber immer zwei! Einer ders macht und einer, der es mit sich machen lässt. Und an London ist doch auch nicht alles schlecht. Es gibt viele Buchläden dort ...
     
  18. nineLE

    nineLE Aktives Mitglied

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    Ja er kann einem in der Tat leid tun, mit einer derartigen Ehefrau gestraft zu sein, durch ihr eigenmächtiges unebgreiflich törichtes Verhalten, schadet sie mehr, als sie sich selbst durch ihre Koketterie und Einfältigkeit hilft!
    Das arme Ding sah lediglich, dass DIE WELT NICHT NACH IHREM GESCHMACK eingerichtet war...


    Und dann durch Lügen beim Auktionator, die möglicherweise rettenden Bemühungen ihres Mannes zu untergraben, unfassbar, oder dem Onkel Lydgates zu schreiben, wie peinlich, nochmal unfassbar töricht!

    Am ekelhaftesten aber ihre Aussage:
    Ich wünschte, ich wäre mit dem Baby gestorben.


    Halleluja, nur weil sie nicht ihren verschwenderischen Lebensstil aufrechterhalten kann: diese Person die engelsgleiche Rosy, für mich -bis diesem Zeitpunkt des Romans -mit Abstand der widerlichste Charakter dieses Werkes:
    Rosamonds Geist war nicht groß genug, als dass Luxus darin sich klein ausgemacht hätte...
     
    #18 nineLE, 14. Januar 2020
    Zuletzt bearbeitet: 14. Januar 2020
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  19. nineLE

    nineLE Aktives Mitglied

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    In diesem Punkt stimme ich dir vollends zu!
    Ja stimmt, zumindest hinsichtlich einer Entwicklung und Änderung ihrer Einstelllung eingebettet in eine äußere Handlung, die das auch zeigt, dass es eine solche gibt.
    Defintiv, kreide ich DAS der Autorin am meisten an, was bitte ist den das für ein Signal an den Leser? Die Oberflächlichkeit und eine nette belanglose affektierte Hülle und ein verschwenderisches Leben ist der einzige beste und lohnbare Weg? Ich bin sozusagen nicht nur sehr enttäuscht, sondern echt empört, dass Rosamond damit "durchkommt" und der Leser nicht mal sieht, dass sie einen Dämpfer/"Denkzettel" beokommt, der sie ansatzweise reflektieren lässt, das finde ich wirklich sehr seeeeehr schade!
     
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  20. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Aber das zeigt auch, dass der Roman die Realität ansatzweise widerspiegelt. Nur im Märchen werden die Guten belohnt und die Bösen bestraft ;).
    Rosamond ist doch genau die Person, die aufgrund ihres Opportunismus und ihres Pragmatismus sich durchs Leben schlängelt. Das verleiht ihr wieder Authentizität. Eine Strafe hätte ich als unrealistisch empfunden.
     
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