8. Leseabschnitt: "Ovid kollidiert mit der Zensur" bis "Epilog" (ab S. 573)

Literaturhexle

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8. Leseabschnitt: "Ovid kollidiert mit der Zensur" bis "Epilog" (ab S. 573)
ENDE
 

Emswashed

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9. Mai 2020
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Endspurt! Mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Froh, die über 600 Seiten geschafft zu haben und traurig, dass es vorbei ist.

Die Zensur schlägt zu, die Christen waren dabei nicht unerheblich. Paradoxerweise überlebte die Literatur gerade in den Klöstern.

Der aberwitzige Zensurversuch von Amazon, die 2009 ausgerechnet Orwells 1984 von den Kindles löschte, ist mir damals im Gedächtnis geblieben und sorgt dafür, dass ich bis heute den E-books sehr skeptisch gegenüberstehe.

(Das Buch "Ausgeliefert" von Alec Mac Gilles konnte ich auch als Printausgabe nicht bei Amazon finden - warum nur? ;-))

Mir war nicht klar, dass Interpunktion und Absätze nicht von Anfang an selbstverständlich waren. Manche Foreneinträge (nicht hier) machen das heute noch so, haha. Mein alter Deutschlehrer hat bei seinen Diktaten auch kein Punkt und Komma mitgesprochen. Wir sollten anhand seiner Betonung selbst rausfinden, was da hingehört. Lustig wurde es beim Semikolon, da wurde er fast zum Kastraten.

Und Comics gehören wohl dich zur Hochlitertatur, yeah! Bei manchen Sachbüchern gibts im Nachhinein noch die illustrierte Ausgabe und dann kann mein bibliophiles Herz nicht widerstehen.

Ein guter Buchtitel ist die halbe Miete, aber gerade mit Papyrus hat Vallejo mächtig tief gestapelt. Allerdings fällt mir auch kein besserer Titel ein.

Beim Thema Klassiker wurde mir beschämend klar, dass ich wenige bis gar keine Klassiker gelesen habe. In meinen (späten) Leseanfängen wären sie auch eher kontraproduktiv für eine Leidenschaft gewesen. Aber ich arbeite daran. Vorliegendes Buch ist ein enormer Anreiz dafür.

Aber jetzt bin ich gespannt, wie es euch mit der Lektüre ergeht.
 

Lesehorizont

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Mainz
Ich habe das Buch heute beendet und werde in Kürze (jedoch nicht mehr heute) noch ausführlicher in diesem und früheren Abschnitten posten.
Zu diesem Buch habe ich mir ausnahmsweise viele Notizen gemacht. :)
Ist halt kein Romnan, aber enthält unglaublich viele faszinierende Informationen,, die sich mein Kurzeitgedächtnis never ever merken könnte...
 

Wandablue

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18. September 2019
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Der aberwitzige Zensurversuch von Amazon, die 2009 ausgerechnet Orwells 1984 von den Kindles löschte,
Aber warum haben sie dieses Buch nicht mehr wollen? Ich versteh es nicht.

Der letzte Abschnitt hat mich ein wenig ermüdet, vllt hätte man doch ein wenig kürzen können?
Dennoch blieben manche Dinge interessant; die Zwillingsbibliotheken Trajans; seltsamer Nationalstolz, dass die Römer alles kopierten und überall ein Pendant zu jedem Buch brauchten.

- Die soziale Verpflichtung des Eigentums. Manchmal war dazu sanfter Druck nötig.
- Seneca war steinreich und huldigte der Mäßigung. So was finde ich ja zum Schreien.
und dann noch mein Lieblingssatz:

"Jede Generation unterscheidet zwischen gutem Geschmack, nämlich dem eigenen (meinem!) - und dem banalen der anderen (das seid dann wohl ihr;-)".
 

Emswashed

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luisa_loves-literature

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Froh, die über 600 Seiten geschafft zu haben und traurig, dass es vorbei ist.
Da bin ich ganz bei dir! Irgendwie ist man erschöpft und glücklich!
Der letzte Abschnitt hat mich ein wenig ermüdet, vllt hätte man doch ein wenig kürzen können?
Da stimme ich dir zu - bei mir waren es sogar der vorletzte und der letzte Leseabschnitt. Hätte man die beiden jeweils etwas gekürzt, wäre ich wohl nicht ganz so erschöpft.

Die Seneca-Geschichte fand ich großartig! Ich wusste gar nicht, dass er so ein Investment-Tycoon und letztlich unermesslich reich war. Vallejo schreibt Multimillionär, wahrscheinlich ist Milliardär noch realistischer.
Ebenso gelungen fand ich die Kanon-Gedanken: in der Tat wirkt der Kanon ja immer so unantastbar, dabei ist er eigentlich einem beständigen Wandel und Veränderung ausgesetzt.
Interessant auch ihre Ausführungen ganz am Schluss: was, wenn bestimmte Texte es nicht bis heute geschafft hätten - wie sähe unsere Welt dann aus? In der Tat nur Spekulation, aber faszinierend. Letztlich sind ja auch Texte mit zensorischen und diskriminierenden Gedanken bis heute erhalten - und werden dennoch nicht von uns (zumindest in einigen Teilen der Welt) gelebt.
 

Sassenach123

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Ovid und seine erotische Literatur und eine Exkursion zu den Römern und der Schere zwischen den reichen und den armen Menschen. Auch bei der Partnerwahl und Auslebung der Ehe war den Armen wenig vergönnt.

Beim Thema Zensus musste ich schmunzeln, da es zur Zeit für uns sehr aktuell ist, allerdings ohne das kultische Reinigungsritual am Ende

Die Thematik um die Klassiker empfand ich nicht sehr interessant, da mir das meiste schon bewusst, bzw. bekannt war. Allerdings ist es verständlich, dass die Autorin es aufgegriffen und verankert hat.

Einige Informationen haben mich auch in diesem Abschnitt wieder erstaunt, sondiert Tatsache, dass in Spanien eine enorme Anzahl an Büchern vernichtet wird. Da denkt man, diese Zeiten liegen hinter einem, doch es passiert, und kaum jemand weiß, keinen interessiert es.

Sulpicia kannte ich ebenfalls nicht, wieder eine Wissenslücke die ich schließen konnte, vor allem, da es sich um eine sehr interessante Person handelt. Sie ist ähnlich drauf wie Ovid, wie mir scheint, was damals ja noch sehr gewagt war, erst recht als Frau.

Frauen können viel leisten, wie man an den berittenen Damen sieht, die die Bücher in die Appalachen brachten. Bewundernswert diese Hingabe, stelle mir das sehr anstrengend vor, erst recht, wenn man weiß, dass die Bewohner skeptisch auf Fremde reagieren. Und dann wird dieses tolle Projekt gecancelt……und rundet so das Ende, dieses umfangreiche, informative, aber auch anstrengende Werk ab.
 
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Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Beim Thema Klassiker wurde mir beschämend klar, dass ich wenige bis gar keine Klassiker gelesen habe. In meinen (späten) Leseanfängen wären sie auch eher kontraproduktiv für eine Leidenschaft gewesen. Aber ich arbeite daran. Vorliegendes Buch ist ein enormer Anreiz dafür.
Geht mir ähnlich, allerdings werde ich mich wohl weiterhin auf die neueren Klassiker beschränken. Ich habe einen Versuch unternommen die Ilias zu lesen, und ich bin kläglich gescheitert. Das traue ich mir einfach nicht zu.
 
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milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Frauen können viel leisten, wie man an den berittenen Damen sieht, die die Bücher in die Appalachen brachten. Bewundernswert diese Hingabe, stelle mir das sehr anstrengend vor, erst recht, wenn man weiß, dass die Bewohner skeptisch auf Fremde reagieren. Und dann wird dieses tolle Projekt gecancelt……

Das war mir tatsächlich nicht neu. Jojo Moyes hat darüber sogar schon einen Roman geschrieben. Gelesen habe ich ihn noch nicht. Ich kann also zur Umsetzung noch nichts sagen. Das Taschenbuch liegt aber bei mir rum, weil ich dieses Thema sehr spannend finde und mitbekommen habe, dass sie sehr intensiv dazu recherchiert hat. Deshalb möchte ich mal reinlesen, obwohl es nicht mein bevorzugtes Genre ist.

Falls es noch jemanden interessiert:

 

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Den letzten Abschnitt finde ich persönlich am schwächsten. Einfach weil ich davon nicht so viel mitnehmen konnte wie beim Rest des Buches. Trotzdem habe ich mich keineswegs gelangweilt und bin auch ein wenig traurig, dass dieses Mammutwerk nun beendet ist.

Ich mag es total, wenn es eine Textklammer gibt. Das war hier mit der Episode aus Kentucky der Fall, denn im Prolog tauchen ja auch Reiter auf. Aber das nur am Rande.
 
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