7. Leseabschnitt: Teil Vier (Seite 571 bis Ende)

milkysilvermoon

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13. Oktober 2017
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Wieso befindet sich eine Archiv-CD aus der Zeit als Benny 5 Jahre alt war im Haus (S. 606)? Annabelle fing doch erst nach Kenjis Tod im Home-Office an.

DAS habe ich mich auch gefragt. Normalerweise würde ich mir solche Stellen merken und selbst in einer Leserunde ansprechen. In dieser Geschichte häufen sich aber die Logikfehler, sodass der vorangegangene schnell vergessen ist, wenn schon der nächste auftaucht. :grinning
 

Irisblatt

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15. April 2022
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DAS habe ich mich auch gefragt. Normalerweise würde ich mir solche Stellen merken und selbst in einer Leserunde ansprechen. In dieser Geschichte häufen sich aber die Logikfehler, sodass der vorangegangene schnell vergessen ist, wenn schon der nächste auftaucht. :grinning
Das ist wahrscheinlich der Trick dabei. Verwirrung stiften ... was ist überhaupt real .... und letztendlich auch egal .... alles schon zerbrochen ... Ozeki hilft mir beim Ordnunghalten: Ein Buch weniger im Regal, immerhin!
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Aber bei uns außer Wanda niemand. Das ist schon ungewöhnlich, diese Einigkeit...
So schade!
Mag sein, dass man das Buch beim alleinigen Lesen eher so wegschmökert. In der Runde hier wurde man schon auf die Schwachpunkte hingewiesen ( war ja auch nicht schwer bei dem Buch ). Danach fällt einem noch mehr ins Auge.
Wir befeuern uns schon gegenseitig, mal zum Positiven, mal zum Negativen.
 

Literaturhexle

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2. April 2017
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Wir befeuern uns schon gegenseitig, mal zum Positiven, mal zum Negativen.
Einspruch. Es beruhigt natürlich, wenn man nicht der einzige kritische Geist ist. Aber wie oft haben einzelne von uns schon für ein Buch gekämpft und die Stimmung gehoben, eine Metaebene, eine andere Lesart aufgezeigt...?!
Gerade bei diesem Buch (ähnlich wie bei der Himmelsbrücke) waren wir doch mehr als willig, uns umstimmen zu lassen. Aber fast 700 Seiten sind eine Aufgabe, wenn so wenig Lesefreude aufkommt. Das kann man schwer ignorieren.
 

RuLeka

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30. Januar 2018
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Einspruch. Es beruhigt natürlich, wenn man nicht der einzige kritische Geist ist. Aber wie oft haben einzelne von uns schon für ein Buch gekämpft und die Stimmung gehoben, eine Metaebene, eine andere Lesart aufgezeigt...?!
Gerade bei diesem Buch (ähnlich wie bei der Himmelsbrücke) waren wir doch mehr als willig, uns umstimmen zu lassen. Aber fast 700 Seiten sind eine Aufgabe, wenn so wenig Lesefreude aufkommt. Das kann man schwer ignorieren.
Alles unbestritten. Ich meine das auch keineswegs negativ. Aber anderen fallen Dinge ins Auge, die man selber überliest. Dadurch verändert sich auch die eigene Wahrnehmung. Ich habe ja darauf hingewiesen, dass es hier nicht schwer fiel, Kritikpunkte zu finden.
 

Irisblatt

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15. April 2022
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Alles unbestritten. Ich meine das auch keineswegs negativ. Aber anderen fallen Dinge ins Auge, die man selber überliest. Dadurch verändert sich auch die eigene Wahrnehmung. Ich habe ja darauf hingewiesen, dass es hier nicht schwer fiel, Kritikpunkte zu finden.
Da sind wir wieder bei Ozeki: Jede:r liest ein Buch anders und dadurch werden aus einem Buch unterschiedliche Bücher. Leserunden erweitern den Blickwinkel und schon lesen wir ein Buch wieder anders, ein "neues" Buch. Über die Zeit verändert sich das dann wieder. Den Hesse, den ich in jungen Jahren gelesen habe, lese ich Jahrzehnte später anders. Bücher müssen immer zur jeweiligen Lebensphase und Stimmung passen. Große Literatur bleibt und kann immer wieder mit Gewinn gelesen werden.
 

Irisblatt

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15. April 2022
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Da gebe ich dir recht und musste tatsächlich sofort an deine Rezension von "Sturmhöhe" denken. Vielleicht bekommt es irgendwann von dir eine zweite Chance...
:rofl Wer weiß.... Dagegen war Ozeki für mich ein leichter Spaziergang. Aber vielleicht brauche ich mal ganz viel geballtes Drama ....
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Das Ende konnte mich auch nicht so richtig mit dem Buch versöhnen. Das Benny lernt mit den Stimmen umzugehen ist toll, sie umzulenken, sie nicht als negativ anzusehen ist sicher der richtige Weg. Gestört hat mich der Auslöser! Die Probleme der Mutter zu bewältigen sollte definitiv nicht die Aufgabe eines Jugendlichen sein. Dass die Ärztin und alle da mit machen hat mich enorm gewundert.
Und wohin ist das Aleph gegangen? Sie hat Benny gesagt sie müsse für längere Zeit fort, käme aber irgendwann wieder? Kurz dachte ich, dass Annabelle sich ihrer annehmen würde. Blödsinn,ich weiß! Sie braucht ja die Unterstützung ihres Sohnes um selbst klarzukommen.
Die Weisheiten über Bücher und die Erkenntnis, dass sie auf jeden anders wirken, jedem etwas anders vermitteln , konnte für mich leider nichts herausreißen.
Das Ende ist mir zu geschönt. Sie können wohnen bleiben, der neue Job, auf einmal gibt es die fehlenden Kontakte, Benny lenkt die Stimmen und nimmt alles in die Hand. Die Beerdigung für Kenji, endlich die Verarbeitung des Todes. Zuviel heile Welt
 

Sassenach123

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27. Dezember 2015
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Der Kapitalismus ist an allem Schuld. Was kann er dafür, wenn eine alles kaufen/sammeln/horten und sich zumüllen muss?
Wenn man den Kapitalismus außen vorlässt, passt es. Man kann ja durchaus beobachten, dass einige Menschen wirklich alles haben müssen, auch wenn es danach jahrelang nur herumliegt. Ein wenig Minimalismus täte manch einem gut. Doch bei Annabelle lagen ganz andere Gründe vor warum sie sich nicht trennen konnte, sicher kein Kapitalismus
Wieso befindet sich eine Archiv-CD aus der Zeit als Benny 5 Jahre alt war im Haus (S. 606)? Annabelle fing doch erst nach Kenjis Tod im Home-Office an.
Darüber habe ich mich schon gar nicht mehr geärgert, da es noch ein paar andere Schnitzer gab
Ich bin mir auch sicher, dass viele dieses Buch lieben werden.
Das habe ich auch schon gedacht. Vor meiner Zeit hier bei watchareadin hätte ich es auch weniger kritisch durchleuchtet. Die gehaltvollen Leserunden hier haben mich da ein wenig umgepolt
Danach fällt einem noch mehr ins Auge.
Wir befeuern uns schon gegenseitig, mal zum Positiven, mal zum Negativen.
Sicher richtig, allerdings geht bei mir die Grundstimmung meist schon vorher in die eine oder andere Richtung. Wenn viele hier dann ins gleiche Horn blasen, bestätigt das ziemlich intensiv diesen ersten Eindruck
 

luisa_loves-literature

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9. Januar 2022
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Ich bilde hier die Nachhut - der Roman hat mir wirklich sehr viel abverlangt - auch weil ich aus dem Augenrollen kaum noch herauskam.
Geschafft, yeah! Zum Schluss konnte mich die Geschichte ein winziges bißchen versöhnen, aber vielleicht lag es auch nur daran, dass sie endete.
Tatsächlich finde ich mich teilweise in einer identischen Gefühlslage - ich bin zutiefst dankbar, dass ich den Roman nun endlich auf den "gelesen-Stapel legen darf, dass das eventuell meinen Leseeindruck etwas verwässert.
Erst gibt es 650 Seiten Probleme all überall, danach löst sich alles relativ zügig und einfach in mehr oder weniger Wohlgefallen auf.
Ich fand den letzten Abschnitt leider vorhersehbar. Irgendwie war es mir klar, dass unsere bunte Truppe das Haus entrümpeln wird.
Die Vorhersehbarkeit spitzt sich hier ins Unermessliche zu. Selbst dass Aikon und Kimi NICHT mit von der Partie sind, ist vorhersehbar. Und dann diese Trauerfeier im Bibliotheksbüro...ach, nee....
Die Frau ist komplett gestört.
:rofl
Beide sind furchtbar krank. Benny kann nicht mehr laufen und sprechen. Auf einmal "erkennt" er, dass seine Mutter ihn braucht und kann sich als 14-jähriger selbst aus der Klinik entlassen, weil er mit Hungerstreik droht...
Diesen Krankheitsverlauf finde ich sehr "spannend" - ich habe einfach nicht folgen können (oder vermutlich das Interesse schon vorab verloren): vom Stimmen hören zur Paralyse und völligem Mutismus und dann quasi "Wunderheilung", weil seine Mutter ihn braucht. Das war mir zu viel Wunder.
das ist bis jetzt das nervigste Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe.
Für mich auf jeden Fall. Ich gebe wirklich gerne jedem Roman eine Chance, aber hier wurden die Grenzen meiner Belastbarkeit extrem ausgetestet.
Dazu kommt ein bisschen Bibliophilie, Weisheiten über Bücher und Büchersammeln. Da geht unsereinem das Herz auf.
Und das ist meines Erachtens volle Berechnung. Das ist mittlerweile kalkulierte Marketingstrategie für mich. Nach dem Motto: ein Buchliebhaber liebt auf jeden Fall Bücher, die von Büchern handeln. Ich bin da mittlerweile extrem vorsichtig.
Das Buch wurde in meinem Stapel auf dem Nachttisch nach hinten geschoben u d von zwei anderen, wesentlich lesenswerteren erstmal verdrängt.
Da habe ich mich SEHR angesprochen gefühlt.
Da sind wir wieder bei Ozeki: Jede:r liest ein Buch anders und dadurch werden aus einem Buch unterschiedliche Bücher.
Auch wenn das (leider) auch wieder so eine Literaturlebensweisheit ist - das war die Stelle, die mir ganz gut gefallen hat. Da konnte ich zumindest mal mit übereinstimmen.
Und wohin ist das Aleph gegangen? Sie hat Benny gesagt sie müsse für längere Zeit fort, käme aber irgendwann wieder?
Mich hat das an "Mary Poppins" erinnert - das Kindermädchen hat seinen Zweck erfüllt, nun muss man im Kirschbaumweg 17 allein zurecht kommen.
Das Ende ist mir zu geschönt. Sie können wohnen bleiben, der neue Job, auf einmal gibt es die fehlenden Kontakte, Benny lenkt die Stimmen und nimmt alles in die Hand. Die Beerdigung für Kenji, endlich die Verarbeitung des Todes. Zuviel heile Welt
Ganz deiner Meinung - Friede und Freu(n)de.
 
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luisa_loves-literature

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9. Januar 2022
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Wie gesagt, ein tiefer Seufzer entweicht meiner Brust und ich empfinde tiefe Dankbarkeit, dass ich es auch geschafft habe (da bin ich vielleicht doch im Zen-Modus). Für mich war der letzte Abschnitt dadurch, dass das Tempo etwas anzog, einigermaßen erträglich, aber es war mir zu kalkuliert, vorhersehbar und sprachlich auch wieder viel zu einfach. Zu viel offensichtliche Message (Didaktik, @Wandablue ;)) und dass es am Ende ein Happy End geben würde, war eigentlich ja auch von Beginn an klar, denn das Beachten der Maximen des Zen kann nur zu einem guten Ende führen. Dann tut das Universum auch etwas für dich. Sehr schade, aber wie oben bereits geschrieben, fand ich den letzten Abschnitt tatsächlich besser, nicht so gut wie den ersten, aber immerhin. Und ich nehme auch aus dieser Lektüre etwas mit - ich habe jetzt Lust zum Ausmisten.