7. Leseabschnitt: Fazit

Emswashed

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9. Mai 2020
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Wie soll man ein Buch bewerten, das selbst der Autor für nicht "übersetzungswürdig" gehalten hat? Das Thema fand ich sehr interessant, Nebeschauplatz Nordafrika war ein Puzzleteil im großen Kriegsdrama, aber die eingesetzten Schachfiguren hätten ambivalenter nicht sein können.
Da dieses Buch noch während des Krieges entstand, sind Heyms Gedanken zum Thema natürlich noch ohne Bewertung, die Szenen eher wohl eine Sammlung von Beobachtungen und die nachträgliche Einschätzung als Vorstudie treffend.

Es mag an der Unmittelbarkeit der Ereignisse liegen, dass ich die Protagonisten unglaubwürdig fand. Das geschichtliche (im Sinne von historische) Drumherum allerdings, hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass dieser Weltkrieg wirklich viele Feuer entfacht hat.
 
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ThomasWien

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19. März 2021
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Wien
Oh bin ich froh endlich fertig zu sein. Ich empfand diese Geschichte einfach zu sehr konstruiert und auf die Mata Hari von Algerien zugeschnitten. Dieses Buch funktionierte vielleicht zur damaligen Zeit, aber heute nicht mehr. Mit den angepriesenenen philosophischen Fragen beschäftigen wir uns sowieso schon seit Ende des Zweiten Weltkrieges, dazu hätten wir dieses Buch nicht gebraucht.
Wenn ich dieses Buch mit einem Wort zusammenfassen müsste, dann wäre es - Langeweile.
Sorry für mich definitiv viel zu wenig.
 

ulrikerabe

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14. August 2017
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Ich war ehrlich gesagt froh, als ich mit dem Buch fertig war. Es hat keine Lesebegeisterung bei mir hervorrufen können. Mir fällt es nie leicht über ein Buch zu schreiben, das mich trotz eines relevanten Themas so gar nicht erreicht und versuche immer irgendwelche Pluspunkte dafür zu sammeln. Hier ist es für mich, dass das Buch eben schon 1944 veröffentlicht wurde. Mitten im Krieg. Nicht einmal der Autor kannte den Ausgang. Und er hatte eine Innensicht, weil er selbst als Soldat an diesem Krieg teilgenommen hat. Das Nachwort in diesem Buch ist unerlässlich. Es hilft einiges am Buch zurechtzurücken.

 

Anjuta

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8. Januar 2016
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60
Essen
Ich kann hier kein flammendes Plädoyer für den "Flammenden Frieden" schreiben, aber was habe ich schon erwartet von einem Kriegsroman?! Aber ich kann ein gutes Fazit abgeben und sagen, dass mich dieser Roman über einen Kriegsschauplatz, der allenfalls in "Casablanca" mal geografisch annäherungsweise meine Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, auf sehr interessante und intensive Art informiert hat. Deutschland, vertreten durch eine kleine Gruppe unterschiedlicher Männer, die es sich in einem Hotel und an anderen Luxusorten der Hauptstadt Algeriens gut gehen lassen, ist auf einmal Herr über eine französische Kolonie im fernen Nordafrika, basierend auf der Tatsache, dass Paris von den deutschen Truppen eingenommen wurde. Diese an sich absurde Situation ruft weitere absurde Geschehnisse in der Wüste herauf, die vor allem das Ungeordnete des Kriegsgeschehens herausstreichen. Das ist nicht immer leicht zu lesen, sondern bleibt auch im Kopf des Lesers/der Leserin in häufig nicht zu ordnenden Wolken, aber es erscheint mir sehr nah dran am Geschehen und der Perspektive eines nahen Beobachters, der an den großen Entscheidungen der Kriegsführung nicht beteiligt und über diese auch nur unzureichend informiert war, obwohl er es war, der für solche Entscheidungen seinen Kopf hinzuhalten hatte. Also wohl die Perspektive des US Army-Soldaten Stefan Heym, der uns diese Perspektive tatsächlich recht ungefiltert und für einen wirklichen literarischen Genuss etwas zu wenig schriftstellerisch konstruiert vermittelt. (Noch) nicht auf der Höhe seines literarischen Könnens, aber mit viel Elan und Enthusiasmus geschrieben und deshalb für mich ein sehr interessantes Leseerlebnis!
 
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Yolande

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13. Februar 2020
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3.129
49
Nun endlich auch mein verspätetes Fazit.
Ich fand das Buch ziemlich enttäuschend, der Schauplatz hätte viel mehr hergegeben als so eine "Dreieicks-Lovestory. Besonders ärgerlich fand ich die Frauenfigur, über sie habe ich mich ständig aufgeregt :rolleyes::mad:.
Ich habe auch eine Rezension geschrieben: