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  1. Renie

    Renie Moderator
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    6. Leseabschnitt: S. 466 bis Ende
     
  2. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Kennt ihr diese Situation, ich bin im letzten Leseabschnitt und was ich gerade gelesen, macht mich tief betroffen und vor allem Traurig. Ich muss jetzt erst einmal eine Lesepause machen und mich sammeln! Nein es laufen keine Tränen, aber ich bin fassungslos!
     
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  3. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Wir sind in diesem letzten Teil in der nächsten Generation der Familiensaga angekommen. Im Fokus steht Solomon, der nach US-Auslandsstudium ins Bankengewerbe eingestiegen ist. Seine Freundin Phoebe bringt die Welt der USA in die Familie hinein, eine Welt, in der ganz anders mit Herkunft umgegangen wird als in Japan, zwar ist man sich in den USA immer seiner Herkunft bewusst, das verändert aber nicht per se die Rolle und Stellung, die eine Person in der Gesellschaft spielt. Es kann eben jeder vom Tellerwäscher zum Millionär aufsteigen. So jedenfalls der Mythos, der so wohl eher nicht stimmt, aber doch zeigt, dass es eine extrem andere Herangehensweise an das Thema Migration gibt (gab?) als in Japan.
    Der Entlassung Solomons aus der Bank ist eine wirklich sehr merkwürdige Geschichte, bei der ich die wahren Hintergründe und Beweggründe nicht ganz durchdringen konnte. Wichtig für den Roman ist: Auch Solomon landet danach im Pachinko-Geschäft. Dieses wird im Roman als Gradwanderung zwischen seriösem Business und Unterwelt dargestellt und als wohl einiges wirklich offenes Betätigungsfeld für Koreaner in Japan, die es zu etwas bringen wollen. Sie werden dann dort tätig unter dem ständigen Bewusstsein, dass sie mit einem Fuß in der Verbrechenswelt stehen und von der Außenwelt so wahrgenommen werden, als steckten sie da auf jeden Fall mittendrin. Pachinko ist also ein sehr gutes Symbol für die beschränkten Entfaltungsmöglichkeiten, die den handelnden Personen offen stehen und ich bedauere nun auch am Ende der Lektüre den Wechsel des Romantitels von "Pachinko" auf "Ein einfaches Leben".
    Ich bin am Ende eines lebensvollen Romans angekommen und könnte noch sehr viel länger in seinen Räumen und Personen verweilen. Ich fühle mich wie bei einem Serienstaffelende, bei dem man nur ungeduldig auf die Fortsetzung der Geschichte in der nächsten Staffel wartet. Ganz ehrlich: wäre ich im Filmbusiness: keine Frage, daraus muss ein Drehbuch werden, oder? Den Film hatte ich im Kopf schon die ganze Zeit vor Augen. Das hat das Buch wunderbar geschafft!
     
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  4. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Ich gebe Dir Recht, als das Buch zu Ende war, habe ich mir überlegt - was nun? Ich durfte sie über so einen langen Zeitraum begleiten, ich würde noch sehr gerne weiterlesen! Und ja, als Film wäre es bestimmt wundervoll!
     
  5. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Ich habe heute morgen den letzten Abschnitt nun zu Ende gelesen und bin fast traurig, dass er zu Ende ist. Wobei es gab noch den Moment, bei dem ich das Gefühl hatte, dass mir die Handlungssprünge fast zu groß waren. Auf der anderen Seite stört mich das nun im Nachhinein gar nicht mehr, da das Buch ja seinen Abschluss gefunden hat.

    Wobei man sich sicher auch die Fragen stellen könnte, wie schreibt man einen richtigen Abschluss? An welchem Moment in der Geschichte lässt man diese enden? Das ist bestimmt bei einem Buch, welches über so viele Jahre geschrieben wurde sehr schwierig. Aber ich denke, hier ist es gut gelungen!
     
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  6. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Geht mir auch so. Es macht auch so betroffen, dass ich selbst nicht mehr differenzieren kann.
     
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  7. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Für mich ist Solomon der Held dieser Geschichte. Traurig fand ich Noas Suizid.

    Natürlich sind die weiblichen Figuren auch alles Heldinnen, aber ich meine Solomon, der Letztgeborene, wie er mit dem Leid, das er tradiert bekommen hat, umgegangen ist.

    Ich habe das Buch soeben ausgelesen und der Schluss hat mir gefallen, ich konnte mich mit allem aussöhnen.

    Ich fand die Autorin sehr differenziert und unparteiisch. Sie ist völlig hassfrei an die Thematik herangegangen und ist es bis zum Schluss geblieben, wobei sie am Ende schon auch die Japaner so ein bißchen in Schutz nimmt.

    Ich muss das jetzt noch sacken lassen.
     
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  8. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ich habe mir ein paar Zitate heraus geschrieben und versuche sie morgen Abend hier rein zu kopieren. Ich möchte so gerne wissen, wie sie auf euch gewirkt haben. Bis morgen denn.
     
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  9. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ich bin leider noch nicht dazu gekommen, die Zitate hierrein zu kopieren, da ich eine massive Störung mit meinem Server hatte. ich hatte Glück, dass ich meine Rezension noch in meinen Blog einbringen konnte. Danach ging gar nichts mehr.

    Mich beschäftigt immer noch Noa, nicht nur, weil er sich das Leben genommen hat, sondern weil er auch in seiner Verzweiflung seine Mutter verstoßen hat.

    Mir haben sie beide leid getan. Und traurig fand ich, dass sich in den vielen Jahrzehnten in der japanischen Gesellschaft so keine Entwicklung aufgetan hat und ich kann nicht glauben, dass sie alle rassistisch gewesen sein sollen. Auf der Buchmesse ist mir Adolf Muschg begegnet und konnte an dem Interview zu seinem Buch Fukushima teilnehmen. Hier wurde Japan vorgestellt, das durch die Umweltkatastrophe eine Schamkultur entwickelt hätte. Eine Schamkultur? Sind das dieselben Japaner, wie wir sie hier im Buch erlebt haben? Ich kann gar nicht glauben, dass so gar keine gesellschaftliche Entwicklung statgefunden haben soll.

    Ich werde morgen die Zitate einfügen, mir ist das jetzt zu spät.

    LG, Momo
     
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  10. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Da ist so vieles zu besprechen. Es gibt so viele gestörte Beziehungen, beschädigte Personen...

    Mozersu geht, nachdem er in der Bank hintergangen wurde, zurück zu seinen Wurzeln und steigt ins Pachinko-Geschäft ein. Spätestens da habe ich den dtv Verlag nicht verstanden: das Pachinko durchzieht das ganze Buch. Dieser Titel wäre geheimnisvoll gewesen. "Ein einfaches Leben" erscheint mir nur ein Abklatsch des Seethaler-Titels zu sein.
    Kazu hat sich als väterlicher Chef so richtig Solomons Vertrauen erschlichen. Hochinteressant sein Vortrag auf S. 500ff über die Mittelmäßigkeit, Koreaner und Japaner. Als ich das las, habe auch ich den Mann für jemanden gehalten, bei dem Leistung und nicht Abstammung zählt.

    Wieviel Selbsthass muss Hana haben, dass sie sich schon in so jungen Jahren mit Männern einlässt, die sie mehr oder weniger missbrauchen dürfen? Will sie ihre Mutter bestrafen oder sich selbst, weil die Mutter sie verlassen hat? Sie verlässt Solomon, weil dieser "zu gut für sie ist". Am Ende geht sie zu Grunde- innerlich und äußerlich durch die Krankheit AIDS.

    Sunja ist die zentrale Figur. Harte Verluste hat sie zu verzeichnen, die sie aber nicht unterkriegen konnten. Schlimm fand ich, dass Sunjas Mutter ihr noch auf dem Sterbebett den Fehler mit Hansu vorhält und sie für den Tod Noas verantwortlich macht. Das fand ich herzlos und es passte nicht so recht zu der toughen alten Dame.

    Das Ende, Sunja auf dem Friedhof, empfand ich als versöhnlich. Trotz allem scheint sie ihr Leben nicht als einziges Leiden zu empfinden. Sie kann sich auch an die schönen Momente erinnern.
     
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  11. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Da gebe ich dir Recht, @Literaturhexle , mir ging es genauso, so viel Stoff, und man gar nicht weiß, wo man damit aufhören soll. Ich habe diesen Anspruch wieder aufgegeben, weil ich unmöglich so viel schreiben kann, wie darüber sprechen. Aber man kann ja sammeln.
     
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  12. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Hier einige ungeordnete Gedanken zum letzten Abschnitt und der Danksagung.

    Eine von vielen traurigen Geschichten in dem Roman ist die Geschichte von dem koreanischen Schuljungen, der vom Dach gesprungen ist weil er von Mitschülern gemobbt wurde. In der Danksagung der Autorin steht nun, dass dies eine wahre Geschichte ist, die die Autorin von einem amerikanischen Missionar erzählt bekommen hatte.
    Ich könnte mir denken, dass auch andere Geschichten teilweise wahre Begebenheiten wiedergeben, Schließlich schreibt Min Jin Lee, dass sie 2007 in Japan Interviews mit duzenden von koreanischen Japanern geführt hatte.

    Der Klappentext führt meiner Meinung nach etwas in die Irre. Der Roman ist viel mehr als die Geschichte von Sunja und ihren Söhnen. Es ist eine Familiensaga und mehr. Die Autorin versucht anhand von sehr vielen Einzelschicksalen, die im Umfeld von Sunjas Familie angesiedelt sind, die Lebenswirklichkeit von koreanischen Japanern zu erzählen.
    Außerdem wird im Klappentext das Glücksspiel Pachinko mit den Yakuza gleichgesetzt. Ich habe das anders verstanden. Es scheint doch einen deutlichen Unterschied zwischen der Mafia Yakuza und den Spielhallen Betreibern zu geben. Oder nicht?

    Der Roman endet eher pessimistisch (oder realistisch) wie ich finde. Solomon, in zweiter Generation in Japan geboren, mit einem amerikanischen Universitätsabschluss, möchte in die ehrenwerte Gesellschaft Japans aufsteigen. Aber er schafft es nicht. Er wird von den japanischen Chefs ausgenutzt und dann abgeschoben. Am Ende geht er auch ins Pachinko Geschäft, nach dem Motto: Schuster bleib bei deinen Leisten. Außerdem kann er - wie alle koreanischen Japaner - jederzeit abgeschoben werden, da er rechtlich gesehen Ausländer ist.
    Die rigiden Regeln in der japanischen Gesellschaft haben mich schon erschreckt. Wie wir im letzten Abschnitt erfahren, darf man sich nicht mal scheiden lassen. Die Frau und die Kinder sind danach für immer Außenseiter der Gesellschaft. Das ist sehr rückständig und grausam.

    Noa und Hana (und der Schuljunge der Selbstmord begangen hat) gehen an diesen grausamen Regeln zugrunde. Andere Romanfiguren wie Mozasu und sein Sohn arrangieren sich damit.

    Solomon hätte allerdings die Möglichkeit gehabt in den USA zu leben. Das Leben dort wird im Roman immer wieder als Kontrastmodell zu Japan genannt. Phoebe, Solomons Freundin, steht für das amerikanische Modell., das sehr viel besser erscheint. Sie beschriebt z.B. sehr positiv ihre multiethnische Familie.
    Es ist bezeichnend, dass ihre gelassene und selbstbewusste amerikanische Art in Japan unangemessen wirkt.

    "In Amerika schien es für alles eine Lösung zu geben, während man in Japan alles Schwierige ertragen musste."
     
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  13. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Genau diese Gedanken hatte ich auch!
    der Klappentext suggeriert eine simple Kain-und-Abel-Geschichte gewürzt mit ein bisschen Unterwelt... Dabei ist dieses Buch so viel,viel mehr! wir haben hier nur ein paar der Gedanken fassen können, die in dem Roman stecken. Er ist sehr vielschichtig und intelligent. Dabei aber trotzdem leicht zu lesen.

    Muss man ein Buch so "einfach" anpreisen, um die Verkaufszahlen zu erfüllen? Gibt es nicht genug anspruchsvolle Leser (die auf diese Art aber sicherlich nicht zum Kauf schreiten)? Diese Fragen würde ich zu gerne mal den Marketing-Experten des Verlages stellen. Zusammen mit der leidigen Frage, warum man diesen langweiligen Titel gewählt hat ;)
     
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  14. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ich bin erstaunt, welche unterschiedliche Wahrnehmung es zu Solomon gibt, wo er doch für mich der Held ist. Da musste ich mal ganz tief in mich gehen und horchen. Ich fand es ganz schrecklich, dass Noa sich das Leben genommen hat. Er hat alles getan, um als Japaner anerkannt zu werden. Er ist regelrecht daran zerbrochen, als er noch erfahren musste, dass Hansu sein eigentlicher Vater ist. Das hat mir richtig leid getan, und so war ich froh, dass Solomon einen Weg, seinen Weg gefunden hat, auf dem er glücklich werden konnte, auch wenn es in unseren Augen nicht so positiv erscheint. Aber es geht nicht um uns, es geht um Solomon, dass er glücklich ist.

    Ich fand es ganz schrecklich, als Noa seine Mutter böse beschimpt hat, sie als schmutzig bezeichnet hat. Aber er war verzweifelt. Es gab nirgends eine Anlaufstelle, an die er sich hätte wenden können, um Hilfe zu bekommen, um mit seinen Lebenskrisen fertigzuwerden. Wäre ich Noa, ich wäre damit auch nicht klar gekommen.

    Aber wem will man die Schuld geben? Es zeigt mir einfach, dass ein politisches System, das Menschen spaltet, statt sie zusammenzuführen, dass dies für mich ein Netz ist, in dem alle gefangen sind. Tief in der eigenen Seele kann kein Mensch wirklich glücklich sein, wenn er anderen mit seinem Leben, mit seinem Denken und Handeln schadet. Er schadet anderen, aber sich selbst auch. Er weiß es nur nicht.

    Ich trauere einfach noch um Noa, und freue mich, dass Solomon auf seine Weise glücklich mit seinem Leben geworden ist.

    Noa hatte sich gewünscht, ich zitiere:

    Noa starrte seine Freundin an. Sie würde immer einen anderen in ihm sehen, nicht den, den er war, sondern eine fantasievolle Version eines Fremden; und sie würde sich immer für etwas Besonderes halten, weil sie sich mit jemandem einließ, der von den anderen verachtet wurde. Wenn Noa mit ihr zusammen war, dachte er nicht daran, dass er Koreaner war. Er wollte einfach er selbst sein, was immer das bedeuten mochte; Manchmal wollte er sich einfach vergessen. Aber das war mit ihr nicht möglich. (356)
     
    #14 Momo, 24. Oktober 2018
    Zuletzt bearbeitet: 24. Oktober 2018
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  15. Renie

    Renie Moderator
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    Sehe ich genauso. Das ist wahrscheinlich wie bei uns. Nicht jeder Spielhallenbetreiber ist ein Krimineller, auch wenn dies in der öffentlichen Wahrnehmung häufig unterstellt wird. Und erzähl mal jemandem, dass du dein Geld mit dem Betrieb von Spielhallen verdienst :confused: Also, Spielhalle = Yakuza ist nicht richtig! Spielhalle = schlechter Ruf trifft es eher.
     
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  16. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    JA, ich sehe in dem Pachinko-Geschäft wirklich ein Symbol für die Gradwanderung, die ein Koreaner in Japan gehen muss, um irgendwie aus den "Deppenjobs" herauszukommen. Für den Preis, mit der kriminellen Welt gleichgesetzt zu werden, aber eben mit Geld und Wohlstand. Die Männer der Geschichte, die im Pachinko-Business landen, sind allesamt, denke ich, gute Beispiele für diesen Kampf um Ansehen auf dem schmalen Grad. Sie bleiben dabei so "sauber", wie sie können, aber stecken eben auch mitten drin im Sumpf. Das ist wunderbar beschrieben oder besser gestaltet von Min Jin Lee.
     
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  17. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    @Momo, dieses Zitat fand ich auch besonders beeindruckend und habe es markiert. Es drückt aus: auch sozusagen umgekehrte Diskriminierung gibt es und sie kann ähnlich vernichtend wahrgenommen werden. Normalität ist der einzige Ausweg aus der Diskriminierung, aber die findet Noa auch nicht bei dieser Freundin.
     
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  18. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ja. Das finde ich auch. Am Ende hat man eine vielschichtige Wahrnehmung dieses Problems. Ähnlich den Juden, die früher die einzigen waren, die als Geldverleiher tätig sein durften (auch diese Parallele tauchte im Buch irgendwo auf), dürfen Korreaner nur im Pachinko Geschäft arbeiten- mit allen Vor- und Nachteilen, die sich daraus ergeben. Doch auch Pachinko kann man so und so machen... Außerdem wird man auch viel Grips brauchen, um erfolgreich als Geschäftsführer den Betrieb zu organisieren. Dem Business haftet ein Stempel An, obwohl Tausende Japaner ihren Spaß dort haben. Wenn das keine Doppelmoral Ist!
     
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  19. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Ich denke, in Amerika ist viel von den koreanischen und japanischen Traditionen verloren gegangen. Das hat man auch deutlich an einigen Reaktionen von Phoebe gesehen. Das Leben ist dort so ganz anders, die dort Lebenden unterliegen keinerlei Repressalien und es geht ihnen auch wirtschaftlich viel besser. Wahrscheinlich fällt es unter den für sie positiven Veränderungen leicht mit dem Verlust der Traditionen umzugehen.
     
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  20. Momo

    Momo Platin Mitglied

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    Ja, Anjute, da stimme ich dir auf jeden Fall zu.
    Außerdem gibt es auch positive Vorurteile. Es gibt Länder, die bekommen immer Positives zu hören, und andere nur Negatives.
     
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