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  1. Renie

    Renie Moderator
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    5. Teil: Städte + Wasser + Übeltäter + Bögen + Geschichten
     
  2. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    In diesem Abschnitt erfahren wir sehr viel über das Familienleben der Dunbars, als die Familie noch komplett und intakt war.
    Die Eltern scheinen sich auf jedes Kind gefreut zu haben. Clay war der, der mit einem Lächeln zur Welt kam und Geschichten liebte.

    Alle Söhne mussten Klavier spielen lernen, das war für die Mutter nicht verhandelbar. "Ďas Klavier als Symbol der Kindheitsqual", führt zu dem Kapitel Klavierkriege: Matthew wird von einem schulbekannten Schläger gemobbt, weil er Klavier spielt und demnach eine Schwuchtel sei.
    Als Folge tritt er in Streik, was Penelope nicht akzeptiert. Als der Konflikt eskaliert, lehrt Michael den Jungen das Boxen, damit er sich zur Wehr setzen kann. Eine wunderbare Szene (S. 321 oben)

    Anschließend wird das langsame Sterben Penelopes beschrieben. Ausfälle, Behandlung, Operationen, Bestrahlung, Hoffnung und zerschlagene Hoffnung. Das beschreibt Zusak sehr empathisch ohne Tränendrüse. Mitunter streut er witzige Szenen und Dialoge ein, die der Grundstimmung die Schwere nehmen.

    Die Mutter unternimmt mit jedem Sohn noch etwas Besonderes.
    Irgendwann Klarheit: "Jungs, ich werde sterben." Spätestens da hat man dann doch einen Knoten im Hals...

    Der zweite Handlungssstrang behandelt die Gegenwart . Clay akzeptiert die Prügel, sieht sie als verdient an. Die Nachbarin Mrs Chilman verarztet die Verletzten, das scheint sie häufiger zu tun. Die Jungen scheinen ihre eigenen Bedürfnisse und Schmerzen nicht so ernst zu nehmen- eigentlich logisch, es kümmert sich ja auch keiner darum.

    Doch es gibt auch unterstützende Geister im Roman, eine davon ist die Lehrerin Claudia Kirkby oder Clays Freundin Carey, deren Galopprennen auch interessant geschildert wird.

    Am Ende geht Clay wieder zum Mörder zurück, der überrascht ist, dass Clay zurückkehren durfte. Auch er scheint seine Strafe (die Isolation) zu akzeptieren.
    Clay fühlt sich offenkundig auch zu seinem Vater hingezogen, was auf S. 361 erneut wunderbar in Sprache umgesetzt wurde.

    Bin gespannt, was ihr erwähnenswert findet. Ich wiederhole mich, aber ich bin gefangen und begeistert von diesem Buch:reader3
     
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  3. Renie

    Renie Moderator
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    An dieser Stelle war ich kurz davor, das Buch abzubrechen. Nicht, weil es mir nicht gefällt - ganz im Gegenteil - sondern weil bei mir traurige Erinnerungen wachgerufen wurden, mit denen ich mich nie wieder beschäftigen wollte :(.
    Ich bin jedoch froh, dass ich weitergelesen habe. Denn Zusak hat es gut mit mir gemeint. Gott sei Dank gibt es keine Sterbeszene. Das wäre für mich nämlich der Schlussstrich gewesen. Glück gehabt!
     
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  4. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Danke für die gute Zusammenfassung @Literaturhexle

    Zu den Klavierkriegen: Ich habe mich gefragt wie ich mich als Mutter verhalten hätte. Sicher hätte ich nicht so sehr auf das Klavierüben beharrt und auch das Mobbingproblem wäre ich anders angegangen.
    Matthews Eltern, besonders der Vater, raten dem Jungen sich körperlich zur Wehr zu setzten.
    Matthew empfindet das Boxtraining mit seinem Vater als Zeichen für dessen Zuneigung zu ihm. Aber vor allem - im Nachhinein gesehen - als Vorbereitung auf seine zukünftige Rolle als Verantwortlicher für die vier jüngeren Brüder. Sein Vater hatte ihn unbewusst auf den Lebenskampf, der ihm bevorstand, vorbereitet.

    Zur Krankheit der Mutter: Das war schmerzhaft zu lesen. Es ist immer schrecklich, wenn ein Elternteil stirbt zu einem Zeitpunkt, zu dem die Kinder die Mutter oder den Vater noch brauchen. Hier sind es sogar 5 Kinder, was die Tragik noch deutlicher macht.

    Penelope erzählt Clay alles. Ich habe das so verstanden, dass sie ihm von der ersten Liebe seines Vaters erzählt. Das würde auch erklären, warum Clay mit dem Vater nachsichtiger ist als die Anderen. Nur er weiß, dass Michael zum zweiten Mal seinen wichtigsten Menschen verliert. Er hatte keine Kraft mehr sich um seine Kinder zu kümmern - eine mögliche Erklärung...wir werden sehen. Andererseits, warum sollte Clay das seinen Brüdern nicht weiter erzählt haben...
    (Ich spekuliere so vor mich hin...)

    Es gibt eine neue Andeutung in dem Kapitel : Triumvirat. Clay wird mit Carey noch eine Art Drama erleben. Das Wort Triumvirat verstehe ich in dem Zusammenhang nicht ganz??
     
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  5. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Renie, das kann ich leider gut nachvollziehen.
     
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  6. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Ich glaube, das ist ein Reflex der Väter dieser Generation. Ich erinnere mich, dass mein Vater meinem Bruder in einer vergleichbaren Situation auch im Keller das Boxen lehrte :). (Übrigens auch mit Erfolg: Das Opfer ist kein Opfer mehr, wenn es sich wehren kann und vor allem seine Angst verliert).
    Toll, dass du das wieder sofort gesehen hast und völlig richtig!
    Das habe ich genauso gesehen. Aus der Vorgeschichte wissen wir bereits, dass Michael kein starker Mann (seelisch gesehen) ist. Der Tod Penelopes zieht ihm die Beine weg. Das ist nicht gut und keine Entschuldigung, wenn man 5 Kinder hat, aber es ist eine Erklärung.
    Weil er sowieso nicht viel redet ;)
    Triumvirat ist ein Dreierbündnis. Hier geht es um das Triumvirat aus Liebe und Verlust, das Carey komplettiert: Mutter und Vater und Carey.
    Dass Zusak das an dieser Stelle schon andeutet, wundert mich. Die Liebesgeschichte der beiden bleibt noch eine ganze Weile schön:rolleyes:
     
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  7. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Das ist ja interessant, genau wie im Roman!
     
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  8. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Was mir immer wieder auffällt, ist, wie stark körperliche Aggression Teil dieser Familie ist! Die Jungen schlagen sich gegenseitig richtig blutig, und bei so einem Konflikt wird gar nicht erst versucht, eine gewaltfreie Lösung zu finden... Was zugegebenermaßen wohl auch nicht funktioniert hätte.

    Es gelingt ihm wirklich sehr gut, das Sterben der Mutter zu schildern, ohne ins Pathos abzugleiten.

    Ich finde es schon sehr grenzwertig, wie sie sich gegenseitig zurichten, das hat mit "Bruderherzlichkeit" schon nichts mehr zu tun... Dass sich Jungs mal prügeln, ok, aber so?

    Carey scheint genau die Richtige für Clay zu sein, sie versteht ihn und lässt ihm den Freiraum, den er braucht.

    Von allen Jungen ist er der, der am ehesten bereit ist, dem Vater zu verzeihen. Ob das jetzt einfach Clays Naturell ist, oder ob es an dem Verhältnis liegt, dass er früher zu seinem Vater hatte?
     
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  9. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Das kann ich gut verstehen, wenn du damit persönliche Erinnerungen verbindest... Aber ich glaube, es war auch so eine gute Entscheidung, die Sterbeszene auszulassen, so wie es ist, ist es gut.
     
  10. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Ich habe ein wenig mit den Jungen mitgefühlt. Bei mir war es aber nicht das Klavierspielen, dass das Problem war (das habe ich geliebt), sondern Tennis. Mein Vater war Vorsitzender des Tennisclubs. Jede Woche musste ich einmal zum Training und einmal zum Jugendtreff, und ich habe es GEHASST, durfte aber erst mit 16 aufhören. Ich kann nur sagen: liebe Eltern, es bringt nichts, eure Kinder zu etwas zu zwingen – im Gegenteil! Ich habe hingeschmissen, sobald ich 16 war.

    Ich glaube nicht, dass ich auf das Mobbing so reagiert hätte... Ich denke ja, Gewalt erzeugt normalerweise immer Gegengewalt. Auch wenn es hier anscheinend funktioniert hat, hätte es den Konflikt auch leicht eskalieren können.

    So betrachtet ist es wohl kein Wunder, dass Matthew glaubt, Verfehlungen mit Prügeln bestrafen zu müssen...

    Ich weiß nicht, ob sie alle so verständnisvoll regiert hätten wie Clay, Rory zum Beispiel wäre zum Beispiel wahrscheinlich zornig geworden, weil sein Vater schon einmal eine Frau genauso sehr geliebt hat.
     
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  11. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    In beiden Ehen waren die Frauen die Starken, nicht er. Ich kann verstehen, dass der Tod seiner Frau ihn am Boden zerstört, aber die Liebe zu seinen Kindern hätte doch dafür sorgen sollen, dass er sie nicht einfach im Stich lässt...
     
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  12. VerdigrisDeep

    VerdigrisDeep Mitglied

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    Da muss ich ein bisschen widersprechen: Ich finde, dass die Jungs ihre eigenen Bedürfnisse sehr ernst nehmen - die Bedürfnisse, die sie als wichtig erachten (was Jungs in dem Alter nun mal so für wichtig halten). Sie können ja tun und lassen, was sie wollen, im Grunde genommen ein Teenager-Paradies. Wenn ihnen die Eltern nicht so furchtbar fehlen würden ...
    Was diese Prügeleien betrifft: Schmerz und Gewalt haben m. E. in diesem Buch (wie auch in anderen Romanen von Zusak) ganz unterschiedliche Bedeutungen. Zum einen ist es die Art der Jungen zu kommunizieren, sich mitzuteilen, zu reagieren. Und dadurch, dass alle diese "Sprache" sprechen, funktioniert es auch. (Sogar der Jüngste wird im Kleinkindalter schon darauf geeicht ... Ich weiß leider nicht mehr genau, wann die Szene kommt ...)
    Dann stellt euch auch diese räumliche Enge vor: 5 Jungs in 2 Zimmern - dass die sich nicht gegenseitig totschlagen, ist eigentlich ein Wunder.
    Zum anderen sind Schmerzen eine Möglichkeit, andere Schmerzen zu verdrängen oder zu unterdrücken. Und in dieser Beziehung gibt es ja einiges zu bewältigen.
     
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  13. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    In der Tat habe ich daran auch gedacht: Körperlicher Schmerz ist greifbar, man kann ihn aushalten, er lenkt eben von den anderen Schmerzen ab.

    Was ich meinte, war eher das rein Körperliche: die beiden verletzten Brüder liegen auf dem Sofa und bluten vor sich hin. Niemand nimmt das wirklich zur Kenntnis - außer Mrs Chilman eben.
    Absolut! Diese gegenseitige Fürsorge fand ich sehr bewegend. Im Grunde verstehen sie sich alle außergewöhnlich gut- vielleicht auch deshalb, weil sie nicht um die Liebe der Eltern konkurrieren müssen.
    Die Prügelszenen wirken sehr drastisch. Aber etwas Ernstes ist letztlich auch nicht passiert. Das spricht wieder für Regeln und Fairness.
     
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  14. Renie

    Renie Moderator
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    Das unterschreibe ich dir blind;)
     
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  15. Renie

    Renie Moderator
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    Es fällt mir schwer, in stark und schwach zu unterteilen. Michael ist ein ruhiger und zurückhaltender Typ, der mit seinem Leben zufrieden ist. In der ersten Ehe war seine Frau die Ehrgeizigere. Ihr hat das Leben mit ihm nicht ausgereicht und deshalb hat sie ihn verlassen. Aber deshalb von Schwäche bei ihm zu reden? Nö.
    Und Penelope stand im Vordergrund, wenn es um die Erziehung der Jungs ging. Von der Beziehung Penelope/Michael bekommt man nicht so viel mit, außer dass sich die beiden aufrichtig geliebt haben. Insofern kann man auch hier nicht von Stärke bzw. Schwäche reden.
    Ihr Tod hat ihm den Boden unter den Füßen weggerissen. Dass er seine Kinder verlassen hat, ist kaum nachvollziehbar. Aber vielleicht hat er instinktiv gespürt, dass die Brüder sich gegenseitig Kraft geben, zusammenhalten und füreinander da sind. Penelope scheint das Bindeglied zwischen Vater und Söhnen gewesen zu sein, das auf einmal nicht mehr vorhanden war. Und schon hatte Michael keine Bindung mehr zu seinen Söhnen.
     
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  16. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    In deinen Ausführungen hast du unbedingt recht. Viel wissen wir nicht über die Beziehungen Michaels zu seinen Frauen. Als ICH von schwach sprach, bezog ich mich auf die Tatsache, dass er sich nach den Trennungen so gehen ließ. So schlimm das ist, wenn man 5 Kinder hat, muss man aus dem Gasthaus auch wieder herauskommen und Verantwortung tragen. Er hat seine Söhne nicht nur emotional allein gelassen, sondern auch finanziell. Das hat für mich etwas mit Schwäche zu tun.
     
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  17. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Ihr habt die wichtigen Punkte aus diesem Abschnitt schon alle gut besprochen. Mir ging auch Penelopes Erkrankung nahe. Der Haushalt mit 6 Männern war für sie nicht immer leicht - aber sie hat alle ihre Männer geliebt.

    Wie die Jungens miteinander umgehen, fand ich auch grob. Vielleicht sind Jungs unter sich ja so. Mein Mann war auch einer von Dreien und er hat mir auch einige Geschichten erzählt...
     
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  18. Renie

    Renie Moderator
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    Jetzt verstehe ich, was du meinst.:)
     
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  19. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Diese Woche war ich zur Fortbildung und nächste Woche muss ich auch nochmal los.

    Für die Lektüre hat mir die Pause ganz gut getan. Wie schon gesagt wurde, ist das Familienleben etwas eigenartig, aber doch positiv, die Familie hält zusammen. Ich weiß nicht, ob ich Kinder zum klavierspielen zwingen würde. Mir ist eh nicht ganz klar, weshalb Penny das gemacht hat. Eine Erinnerung kann sie dadurch nicht wachhalten wollen. Vielleicht suchte sie den einen unter ihren Jungen, der in ihre Fußstapfen treten würde, der an ihrer Stelle erfolgreich sein würde. Doch die Kinder müssen ihren eigenen Weg finden, ihre eigenen Talente entwickeln. Trotzdem ist Penny sehr authentisch. Ihre Erkrankung ist tragisch, die Familie kann daran schon zerbrechen. Michael kommt mir bis jetzt eigentlich nicht wie ein schlechter Vater vor. Auch er leidet unter der Erkrankung und hat Angst, wie es ohne Penny weitergehen soll.
     
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  20. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Ich denke, dass es trotz allem eigentlich seine Verantwortung gewesen wäre, bei seinen Söhnen zu bleiben, denn trotz Zusammenhalt war es für sie eine richtig harte Zeit. Aber ich glaube, er hatte einfach nicht die Kraft dazu, und das ist etwas, das ich sogar nachvollziehen kann. Menschen sind nun mal nicht perfekt, und Trauer ist vielleicht die Emotion, die einem Menschen am meisten abfordert.

    "Er lehnte sich der Luft entgegen, als ob er erwartete, dass sie ihm den Garaus machte, aber das tat sie nicht, nicht heute, denn mit einem Mal wusste er, dass dies nicht der Tag war, an dem ein Mörder etwas geschenkt bekam."

    Wie sein Verhalten und seine Gedanken beschrieben wurde, als er in den ersten Kapiteln auf einmal wieder bei den Jungen auftauchte, vermute ich, dass er selber sein Verhalten als Schwäche sah und er sich deswegen verachtete.

    In meinen Augen ist es allerdings ein Zeichen von echter Größe, dass er zurückkommt, obwohl er weiß, dass seine Söhne ihn möglicherweise ablehnen oder sogar hassen. Am Anfang des Buches war ich mir nicht sicher, was ich davon halten sollte, dass er nach all der Zeit wieder auftaucht, um seine Söhne um Hilfe zu bitten – aber jetzt, wo man die Charaktere besser kennt, merkt man, dass dahinter viel mehr steckt.
     
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