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5. Leseabschnitt: von Kapitel III. (Vierter Teil, S. 248) bis zum Ende (S. 291)

Dieses Thema im Forum "Leserunde zu 'Die allertraurigste Geschichte'" wurde erstellt von Literaturhexle, 28. November 2018.

  1. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Hier diskutieren wir von Seite 248 bis zum Ende auf Seite 291.
     
  2. Leseglück

    Leseglück Aktives Mitglied

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    Es ist kaum zu glauben, aber die Dramatik nimmt weiter zu!
    Zeitlich springt der Autor jetzt ständig vor und zurück.. Edward schlitzt sich die Kehle auf (meine Güte wie theatralisch) und Nancy wird Wahnsinnig , als sie davon erfährt.
    Leonore heiratet einen "normalen" Mann, den Mann, mit dem sie früher mal eine Affäre beginnen wollte, aber nicht konnte. Sie bekommt sogar noch ein Kind. Eigentlich ein gutes Ende für Leonore. Der Erzähler macht aber keinen Hehl daraus, dass er solche normalen Menschen langweilig findet, er nennt sie "verschlagen".
    John lebt nun auf dem Landsitz der Ashburnhams zusammen mit der wahnsinnigen Nancy.

    Der Autor beendet seinen Roman mit der wohl tragischsten Szene, dem Selbstmord von Edward. "Mir fällt plötzlich ein, dass ich vergessen habe zu sagen, wie Edward in den Tod ging." Wieder das Spiel mit dem Leser. Natürlich hat er es nicht vergessen, wir wurden bewusst so lange auf die Folter gespannt.

    Über diesen Roman muss ich noch ein bisschen nachdenken. Es stecken viele Themen drin, wie z.B. Moral vs. Ausleben von Leidenschaft, Verbotene Liebe zu viel zu jungen Schutzbefohlenen...
    Im Vordergrund steht für mich aber die interessante Erzählweise. Dieser unzuverlässige Erzähler. Das Gefühl beim Lesen, dass die wahre Geschichte gar nicht erzählt werden soll, dass vieles verschleiert und im Ungefähren bleibt. Der Autor lässt unheimlich viel Platz für Spekulation und für eigene Meinungen zu den Vorfällen.
     
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  3. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Deiner Einschätzung kann ich nur zustimmen. Es scheint mir, dass der Autor massiv Kritik an den "Normalen" übt, Menschen wie Leonore, die unter dem Deckmantel der Religiosität, in ihrem Fall dem katholischen Glauben, letztlich sehr grausam agieren. Wie sie Nancy manipuliert haben soll, wenn wir dem Erzähler denn glauben können, der seine Zuneigung zu Edward gut versteckt hat.
    Ich finde das Nachwort sehr erhellend, das auch noch einmal auf die besondere Erzählweise aufmerksam macht.
     
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  4. MRO1975

    MRO1975 Aktives Mitglied

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    Das Ende gleicht wirklich einer Oper. John erlebt den letzten Akt der Ashburnham-Tragödie. Die Eheleute haben ihn auf ihr Gut eingeladen, gerade so so als ob er als Zuschauer fungieren soll.

    Edward verzehrt sich nach Nancy, rührt sie aber nicht an. Das zermürbt ihn. Währenddessen redet Leonora Nancy ein, dass Edward wegen seiner Liebe zu ihm sterbe. Gleichzeitig erzählt sie Nancy von Edwards Affären, um ihre Liebe zu erschüttern. Der Plan gelingt. Nancy bietet sich eines Nachts Edward an, weil sie meint, so sein Leben reteen zu können. Dabei sagt sie ihm aber, dass sie ihn nicht mehr lieben könne. Nancy reist nach Indien ab. Edward schneidet sich die Kehle durch. Leonora heiratet einen ordentlichen Gentleman und erwartet ein Kind. Die zurückgekehrte Nancy hat den Verstand verloren, lebt bei John und wird von diesem gepflegt.

    Der erwartete Knaller ist dennoch leider ausgeblieben. John erwähnt zwar mehrfach, dass er Edward liebe, aber eigentlich bleibt alles unausgesprochen und die Lösung all der aufgeworfenen Fragen dem Leser überlassen.
     
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  5. Sylli

    Sylli Gast

    Hier steh ich nun und bin betroffen, Vorhang zu - und alle Fragen offen, oder so ähnlich heißt es doch und ganz genauso geht es mir auch.
    Wozu diese Geschichte erzählt wurde, ist mir leider nicht klar geworden und die allertraurigste, die ich je gelesen habe, war sie sicher auch nicht.
    Gefallen hat mir eigentlich nur das schön gestaltete Buch ...
     
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  6. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Die Erzählweise hat mir sehr gut gefallen. Ich hatte den Eindruck, dass das Buch vor allem die Doppelmoral der Gesellschaft zeigt, oder auch, was passiert, wenn Menschen in einer sehr restriktiven Gesellschaft leben – hinter den Kulissen entlädt sich das alles.
     
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  7. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    Wie Leonora am Schluss das Mädchen und Edward gegeneinander ausgespielt hat, das war wirklich sehr grausam... In diesem Ausmaß hätte ich ihr das eigentlich gar nicht zugetraut.
     
  8. Mikka Liest

    Mikka Liest Silber Mitglied

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    14. Februar 2015
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    Das war wirklich unglaublich hinterlistig und skrupellos von Leonora! Allerdings hat sie wohl nicht damit gerechnet, dass sich Edward die Kehle durchschneidet...

    Im Endeffekt war ich eigentlich dann doch ziemlich zufrieden mit dem Ende. Das ganze Buch ist so sehr ein Buch der leisen Nuancen und Zwischentöne, dass es in meinen Augen folgerichtig ist, dass auch das Ende so ist.
     
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  9. Literaturhexle

    Literaturhexle Moderator

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    Puh! Da hat der Autor am Ende aber nochmal richtig tief in die Mottenkiste seines Zeitgeistes gegriffen! Nicht nur, dass Menschen zahlreich und zum Teil unter dubiosen Umständen zu Tode kommen, jetzt hat auch die arme Nancy noch den Verstand verloren...! Das kommt in den Romanen dieser Epoche ja häufiger vor. Zum Glück sind die Leute heute stabiler: verschmähte Liebe mag ja mal zu zeitweiliger Depression führen, aber mehr :confused: dann doch nicht.

    Ich fühlte mich da auch eher in ein tragisches Theaterstück erinnert. Wir haben es nur mit wenigen Charakteren zu tun, die aber inhaltlich ausschließlich um sich selbst und ihre Liebschaften kreisen. Anjutas Theorie vom "überflüssigen Mensch" hat mir ausnehmend gut gefallen. Ansonsten hat mich die Dekadenz dieser vermeintlich besseren Gesellschaft fast geärgert. Nur Edward schien zeitweilig in seiner Rolle als Gutsverwalter ein Herz für die einfachen Leute zu haben, die ansonsten gern auf der Strecke zurückgelassen wurden.

    Inhaltlich hat mich der Roman aus den genannten Gründen gar nicht überzeugen können. Der Themenkreis war recht eng, für mich zogen sich die Seiten in die Länge, Spannung Fehlanzeige.
    Einzig der unzuverlässige Erzähler konnte mich ansatzweise faszinieren: Mit welcher Selbstverständlichkeit er seinen eigenen Aussagen widersprochen hat, wie er uns auf falsche Fährten schickt. Ja, das Schreibkonzept ist interessant, doch die Story dahinter ist mir reichlich dünn.

    Zusammen mit Querleserin habe ich "Oblomov" gehört - wie ich nun gelernt habe, der Klassiker für den "überflüssigen Menschen". Doch in jenem dicken Roman gab es neben der Betulichkeit des Oblomov immer wieder Handlungen, über die man auch mal lächeln konnte, es ist was passiert.

    Hier war alles nur dick aufgetragene Tragik in Kombination mit eingebildeten kolossalen Liebesgefühlen.
     
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  10. Sassenach123

    Sassenach123 Platin Mitglied

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    Das Ende ist wenig überraschend, lediglich die Inszenierung von Leonora hätte ich so nicht erwartet. Ich dachte, sie toleriert die Affären wirklich in der Hoffnung, dass Edward irgendwann wieder zu ihr findet. Nun wirkt es so, als ob sie am Ende einfach nur Rache nehmen wollte.
    John überlässt dem Leser in vielen Dingen, was er von den Ereignissen halten möchte. John hat auf vieles selbst keine eindeutige Antwort, oder sie ist verfärbt von den unterschiedlichen Eindrücken. Die meisten Ereignisse erlebt er ja nicht direkt mit, bekommt sie von verschiedenen Personen nacherzählt. Das gefällt mir an diesem Roman. Denn im wahren Leben ist vorallem in Beziehungsfragen ja oftmals alles auch nie schwarz oder weiß.
     
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  11. parden

    parden Forumlegende

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    Der Abschnitt ist nun geschafft - und ich ebenfalls. Wären alle Romane so wie dieser, würde ich mich definitiv einem anderen Hobby als dem Lesen zuwenden. Es ist und bleibt Quälerei für mich. Mir gehen die Leute allesamt auf die Nerven, alles badet in seinem persönlichen Leid im Rahmen des eng angelegten gesellschaftlichen Kontextes, lebt im Grunde ein sinnfreies Leben und macht anderen nebenher das Leben zur Hölle. Der unzuverlässige Erzähler mag ein netter Schachzug sein, mir kommt John eher wie ein absolutes Weichei vor. Schaut beinahe achselzuckend zu als Edward - den er ja ach so liebt - beschließt sich umzubringen. Größere Gleichgültigkeit geht wohl nicht. Jaja, wichtige Themen wie Doppelmoral, Kritik an Standesdünkel und Kirche usw. - aber doch bitte nicht so. Langweilig und zum Davonlaufen...

    So, jetzt 'nur noch' das Nachwort und dann ist endlich Schluss damit!
     
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