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  1. Renie

    Renie Moderator
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    5. Leseabschnitt: Freitag, 26. Juni 1914 (S. 279 bis S. 350)
     
  2. Circlestones Books Blog

    Circlestones Books Blog Aktives Mitglied

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    Mir gefällt sehr gut, wie genau die einzelnen Personen beschrieben sind. Als Leser spürt man, wie die jungen Attentäter immer wieder Zeifel haben, ist es richtig, was sie tun werden, gibt es keine andere Möglichkeit. Es sind junge Menschen, die, obwohl auf Grund der Lebensumstände unheilbar krank, dennoch in diesen Tagen richtig begreifen, dass diese Tat auch ihren Tod beinhalten wird. Denn für sie war es so, auch wenn die Geschichte zeigt, dass es dann etwas anders verlaufen ist. Es ist faszinierend, wie es dem Autor gelingt, eine Geschichte, deren Ausgang man als Leser vom ersten Wort an kennt, mit so viel Spannung und Einfühlungsvermögen neu zu erzählen. Man wünscht sich, Danilo würde von seinem Anruf in Belgrad (Seite 290) mit einer neuen, anderen Order zurückkommen, denn plötzlich sind es nicht mehr die relativ unbekannten Attentäter in den Geschichtsbüchern, beinahe automatisch "die Bösen", sondern junge Menschen, irgendwie auch das Resultat, ich würde beinahe sagen, Opfer, ihrer Lebensumstände.
     
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  3. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Auch in diesem Abschnitt wird wieder einmal mehr deutlich, wie sehr es darum geht Haltung zu bewahren. Ein Zeichen von Schwäche oder gar Beunruhigung angesichts der Informationen zu einem drohenden Attentat werden heruntergespielt. Niemand hat die Größe zu sagen, dass wirklich etwas Schlimmes passieren könnte. Denn die Anzeichen werden ja immer deutlicher. Wieder einmal wäre Gavrilo beinahe gefasst worden. Die Vermutungen und Schlussfolgerungen die die Mitarbeiter von Markovic ziehen stimmen ja immer wieder. Und trotzdem hat es nichts genützt.

    Dann wäre vermutlich vieles in der Geschichte anders gelaufen ….!
     
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  4. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Die Gedanken über den Tod fand ich auch interessant zu lesen, wobei ich anfangs, was später dann ja auch noch kam, gedacht habe, dass ich mir gar nicht so sicher bin, ob man wirklich Angst vor dem Tod hat, sondern nicht doch eher vor dem Sterben. Da musste ich dann aber auch wiederum an das Zyankali denken. Natürlich weiß ich es nicht, aber es soll "angenehmere" Arten geben zu sterben. Sowohl die Gedanken über den Tod und ihre Angst als auch die Gedanken über Mädchen/Liebe lassen die Attentäter menschlich erscheinen, und insgesamt muss ich auch zugeben, dass ich ein wenig das Gefühl habe, dass sie instrumentalisiert werden.

    "Ein äußerer Feind schweißt im Inneren zusammen ..." (S. 325) - da hat F.F. ein wahres Wort gesprochen. Mich würde interessieren, ob ähnliche Ansichten bei ihm belegt sind?

    "Anarchisten (...) ist die Nation egal, solange Regierungen beseitigt werden." (S. 332) - auch das ist ein m.E. gar nicht so abwegiger Gedanke. Und macht es einfach schwer, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden. Mir fällt jedenfalls kein geschichtliches Ereignis ein, wo gewaltsame Umbrüche unmittelbar im Frieden geendet hätten.

    Mit Jelena zusammen besucht Gavrilo das Grab von Bogdan Žerajić und wurde erkannt. Man kann sagen, was man will, aber Markovic gibt sein Bestes. Anfangs war er mir ja, ehrlich gesagt, etwas unsympathisch, aber er gewinnt an Sympathie. Jedenfalls hat er den Überblick und engagiert sich. Wobei ich mir nicht sicher bin, was für die Attentäter persönlich besser wäre: Im Vorfeld geschnappt zu werden und die Sache durchzuziehen und dabei/anschließend zu sterben. Aber die Frage stellt sich ja im Nachhinein nicht mehr.

    Gavrilo geht, finde ich, mit seiner Krankheit auch ein wenig leichtsinnig um, zumindest was sein Verhältnis zu Jelena betrifft. Aber auch was die möglichen Folgen für die Familien angeht, sind die jungen Männer eher unbedacht.
     
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  5. wal.li

    wal.li Gold Mitglied

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    Die Attentäter reflektieren über ihr Vorhaben und auch über ihre Krankheit und den Tod. Eigentlich wollen sie nicht sterben, sie sehen nur keine Chance, der Krankheit zu entgehen. Gavrilo fängt sogar an zu flirten.

    Markovic versucht alles, um ein mögliches Attentat zu verhindern. Er kommt den Attentätern sehr nahe, aber nicht nahe genug.

    Der Thronfolger sieht eine Kriegsgefahr, er steht eher auf Seiten der Diplomatie. Da stimmt er erstaunlicherweise mit Markovic überein, der sagt, die Militaristen und Zündler hätten das Sagen.

    Wie recht sie leider hatten. Ich überlege, wenn es das Attentat nicht gegeben hätte, wie die Weltgeschichte gelaufen wäre.

    Allerdings denke ich manchmal, auch heute haben die Militaristen und Zündler das Sagen. Das ist schon schade. Eigentlich sollte doch die Diplomatie im Vordergrund stehen.
     
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  6. Xanaka

    Xanaka Aktives Mitglied

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    Das ist mir auch fast unangenehm aufgefallen. An einer früheren Stelle hatte er ja auch den Verdacht geäußert, dass er seine beiden Mitstreiter vermutlich angesteckt hat. Eigentlich hätte ihm die Gefahr sehr wohl bewusst sein müssen.
     
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  7. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Ich denke, einen Krieg hätte es dennoch gegeben. Aber darüber nachzudenken, ist eigentlich müßig. Man darf auch nicht vergessen, dass wir eine Sicht auf die Zeit haben, die von der Geschichte der beiden Weltkriege geprägt ist. Mitteleuropa hatte spätestens nach dem Zweiten WK von Krieg erst einmal die Schnauze voll. Aber leider nicht alle Menschen auf der Welt. Und geschichtliche Ereignisse verblassen.
     
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  8. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Ich musste daran denken, dass ein Mitschüler von mir, eine Stufe über mir, Lungentuberkulose hatte. Da gab es gleich eine Reihenuntersuchung. Dass ein Fall aufgetreten ist, war alles andere als lustig.
     
  9. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Überrascht in diesem LA hat mich, dass ausgerechnet FF hier als jemand erscheint, der gegen die militärische Eskalation auftritt und in dieser Haltung auch einen seiner Untergebenen ziemlich zussammenfaltet (S. 325ff.). eine ehr als interessante Sichtweise, so etwas aus dem Kaiserhaus zu hören. Hast du dafür konkrete Hinweise, @Ulf Schiewe ?
     
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  10. Ulf Schiewe

    Ulf Schiewe Bronze Mitglied

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    Ja, das war seine Einstellung. Es war nicht das erste Mal, dass er von Hötzendorf zurückgepfiffen hat.
     
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  11. ElisabethBulitta

    ElisabethBulitta Bekanntes Mitglied

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    Das hat mich auch überrascht.
     
  12. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Geschichte sehr spannend verpackt. Ich verstehe jetzt die Zusammenhänge viel besser! Die Zweifel eines der Attentäter fand ich erneut sehr glaubwürdig geschildert - menschlich. Insgesamt erscheinen alle Figuren - im Gegensatz zum Geschichtebuch ;) - als Menschen, deren Motive teilweise nachvollziehbar sind.
    Die Figur Svjetlanas finde ich persönlich sehr interessant obwohl sie wahrscheinlich fiktiv ist (?)
     
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  13. Amena25

    Amena25 Mitglied

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    Da möchte ich mich gerne anschließen. Ich finde auch, dass es dem Autor wirklich gelingt, den Leser zu packen!
     
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  14. Anjuta

    Anjuta Bronze Mitglied

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    Siehe dazu S. 507 ff. Dort im Personenregister ist genau aufgeschlüsselt, wer fiktiv ist und wer nicht. Svetlana ist fiktiv!
     
  15. Querleserin

    Querleserin Platin Mitglied

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    Danke für den Hinweis, da habe ich noch gar nicht nachgeschaut.
     
  16. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Das Netz zieht sich einerseits immer enger um die Attentäter und doch können sie immer wieder entwischen. Das ist wie ein Katz und Maus Spiel, doch mit sehr ernstem Hintergrund.

    In der Scheune sitzen nun alle Attentäter zusammen, auch wenn Gavrilo die Hauptfigur ist, lernt man auch die anderen gut kennen. Ihre Beweggründe, ihre Ängste und Hoffnungen. Trotz ihrer Krankheit, die unbehandelt bald zu Siechtum und Tod führen wird, klammern sie an das bisschen Lebensenergie. Gavrilo verliebt sich sogar ein wenig. Mir scheint, er hat eine schwärmerische Ader. Diese Jungen sind so leichtes Opfer für Verführung, sie wurden schon ganz bewusst rekrutiert, sie sind Kanonenfutter.

    Ich habe bisher nicht gewusst, dass F F, hätte er überlebt, vielleicht den Gang der europäischen Geschichte verändert hätte. Ohne den Ersten Weltkrieg und seine Folgen hätte es auch den Aufstieg des Nationalsozialismus in dieser Form nicht gegeben. Wie viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben.

    Der Abschnitt zeigt, dass Markovic schon genau weiß, dass er so oder so keine Zukunft mehr hat. Gibt es kein Attentat steht er als Hasenfuß da, gibt es eines, wird er der Schuldige sein. Und Swetlana hat es ihm schon lange trotz ihrer Vergangenheit sehr angetan.
     
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  17. Bibliomarie

    Bibliomarie Bronze Mitglied

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    Das habe ich mir auch gedacht, als das blutige Taschentuch schnell verschwinden muss, damit niemand etwas merkt. Vielleicht liegt der Fatalismus auch daran, das TBC als Krankheit der Armen so weit verbreitet war.
     
  18. Circlestones Books Blog

    Circlestones Books Blog Aktives Mitglied

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    Ich weiß, man kann die Geschichte nachträglich unterschiedlich mit dem "was wäre gewesen, wenn" interpretieren, sollte dies nicht tun, da es ja so viele andere, nie stattgefundene Komponenten gibt, die dieses "andere Leben" nicht mal im persönlichen Leben wirklich nachvollziehbar machen. Dennoch stimme ich dieser Aussage hier überzeugt zu, unter FF hätte es vermutlich einen weiteren Balkankrieg gegeben, vielleicht andere, örtlich begrenzte Kriegsschauplätze, aber sicher keinen 1. Weltkrieg. Ohne den Krieg, den Versailler Frieden und die Auswirkungen auf die Verlierer des Krieges hätte es in meinen Augen auch keinen 2. Weltkrieg gegeben, dieser kleine, größenwahnsinnige Malergeselle wäre ein kleiner, unbekannter Malergeselle geblieten. Ich bin überzeugt, dass die Politik auch nach einem vermutlichen Ende der Monarchie und der Autonomie der einzelnen Länder und Nationen als Regierungsform gefestigt gewesen wäre und die Turbulenzen zwischen Arbeiterbewegungen und Bürgertum/Adel wären nur innerhalb der jeweiligen Landesgrenzen ausgetragen worden.
     
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  19. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Aktives Mitglied

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    Ich finde es auch ein wenig unverantwortlich, wie die drei Männer immer wieder das Risiko eingehen, jemanden anzustecken. Ist mir auch aufgefallen.

    Ich denke, es hätte so oder so einen größeren Krieg gegeben. Die Stimmung war aufgeheizt, das Wettrüsten hatte bereits begonnen. Da fehlte nur noch ein Anlass. Und wenn es nicht das Attentat gewesen wäre, dann hätte sich was anderes gefunden.
     
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  20. milkysilvermoon

    milkysilvermoon Aktives Mitglied

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    Wieder ein Abschnitt, den ich mit großem Interesse gelesen habe. Trifkos Zweifel sind gut nachvollziehbar. Man merkt, dass sich auch Gavrilo ausführlich mit dem Tod und dem Sterben auseinandergesetzt hat. Mir tun die Geschwister der Attentäter leid. Sie erleiden einen großen Schock, als sie von den Anschlagsplänen erfahren.

    Ich habe mich mal damit befasst, ob man den Attentätern wirklich Denkmäler gesetzt hat, und bin tatsächlich im Internet fündig geworden. Dass man solchen Terroristen und Mördern heute noch huldigt, ist wirklich unfassbar.
     
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